Pfarrer Karl Klein hat die Stelle für vier Pfarreigemeinschaften beantragt.

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Diözese erhört Hilferuf

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Die Seelsorger vier weiterer Pfarreiengemeinschaften im Schongauer Land dürfen sich in Zukunft mehr auf ihre pastoralen Aufgaben konzentrieren. Die Diözese stellt ihnen einen gemeinsamen Verwaltungsleiter zur Seite. Peiting hat bereits eine Kraft bekommen, Rottenbuch verzichtet.

Altenstadt– „Wenn die Pfarrer nicht maulen, geht man davon aus, dass es ihnen gut geht“, weiß Seelsorger Karl Klein. Der Altenstadter Geistliche hat die Einstellung eines gemeinsamen Verwaltungsleiters für die Pfarreigemeinschaften Auerberg, Schongau, Steingaden und Altenstadt in den vergangenen Monaten erfolgreich auf den Weg gebracht.

Klein, zu dessen Pfarreiengemeinschaft neben Altenstadt die Ortschaften Schwabniederhofen, Schwabsoien, Hohenfurch und Schwabbruck gehören, ächzt wie viele seiner Kollegen unter dem Verwaltungsaufwand in den Gemeinden, der immer größer wird. Als Beispiel nennt der Priester die Musik-Gesellschaft GEMA, bei der er sogar für jeden Martinsumzug alle gesungenen Lieder anmelden muss. Zudem prasseln immer neue gesetzliche Richtlinien auf die Geistlichen ein. Etwa beim Thema Datenschutz: „Wir müssen klären, was dürfen wir veröffentlichen und was nicht“, sagt Klein auch mit Blick auf die jüngsten Pfarrgemeinderatswahlen. Und das ist längst noch nicht alles, was ein Pfarrer neben der Seelsorge zu leisten hat. Er kümmert sich um Bauangelegenheiten, den Arbeitsschutz, Personalangelegenheiten, die Bankkonten und vieles mehr. 50 Prozent seiner Arbeitszeit gehen rein für Verwaltungstätigkeiten drauf, schätzt Klein, der mit seinem Ruf nach Hilfe bei den Kollegen und in der Diözese offenen Türen eingerannt hat.

Denn in anderen Pfarreigemeinschaften haben die Augsburger im Rahmen ihrer „Pastoralen Raumplanung 2025“ längst Verwaltungsleiter installiert: „Wir konnten bisher namentlich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem mittleren Management bis hin zu Juristen gewinnen“, heißt es aus der Pressestelle des Ordinariats. Die leitenden Priester würden von Verwaltungsaufgaben nachhaltig entlastet. „Die gewonnenen zeitlichen Freiräume sollen und werden genutzt für die pastorale Arbeit in der Seelsorgeeinheit“, so das Ordinariat.

Die Pfarrer freut es: Es sei wunderbar, wenn der Seelsorger von der Verwaltung entlastet werde, sagt der Seelsorger der Pfarreiengemeinschaft Steingaden, Petrus Adrian Lerchenmüller. Welche Tätigkeiten er genau in Zukunft abgeben wird, weiß er zwar noch nicht. Als wichtige Aufgabe für einen Verwaltungsleiter nennt er aber zum Beispiel Sicherheitsfragen. Zum Beispiel, wenn es um die Inspektionen der Elektrik in den Kirchen geht.

Per Stellenausschreibung wird jetzt nach einem Kandidaten gesucht, „der als rechte Hand des Pfarrers verantwortliche und leitende Aufgaben übernimmt“, heißt es darin. Bewerber können ihre Unterlagen noch bis zum 23. März an das Ordinariat in Augsburg schicken. Dort wird nach Angaben von Pfarrer Klein eine Vorauswahl getroffen, über die Stellenbesetzung entscheiden letztlich die Diözese und die vier Pfarrer gemeinsam, erläutert der Geistliche das Prozedere.

Pfarrer Josef Fegg verzichtet fürs Erste auf einen Verwaltungsleiter.

Im zum Erzbistum München-Freising gehörenden Pfarrverband Peiting-Hohenpeißenberg ist man schon einen Schritt weiter. Dort ist bereits seit Mitte Januar mit 27 Wochenstunden die 35-jährige Nadine Ritter als Verwaltungsleiterin in Amt und Würden (wir berichteten). Somit ist in Zukunft nur noch Pfarrer Josef Fegg, Seelsorger des Pfarrverbands Rottenbuch mit Böbing, Wildsteig und Schönberg, der letzte Einzelkämpfer im Altlandkreis. „Ich schaue mir mal an, wie es in den Nachbargemeinden läuft“, sagt Fegg ganz entspannt. Für ihn sei der Verwaltungsaufwand noch relativ überschaubar. „Es ist weit weniger als der Durchschnitt.“ Als ehemaligen Bankkaufmann und Programmierer würden ihm die Aufgaben aber auch nicht schwer fallen. Und er behalte die Dinge auch gerne selbst in der Hand, räumt Fegg ein. Sollte ihm die Arbeit dennoch über den Kopf wachsen, wird aber auch dem Rottenbucher Pfarrer geholfen. „München wäre sehr großzügig“, weiß Fegg. „Ich kann jederzeit jemanden beantragen.“

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