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Grandioses und ungewöhnliches Klangerlebnis: Beim Stück „Stars“ des lettischen Komponisten Eriks Esenvalds erzeugten einige Chormitglieder Töne mit Gläsern, auf deren Rand sie einen angefeuchteten Finger kreisen ließen.

Festlicher Sommer in der Wies

Klangerlebnisse und Rundum-Beschallung

Das sechste Konzert der Reihe Festlicher Sommer in der Wies in der Basilika in Altenstadt ist schwer zu beschreiben – weil es so ungewöhnlich war, so voller schöner Ideen steckte, weil das Klangerlebnis einfach gigantisch war. Zusammengefasst: Es war sensationell.

Altenstadt – Unter dem Motto „Sterne und Planeten“ hat der Landesjugendchor der Bayerischen Chorakademie unter der Leitung von Prof. Gerd Guglhör für das sechste und letzte Konzert der Reihe Festlicher Sommer in der Wies ein fantastisches Programm zusammengestellt. Ganz unbekannte Werke meist zeitgenössischer Komponisten kamen da zu Gehör, und das Publikum in der gut besetzten Pfarrkirche war vollkommen begeistert.

Das zeigte sich nicht nur bei spontanem Zwischenapplaus nach dem Stück „Sun-Dogs“ von James MacMillan, bei dem neben grandiosen Gesangspassagen auch gepfiffen und einfach minutenlang nur unisono geatmet wurde. Es war das Hauptwerk der Aufführung, und man bekam hochinteressante Klangvariationen zu hören.

Nach einem Gedicht von Michael Symmons Roberts webt der schottische Komponist MacMillan die Töne auf nie gehörte grandiose Weise zusammen. Da wird von den „Sonnenhunden“ gesungen, einem meteorologischen Phänomen, mal beinahe schreiend, mal flüsternd. Einfach wunderbar.

Wie gut den Zuhörern diese und die weiteren Darbietungen der 70 jungen Musiker im Alter zwischen 16 und 27 Jahren gefiel, äußerte sich, als die eigentlich vorgesehene Stunde der Aufführung vorbei war, aber noch zwei Stücke auf dem Programm standen. „Wir könnten noch ein kurzes Lied singen oder alles“, sagte Chorleiter Gerd Guglhör. Das Publikum verlangte lautstark jubelnd alles. Und man hatte wirklich Grund genug zum Jubeln: Was die jungen Chorsänger da präsentierten, war hochkarätiger a-capella-Gesang, mit einer Frische und Konzentration vorgetragen, die über den ganzen Abend anhielt.

„Wir hatten heute hier in der Basilika wunderbare Klangerlebnisse“, sagte Guglhör. So habe man sich entschieden, das Programm in einigen Punkten ein wenig umzugestalten. Und es war im wahrsten Sinne des Wortes ein Umgestalten. Denn der Chor sang nicht nur schön formatiert aus dem Altarraum heraus. Beim Stück „An die Sterne“ von Robert Schumann teilte sich der Chor. Der Klang kam nun sowohl vom Altarraum als auch von der Chorempore. Ein wunderbarer Effekt, der aber auch allerhöchste Konzentration vom Chor erforderte. Guglhör stand dabei in der Mitte des Kirchenschiffs und dirigierte in beide Richtungen.

Aber das war noch nicht alles: Beim Stück „God and the Universe“ von Charles Villiers Stanford verteilte sich der Chor seitlich rechts und links im Kirchenschiff sowie im Altarraum. Immer in den vier Stimmlagen zusammenstehend, bekamen die überraschten Zuhörer nun eine grandiose Rundum-Beschallung. Auch dabei war der Schwierigkeitsgrad der Darbietung bei einer solchen Gruppierung des Chores absolut zu loben.

Und noch eine Idee machte dieses Konzert zu einem denkwürdigen Erlebnis: Bei dem Stück „Stars“ des lettischen Komponisten Eriks Esenvalds ertönten neben dem herrlichen Gesang auch ungewöhnliche Klänge. Erzeugt wurden sie von einigen Chormitglieder mit Gläsern, auf deren Rand sie einen angefeuchteten Finger kreisen ließen. Sphärische Töne also zum Thema „Sterne und Planeten“. Besser hätte es nicht sein können. Das Publikum dankte mit großem Jubel und Applaus.

von Regina Wahl-Geiger

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