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Fallschirmjäger-Gedenken: General a. D. Georg Bernhard und Oberstleutnant a. D. Jo Schleu legten am Kriegerdenkmal in Altenstadt einen Kranz nieder.

Fallschirmjäger-Gedenktag in Altenstadt

Ehemaliger General fordert bessere Voraussetzungen für die Bundeswehr

Seit dem Jahr 1957 wird bei einem Gedenkgottesdienst der im Krieg gefallenen und vermissten Fallschirmjäger und Transportflieger der ehemaligen Wehrmacht, der gefallenen und verstorbenen Fallschirmjäger der Bundeswehr und der zivilen Mitarbeiter des Standortes Altenstadt gedacht.

Altenstadt – General a. D. Georg Bernhard erinnerte bei der jüngsten Gedenkfeier an diesem Wochenende in seiner Rede in der Basilika daran, dass 1999 der damalige Kommandeur des Standortes Altenstadt für die traditionelle Totenehrung die Kaserne hat zusperren lassen. Seitdem findet die Feier in der Basilika statt. Eine Gedenkfeier, bei der von 1957 bis 1999 jährlich der 3914 im Kampf um Kreta gefallenen Soldaten gedacht wurde.

General a. D. Franz Uhle-Wettler schrieb in seinem Buch „Höhe und Wendepunkte deutscher Militärgeschichte“, der damalige Kommandeur habe dieses Verbot so begründet: „Die Ehrung der Gefallenen sei nicht mehr erwünscht und zudem unzeitgemäß.“ Diese Aussage, so Uhle-Wettler, bedürfe keines Kommentars mehr.

Rede in der Basilika: General a. D. Georg Bernhard kritisierte die Ausstattung der Soldaten der Bundeswehr.

General Bernhard erinnerte daran, dass es kaum eine Bundeswehr-Truppe gegeben habe, die bis zur Endphase des aussichtslosen Krieges Kampfgeist und engen kameradschaftlichen Zusammenhalt bewahren konnte. „Wir alle wissen, dass mit dem Gedenken an unsere Gefallenen immer auch das Erinnern an die Verbrechen des verantwortungslosen damaligen Regimes verbunden ist, die im deutschen Namen geschehen sind.“

Man dürfe aber nicht den heutzutage gerne benutzten, den sogenannten bequemen und billigen Weg gehen, dass deswegen die Wehrmacht pauschal, ohne Einzelbeurteilung, mit dem Stempel „nicht traditionswürdig“ versehen und im Keller der Geschichtsvergessenheit entsorgt wird.

Zur aktuellen Situation sagte der General a. D., er war der Kommandeur der 1. Luftlandedivision mit den drei Brigaden 25, 26 und 27, dass angesichts der vielen Herausforderungen dieser Tage, Krisen und instabilen Entwicklungen, der Blick zurück zu wenig sei. Man müsse darauf hinwirken, dass die Soldaten der Bundeswehr alle Voraussetzungen erhalten, die immer schwieriger werden Aufträge zu erfüllen. Und nicht immer wieder auf schwierige Haushaltsjahre vertröstet und mit Papier-Ankündigungen hingehalten zu werden.

Pfarrer Siegfried Beyrer indes stellte den Mythos Kreta mit Städten und Dörfern, den weiß gekalkten Häusern mit den blauen Fensterrahmen und den hübschen Buchten in den Mittelpunkt seiner Predigt. Beyrer erinnerte aber auch an die 3914 Fallschirmjäger, die bei dem am 20. Mai 1941 begonnenen Unternehmen „Merkur“ ums Leben gekommen und auf Friedhöfen auf der Insel im Mittelmeer beigesetzt wurden.

Ehemalige Offiziere und Unteroffiziere, 13 Fallschirmjäger-Kameradschaften aus dem Oberallgäu bis München und Abordnungen der Soldaten- und Veteranenvereine aus dem Altlandkreis haben an der Gedenkfeier teilgenommen. Die Anzahl aktiver Offiziere und Unteroffiziere sowie die Altenstadter Bürger war indes überschaubar.

General a. D. Bernhard und Kameradschaftsleiter Oberstleutnant a. D. Jo Schleu legten am Kriegerdenkmal einen Kranz nieder. Die Hohenpeißenberger Gruppe „Wonder-Brass“, die zuvor schon den Gottesdienst gestaltet hatte, intonierte „Rot scheint die Sonne“, das „Lied vom guten Kameraden“ die Bayern- und die Nationalhymne. Das Wappen mit dem „Stürzenden Adler“ bekam am Ende der Gedenkfeier Pfarrer Beyrer von General a. D. Bernhard überreicht.

von Walter Kindlmann

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