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Das markante Gebäude auf dem Burglachberg bekommt ein neues Dach. Auch aus Denkmalschutzgründen sind die Arbeiten an der „Burg“ sehr aufwendig und dementsprechend teuer. 

Franz-Josef-Strauss-Kaserne

Bund investiert 6,8 Millionen Euro in neues „Burg“-Dach

  • Jörg von Rohland
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Es ist eine der weithin sichtbaren Baumaßnahmen in der Franz-Josef-Strauss-Kaserne in Altenstadt, die jüngst begonnen hat. Die denkmalgeschützte „Burg“ bekommt ein neues Dach. Und das gibt es nicht zum Schnäppchenpreis: Der Bund bezahlt satte 6,8 Millionen Euro für die Sanierung.

Altenstadt – Mehr als 42 Millionen Euro sollen in Altenstadt bekanntlich bis 2024 in die Infrastruktur des Ausbildungsstützpunkts investiert werden. Jetzt ist die Sanierung eines der markantesten Bauwerke an der Reihe: Das Stabsgebäude auf dem Burglachberg, in dem neben Büros auch Lager und Werkstätten untergebracht sind. Im Volksmund ist es besser bekannt als die „Burg“.

Nach Angaben von Presseoffizier Tim Reinhold handelt es sich um eine vollständige Dachsanierung. Das bestehende Flachdach sei in den vergangenen Jahrzehnten im Rahmen der Instandhaltung immer wieder mit Dachpappe aus Bitumenbahnen abgedichtet worden, erläutert der Oberleutnant. „Die unzähligen Schichten tragen zu einer erhöhten Dachlast bei“, so Reinhold. Insofern sei nicht nur für die Dichtigkeit eine Grundsanierung notwendig, sondern auch für die Dachtragfähigkeit, die letztlich an neue gesetzliche Anforderungen angepasst werden müsse.

Vorbereitungen laufen seit Jahren

Die Vorbereitungen für das Vorhaben laufen nach Angaben des Offiziers schon seit mehreren Jahren, die Arbeiten haben im Februar begonnen. Die Dachsanierung wird demnach in drei Bauabschnitten erfolgen. Zunächst ist der Ostflügel an der Reihe, der bereits einen Wetterschutz verpasst bekommen hat. Das Dach darunter wird nun komplett entfernt und erneuert.

Gesamte Dachkonstruktion ist betroffen

Nach Bundeswehr-Angaben ist davon nicht nur der Dachaufbau, sondern die gesamte Dachkonstruktion betroffen. „Die ursprünglich verbauten Holzpfetten reichen für die geforderte Tragfähigkeit nicht aus“, erklärt der Presseoffizier. Aus Denkmalschutzgründen bleiben sie dennoch erhalten. Zusätzlich werden laut Reinhold zwischen allen bestehenden Altbau-Pfetten jeweils zwei weitere neue Pfetten eingebaut, die dann die gewünschte Dachtragfähigkeit gewährleisten. Im Anschluss folgt die Abdichtung mit einem Metalldach. Mit ihm werde eine langlebige Dachdeckung erreicht, heißt es.

Wetterschutzdach muss im Winter wieder weg

Mit dem ersten Bauabschnitt (Ostflügel) wollen die beteiligten Firmen im Oktober dieses Jahres fertig sein. Das provisorische Wetterschutzdach muss nach Angaben des Presseoffiziers dann wieder entfernt werden, da es keine Schneelast trage. Die Arbeiten unter dem Dach des Ostflügels der Burg sollen dann bis Januar 2021 abgeschlossen sein, damit der nächste Bauabschnitt 2 (Südflügel) im Februar 2021 beginnen kann.

Gesamtprojekt dauert bis Herbst/Winter 2022

Das gesamte Projekt werde mit dem Abschluss des dritten Bauabschnittes (Westflügel) im Herbst/Winter 2022 fertig sein, blickt Reinhold voraus. Die Gesamtkosten der Dachsanierung beziffert er mit 6,8 Millionen Euro, die die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Eigentümerin trägt.

Auf Bundeswehrgelände laufen eine Reihe von Bauvorhaben

Neben der Dachsanierung der „Burg“ laufen auf dem Bundeswehrgelände bekanntlich eine Reihe von Bauvorhaben an. In diesem Sommer werde die Erweiterung beziehungsweise Anpassung der Flugbetriebsflächen auf dem Heeresflugplatz beginnen, heißt es. Auch der Rückbau der alten Kohleheizungsanlage sei als Baumaßnahme ausgewiesen und könne noch dieses Jahr beginnen.

Wie berichtet, nutzt die Bundeswehr in Altenstadt keine Steinkohle mehr zum Heizen der Franz-Josef-Strauß-Kaserne. Ihren kompletten Grundbedarf an Energie bezieht sie mittlerweile von der lokalen Biogasanlage der Firma Biogas Kees&Nuscheler. Nur im Winter kommt es noch zu Versorgungsspitzen, die durch Erdgas der Firma Vattenfall gedeckelt werden soll.

Wenn die Kohleheizungsanlage zurückgebaut ist, stehe das dadurch freigemachte Baufeld „weiterem Infrastrukturbedarf zur Verfügung“, sagt der Presseoffizier. Wie berichtet, hatte man dieses schon für den militärischen Windtunnel im Blick, in dem in Zukunft die Fallschirmspringer den freien Fall trainieren können. Die notwendigen Mittel in Höhe von acht Millionen Euro für das Vorhaben, zu dem auch ein Schirmflugsimulator gehört, hat der Bundestag bereits freigegeben.

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Wenn möglich, soll es auch in Altenstadt am 8. Juni mit dem Freibad-Betrieb losgehen. Die Gemeinde wartet aber noch auf eine klare Ansage zu den Auflagen.

Einem mysteriösen Fund hat ein Passant in Altenstadt gemacht: An einem Altkleidercontainer lagen hunderte Lotterielose, zum Teil noch ungeöffnet.

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