Roswitha und Thomas Mannseichner vor ihrem Haus in Schwabniederhofen
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Roswitha und Thomas Mannseichner haben sich mit dem Haus ihren Wohntraum erfüllt. Das Grundstück hatten sie schon länger im Auge.

Ehepaar Mannseichner und ihr Haus heute im Fernsehen

Ein „schwebender“ Wohntraum aus Stahl und Beton in Schwabniederhofen

  • Jörg von Rohland
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Die Geschichte des derzeit spektakulärsten Hauses in Schwabniederhofen bekommen die Fernsehzuschauer am heutigen Dienstag zu sehen: Das Ehepaar Mannseichner hat sich mit dem Bau aus Stahl und Beton einen Traum erfüllt, für den es zunächst belächelt worden war. Nun dürfte es nur noch Bewunderer geben.

Schwabniederhofen – In das Grundstück an der Burgstraße hatte sich Roswitha Mannseichner schon vor vielen Jahren verguckt. „Man hat einen tollen Ausblick“, schwärmt die Schwabniederhofenerin. Als sie und ihr Mann Thomas dann die 570 Quadratmeter gekauft hatten, war das Paar im Ort zunächst noch belächelt worden, erinnern sich die Eheleute.

Für viele Planer ein Albtraum: Das 570 Quadratmeter große Hanggrundstück in einer Kurve am Ortsrand von Schwabniederhofen zu bebauen, war eine Herausforderung.

Denn auf den ersten Blick war das Hanggrundstück für die meisten Planer eher ein Albtraum. Niemand konnte sich vorstellen, dort ein zweckmäßiges Wohngebäude hinzustellen, das sich noch dazu gut in die Umgebung einfügt.

Der Gemeinderat bestand auf das Satteldach

Den Mannseichners und ihrem Architekten Fritz Offner ist es gelungen. Als Chef einer örtlichen Metallbau-Firma stand es für Thomas Mannseichner außer Frage, dass Metall ein optisch tragendes Element seines Traumhauses werden sollte. Neben Beton wählte er Cortenstahl, der sich dank der oberflächlichen Korrosion farblich dem Holz annähert. Letztlich konnte sich auch der Gemeinderat mit dem Projekt anfreunden, er bestand aber auf ein Satteldach. Architekt Offner hatte es flach geplant, er musste noch einmal zu Papier und Bleistift greifen.

Dem Münchner Architekten Fritz Offner ist die Überplanung des Hanggrundstücks eindrucksvoll gelungen. Das Haus wird Teil der „Architektouren“ in diesem Jahr sein.

Auch von den Bauherren kam noch der eine oder andere Wunsch dazu. So bestand Roswitha Mannseichner auf eine Tür, über die sie aus dem Obergeschoss in den Garten gelangt: hin zu dem Hang, auf dem im Frühjahr wieder etliche Blumen blühen werden.

Letztlich waren alle hochzufrieden mit dem Ergebnis. Und dem Münchner Architekten ist mit seiner Planung ganz nebenbei noch das Kunststück gelungen, das ihm mit vorherigen Projekten verwehrt geblieben war.

Auch abends ein Hingucker: Der Blick von der großzügigen Terrasse ins Obergeschoss.

„Dreimal hatte er sich für die ,Architektouren’ beworben, jetzt hat er den Zuschlag bekommen“, berichtet Thomas Mannseichner und lacht. Die jährlich stattfindenden „Architektouren“ sind quasi der Ritterschlag der Bayerischen Architektenkammer für ihre Zunft. Immer am letzten Juni-Wochenende werden „qualitätsvolle Planungen und deren realisierten Ergebnisse aus den Bereichen Architektur, Landschafts-, Innenarchitektur sowie Stadtplanung“ vorgestellt, heißt es.

Haus ist Teil der „Architektouren“ in diesem Jahr: Besichtigungen am 26. und 27. Juni möglich

Und die Ausstellungen sind schwer gefragt: Jedes Jahr kommen weit über 20 000 Besucher, um sich die Bauwerke anzusehen.

Dieses Mal werden am 26. und 27. Juni auch die Mannseichners mit Fritz Offner Architektur-Begeisterte durch die Räume des Hauses in Schwabniederhofen führen. Und der Architekt wird wieder von seiner sehr gelungenen Grundidee berichten, „das Gebäude über dem Hang schweben zu lassen“. Das nicht zuletzt, um es deutlich von der Straße hin abzugrenzen, erläutert Offner. „Die Rundungen und Schwünge in Fassade, Dach und Garten stellen den Kontrast zum scharfkantigen schwebenden Erker dar und sorgen für die organische Einbindung ins Gelände“, so der Architekt.

Helle große Räume: Nicht das Mobiliar dominiert, sondern das Haus.

Roswitha Mannseichner ist schon jetzt in ihrem Element, wenn sie Besucher durch die Räume führt. Sie schwärmt von dem Elternschlafzimmer mit Ankleide und großem Bad sowie zwei Jugendzimmer mit eigenem Bad im Erdgeschoss. Im Obergeschoss wird es noch spektakulärer: Wohnzimmer, Küche und Essplatz bilden eine Einheit. Durch eine Glasfront wandert der Blick über die Terrasse in die Alpen. Die Räume sind groß und hell, nicht das Mobiliar dominiert, sondern das Haus. „Ich mag es so puristisch, ohne viel Schnick Schnack“, sagt Mannseichner. „Ich fühle mich frei, es ist total erholsam.“

Entstehungsgeschichte des Hauses heute um 22.45 Uhr im Bayerischen Fernsehen und in der Mediathek

In der BR-Sendung „Traumhäuser“ am Dienstag werden die Mannseichners auf die Entstehungsgeschichte ihres Traumhauses eingehen. „Ob das Haus ins Oberland passt, wissen wir nicht, aber irgendjemand muss ja mal den Anfang machen“, sagen sie.

Die Sendung

„Ein Haus mit Kurven und Kanten“ in der Reihe „Traumhäuser“ im Bayerischen Fernsehen beginnt am heutigen Dienstag um 22.45 Uhr. In der Mediathek ist die Sendung schon jetzt abrufbar.

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