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Junge Musiker und alte Musik trafen in der Basilika in Altenstadt zusammen.

Festlicher Sommer in der Wies

Alte Musik in jungen Händen

Im Rahmen der Reihe Festlicher Sommer in der Wies war am Samstag „Alte Musik in jungen Händen“ in der Basilika in Altenstadt zu hören. Die Musik berührte trotz der kalten Temperaturen in der Kirche.

Altenstadt – Kristina Kuzminskaite ist eine Art musikalischer Tausendsassa. Als Kirchenmusikerin an der Orgel, an Cembalo und Klavier, als Chor- und Orchesterdirigentin und Musikpädagogin hat die aus Litauen stammende Künstlerin ihren festen Wirkungskreis in der Region. Dass sie dazu noch stets nach neuen Ideen und Programmen sucht, gehört wohl zu einem ihrer Markenzeichen. Unter ihrer Leitung hat sich im Rahmen des Festlichen Sommers in der Wies die Nachwuchspräsentation etabliert.

Dabei wird der Titel „Alte Musik in jungen Händen“ nicht nur zum Programm, sondern steht für eine sorgfältige wie stimmige Werkauswahl, in der sich erstaunliche Talente zeigen. „Sakrale Musik gleicht einem Feuer“, bekennt sie lachend bei ihrer Begrüßung. Verzehrend in der Vorbereitung eines solchen Abends, brennend beim Musizieren im Konzert. Bei gefühlten 0 Grad zu musizieren, verdient schon allein einiges an Lorbeer. Es ist atemberaubend kalt in der Basilika St. Michael in Altenstadt an diesem doch eigentlich als wonnig prognostizierten Maienabend.

Der Begeisterung, Konzentration und Hingabe tut es dennoch keinen Abbruch, selbst wenn klamme Finger auch einmal ihren Tribut fordern. Gemeinsam musiziert das achtköpfige Ensemble zur Eröffnung und zum Schluss das „Cantate Domino“ – Singet dem Herrn – des Augsburger St. Anna-Kantors Adam Gumpelzhaimer und taucht die Zuhörer in einen berechtigten Optimismus.

Sean Mahner (13) und Maximilian Schmid (11) sind die beiden Jüngsten im Ensemble. In ihrem leichtfüßigen Konzert für zwei Oboen aus der Feder von Tomaso Albinoni wird klar, dass man sich um den musikalischen Nachwuchs in und um Schongau keinen Sorgen machen muss. An dieser Stelle sei auch einmal erwähnt, dass eine solch frühe Förderung und Ausbildung ohne die Musikschule Pfaffenwinkel keineswegs denkbar wäre.

Viele dort unterstützte und unterrichtete Begabungen gehören zum Ensemble an diesem Abend. Auch die junge Sopranistin Anna-Magdalena Perwein, jetzt Meisterstudentin am Salzburger Mozarteum, ist ein echtes Schongauer Kind. Leicht wie ein Vogel fliegt ihr heller Sopran durch den Altarraum im „Jubilate Deo“. Tongestaltung und Linienführung sind fein, in der halligen Akustik ist jedoch die Intonation nicht immer einfach zu fassen, wie auch ihr Mitstreiter, der Bassist Manuel Winckhler, später feststellen wird.

Berührend in Ausdruck und Interpretation zeigt sich Meike Melinz. Die Profiflötistin entdeckte ihre Liebe zur Alten Musik erst im Laufe ihrer Karriere, kam 2013 zum Aufbau- und Masterstudium an der Traversflöte. Ob in Bachs Sonate BWV 1035 oder in den eher meditativ sich einfühlenden drei Solo-Arien von Jacques Hotteterre führt sie den lauschenden Geist in eine andere Zeit. Atmen, hören und genießen gehen hier Hand in Hand miteinander.

Natürlich dürfen auch Talente von auswärts mitwirken. Der junge Münchner Bassist Manuel Winckhler und die Sopranistin Andrea Jarnach haben gute Voraussetzungen für ihren beruflichen Weg, verfügen sie doch beide über geschmeidige, weich und wohlklingend timbrierte Stimmen.

Dass Kristina Kuzminskaite nicht übertrieben hat in ihren einführenden Worten, zeigt wahrscheinlich Patricia Graf am allerdeutlichsten. Man sieht der erst 18-jährigen Flötistin die Vorfreude auf das Stamitz-Konzert förmlich an. Keine Spur von Nervosität. Hier brennt ein junger Mensch für sein Instrument. Die von der Gymnasiastin inzwischen erlangte Professionalität lässt staunen.

Vorbildlich in der Eiseskälte: An den Klappen laufen nicht nur ihre Finger wie ein Schweizer Präzisionsuhrwerk. Sie musiziert vollkommen organisch, in weit ausschwingenden Legato-Bögen, in sicherer Virtuosität, klug eingeteilter Atemtechnik und mit mitreißender Freude. In diesen Händen braucht sich die Musik ganz bestimmt keine Sorgen um die Zukunft machen.

Dorothe Fleege

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