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Die Aussegnungshalle auf dem Altenstadter Friedhof: Soll sie in drei Richtungen mit Anbauten erweitert oder gleich neu gebaut werden? 

Gemeinderat Altenstadt

Altenstadter Aussegnungshalle: Sanieren oder neu bauen?

Die Altenstadter Aussegnungshalle auf dem neuen Friedhof ist in die Jahre gekommen. Jetzt steht der Gemeinderat vor der Frage, ob das Gebäude erweitert werden soll oder ob ein Neubau nicht gleich vernünftiger ist. Es wird eine Kostenfrage.

Altenstadt – Dass bei der Aussegnungshalle am Altenstadter Friedhof Handlungsbedarf besteht, ist Bürgermeister und Gemeinderat klar. „Heute geht es darum, ob wir das Gebäude sanieren oder einen Neubau hinstellen“, sagte Rathauschef Albert Hadersbeck in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Ein Kompromiss wäre, das Gebäude zu sanieren und in Richtung Westen, Süden und Osten mit je einem Anbau zu erweitern. Damit wäre Platz für eine Toilettenanlage, Kühlraum und für das Lager. Überlegt wird auch, eventuell eine Toilettenanlage in einem separaten Häuschen in Richtung Norden zu bauen. Zwei Damentoiletten, eine behinderten- und eine Herrentoilette – der gesamte Bereich im Winter beheizbar.

Martin Baab hat sich die in der Mitte der 60er-Jahre gebaute Aussegnungshalle genau angeschaut. „Für ihr Alter ist die Substanz gut“, so sein Fazit. Der Architekt aus Hohenfurch hat vorgeschlagen, die Substanz zu erhalten und in drei Richtungen anzubauen. Das, so seine Meinung, wäre dann räumlich gesehen vergleichbar mit einem Neubau.

Bürgermeister Hadersbeck schwebt sogar vor, eine Glasschiebewand so anzubringen, dass sich die Leute auch tagsüber verabschieden können. „Wir brauchen einen vernünftigen Rahmen.“ So wie momentan, ist der Aussegnungsbereich zu klein. Zumal 50 Prozent der Verstorbenen konfessionslos sind. Deswegen, so Hadersbeck, wolle man mit einer würdig gestalteten Aussegnungshalle für die Trauerfeier einen würdigen Rahmen bieten.

Bei drei Anbauten könnte der gesamte Bestand zu einem Aussegnungsbereich umgestaltet werden. Dort könnten dann 60 bis 70 Personen Platz finden. Wichtig wäre Hadersbeck zudem, dass vom Kühlraum rüber zur Aussegnungshalle ein Zugang geschaffen wird.

Baab appellierte, man sollte so wenig wie möglich in die Substanz eingreifen. Im Klartext: Wände nur dann rausreißen, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Sein dem Gemeinderat vorgestellter Entwurf, auf diesen Hinweis legte er Wert, sei nichts anderes als eine Sparlösung. Stoff also für reichlich Diskussion im Gemeinderat.

Konstantin Papamichail könnte sich vorstellen, wenn die ein Kreuz bildenden Anbauten zu einem Halbkreis geschlossen werden. „Das wäre ein mutiger Entwurf.“ Hadersbeck meinte dazu, dann würde sich die ganze Philosophie des Gebäudes verändern. Andreas Kögl ist von dem ganzen Vorschlag so gar nicht begeistert: „Einen Neubau könnten wir so gestalten, dass alles in einem Gebäude untergebracht werden kann.“

Für Peter Filser ist klar, dass ein Abbruch des bestehende Gebäudes „den Leuten nicht vermittelbar ist“. Helmut Horner meinte, man müsse wissen, ob man bei der Kompromisslösung von einer Summe 150 000 und bei einem Neubau eventuell von 300 000 Euro rede.

Letztlich war sich das Gremium darüber einig, dass für die von Baab vorgeschlagene Sparlösung zunächst die Kosten zu ermitteln sind. Bei einem Neubau wäre das weitaus schwieriger. Der nämlich müsste erst einmal ausgeschrieben werden. Davon ganz abgesehen, dass dann auch das Amt für Denkmalschutz seine Vorstellungen mit einbringen würde.

Letztlich hat sich der Altenstadter Gemeinderat dahingehend geeinigt, dass Baab die Kosten ermittelt. Erst dann könne man eine Entscheidung treffen. „Das ist der Weg, den wir gehen müssen“, meinte Altenstadts Bürgermeister Hadersbeck.

Walter Kindlmann

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