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Ein prachtvoller Klangkörper ist die Altenstadter Blaskapelle. Das wurde jetzt auch wieder beim traditionellen Frühjahrskonzert in der ausverkauften Turnhalle deutlich. Dirigent Hans Daxer (li.) dirigierte aufgrund eines Fußbruches im Sitzen. 

Frühjahrskonzert der Blaskapelle Altenstadt

Hervorragende Blasmusik in all ihrer Vielseitigkeit

Was für ein Glück, dass sich Hans Daxer, Dirigent der Blaskapelle Altenstadt, nicht die Hand, sondern den Fuß gebrochen hat. Sonst wäre das schwierig geworden mit dem Dirigat des traditionellen Frühjahrskonzerts.

Altenstadt – Und das wiederum wäre wirklich schade gewesen, denn was die Zuhörer in der voll besetzten Schulturnhalle in Altenstadt geboten bekamen, war hervorragende Blasmusik in all ihrer Vielseitigkeit.

Daxer dirigierte also sitzend, den rechten Fuß in einer monströsen Schiene. Aber er hatte sowohl die zunächst auftretende Schönach-Jugendkapelle, ein Zusammenschluss von jungen Musikern aus Altenstadt, Schwabsoien, Schwabbruck und Sachsenried, souverän im Griff, als auch die Altenstadter Blaskapelle.

In diesem Jahr reiste man zusammen mit den Mitwirkenden musikalisch um die ganze Welt, was nicht nur sehr interessant, sondern auch höchst abwechslungsreiche Kost war. Die Schönach-Jugendkapelle startete mit zwei Stücken und freute sich beim „Spring Break“ von Alexander Pfluger auf den hoffentlich bald beginnenden Frühling und durfte auch noch eine Zugabe präsentieren. Mit drei neuen Flötistinnen und einem Hornist ist die Jugendkapelle auf eine stattliche Zahl Musiker angewachsen, ein Hinweis auf die Freude der jungen Musiker an der Blasmusik.

„Musik ist die Sprache der Welt, braucht keinen Dolmetscher, verschafft sich Gehör und kann man nicht verbieten“, sagte der Musiker-Vorsitzende Hans Reich zur Begrüßung. Und so reiste man dann auch rund um den Globus, begleitet von den Moderatoren Christine Schumann, Peter Hutterer und Julius Echter, die die Zuhörer für das jeweilige Reiseziel mit den nötigen Informationen versorgten.

Von Deutschland aus mit „Fanfara e Danza“ von Klaus-Peter Bruchmann, über Irland mit „Dublin Dances“ von Jan van der Roost und Schottland mit „Schloss Orth“ von Fritz Neuböck kam man doch auch tatsächlich im Atlantik an. Und zwar ganz tief nach unten.

Die Blaskapelle präsentierte hier die Filmmusik von Klaus Doldinger zum legendären Film „Das Boot“, ein Meilenstein der Filmgeschichte aus dem Jahr 1981. Grandios kommen hierbei die Schlagzeuger und Soundmacher der Blaskapelle zum Einsatz. Unter ständigem „Pling-Pling“ des Sonars tauchen die Musiker zunächst leise hinunter ins Wasser, nehmen dann später rasante Fahrt auf, kommen unter Feindbeschuss. Die Musik wird immer dramatischer, spannender. Eine bewundernswerte, eine außergewöhnliche Darbietung der Blaskapelle war das an diesem Abend.

Aber damit war die musikalische Reise noch lange nicht zuende: Nachdem man in Österreich beim berühmten „Erzherzog Albrecht-Marsch“ von Karl Komzak schwungvoll angekommen war und eine Weile pausieren konnte, stieg man an Bord mit „Musik ist Trumpf“ von Heinz Gietz und reiste flugs nach Amerika zum „Posaunenexpress“ von Walter Tuschla.

Die drei Posaunisten Christoph Ranz, Benedikt Esper und Benno Schmid-Holl legten einen so rasanten Dixieland-Sound hin, dass der Saal tobte, das Ganze unter noch schnellerem Posaunenfeuer wiederholt wurde und mit tosendem Applaus endete. Beinahe atemlos gelangte man dann in den südamerikanischen Dschungel mit der „Jungle Fantasy“ von Naohiro Iwai, bei der röhrende Elefanten, grölende Affen, exotische Vögel und gigantisches Buschtrommeln zu hören war.

Dass diese Klänge von einer Blaskapelle kamen, schien unglaublich. Mit drei traditionellen Blasmusikstücken lotste die Blaskapelle die Zuhörer wieder in bekannteres Gewässer zurück. Passend zu ihrer Spielweise beendete sie das offizielle Programm mit dem Stück „Mit Herz und Schwung“ von Roland Kohler. Natürlich frenetischer Beifall, und so kamen noch zwei Zugaben obendrauf. Und – wie üblich in Altenstadt – gab es „Uns zu Ehren“. Ein Stück, das Dirigent Hans Daxer für seine Blaskapelle komponiert hat.

Regina Wahl-Geiger

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