Der Name ist zurück, die Freude groß: Schulleiter Oberstleutnant Udo Francke (2.v.l.) und Oberst Stefan Josef Leonhard (r.) aus Hammelburg enthüllten die Tafel.
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Der Name ist zurück, die Freude groß: Schulleiter Oberstleutnant Udo Francke (r.) und Oberst Stefan Josef Leonhard (2.v.l.) aus Hammelburg enthüllten die Tafel.

Ausbildungsstützpunkt in Altenstadt ist wieder Schule

Fallschirmspringer erhalten bewährten Namen zurück

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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Altenstadt – Gestern war er noch ein „Ausbildungsstützpunkt“. Seit heute ist der Standort der Bundeswehr in Altenstadt ganz offiziell auch wieder die Heimat der „Luftlande- und Lufttransportschule“ des deutschen Heeres. Die Franz-Josef-Strauß-Kaserne erhält damit zurück, was ihr schmerzlich genommen wurde: Ein Stück ihrer Identität.

Zwar ändert sich an den bestehenden Strukturen in der Altenstadter Kaserne nichts. Dennoch sprach der Leiter der Luftlande- und Lufttransportschule beim gestrigen Umbenennungsappell von einem „bedeutenden Tag“. Die Rückkehr zur traditionellen Bezeichnung der Ausbildungseinrichtung sei kein lapidarer Verwaltungsakt, den es „innerhalb einer juristischen Sekunde heute Nacht um null Uhr“ zu vollziehen gelte, machte Oberstleutnant Udo Francke klar. „Vielmehr erhalten wir unseren alten Namen wieder.“

Zehn Standorte des Heeres kehren zum alten Namen zurück

Zusammen mit Altenstadt kehren am heutigen Donnerstag deutschlandweit noch neun weitere Standorte des Heeres zu ihren ursprünglichen Bezeichnungen zurück. „Die Umbenennungen wirken im Sinne des Traditionserlasses identitätsstiftend und stärken die Bindung an die Truppengattungen des Heeres“, nennt die Bundeswehr den Grund dafür.

In Altenstadt war die Freude über die Entscheidung jedenfalls riesig. Und man hatte gehofft, die Namensrückkehr auch mit zivilen Gästen gebührend feiern zu können. Schulleiter Udo Francke sprach von einer „überwältigenden Zahl“ an Zusagen von Kommunal-, Landes- und Bundespolitikern, die zu dem Umbenennungsappell und dem anschließenden Empfang kommen wollten. Die dritte Corona-Welle machte die Pläne dann aber zunichte. Die Bundeswehr blieb beim gestrigen Appell unter sich, der Empfang wurde gänzlich abgesagt. Als hochrangigsten Vertreter begrüßte Udo Francke den Kommandeur der Division der schnellen Kräfte, General Andreas Hannemann. Der noch eingeplante politische Gast Alexander Dobrindt hatte wegen der Pandemie abgesagt.

Pandemie gemeistert, Ausbildung läuft

In seiner Rede beschränkte sich der Leiter der Luftlande- und Lufttransportschule dann auf die jüngere Vergangenheit und bedankte sich bei allen Beteiligten des Standorts vor allem dafür, wie sie die Pandemie bis jetzt gemeistert haben. Trotz des Verlustes von sieben Ausbildungswochen habe man es geschafft, „erneut deutlich über unseren strukturell hinterlegten Kapazitäten auszubilden“, so Francke.

Die Ausbildung der Fallschirmspringer hat in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne eine sehr lange Tradition. Seit 1958 läuft der Lehrgangsbetrieb, die Fallschirmspringer am Himmel über Altenstadt sind zu einem Markenzeichen des Orts geworden. Und natürlich waren und sind die Soldaten ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region.

Umzug an die Ostsee blieb der Schule erspart

Um so größer war das Entsetzen, als das Bundesverteidigungsministerium 2011 das Ende des Standorts einläutete. Die Schule wurde zu einem deutlich kleineren „Ausbildungsstützpunkt“ für Luftlande-/Lufttransport umstrukturiert, der bis 2016 nach Oldenburg an die Ostsee umziehen sollte. Dazu kam es dann aus verschiedenen Gründen glücklicherweise aber nicht.

Heute ist die Franz-Josef-Strauß-Kaserne bestens aufgestellt. Neben der Luftlande- und Lufttransportausbildung ist sie auch Heimat der Feldwebel- und Unteroffiziers-Ausbildung geworden. Mehr als 900 aktive Soldaten und zivile Mitarbeiter sind darin beschäftigt.

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