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So sieht der Plan des Altenstadter Biomasseheizkraftwerks aus. Unten ist der bestehende Teil, oben ist der Rundbau für den Brennstoffbunker mit 20 Metern Durchmesser zu sehen.

Gemeinderat stimmt mit 9:7 dafür

Altenstadt: Knappes „Ja“ für Erweiterung des Biomasseheizkraftwerks

Das Biomasseheizkraftwerk Altenstadt im Schongauer Westen soll erweitert werden. Statt Altholz wie bisher soll zusätzlich auch sortierter Müll verbrannt werden. Altenstadts Gemeinderat hat sich mit diesem Antrag beschäftigt und nur knapp mit neun zu sieben Stimmen das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Für die Genehmigung ist jetzt die Regierung von Oberbayern zuständig.

Altenstadt – Die Stadt Schongau war am Genehmigungsverfahren für die Erweiterung des Altenstadt Biomassheizkraftwerks zunächst nicht beteiligt (wir berichteten). „Das haben wir der Regierung von Oberbayern gemeldet, der guten nachbarlichen Beziehungen wegen“, betonte Altenstadts Bürgermeister Andreas Kögl.

Genau deswegen hat die Stadt Schongau für ihre Stellungnahme von der Regierung von Oberbayern eine Fristverlängerung bis zum 9. August bekommen. Die Gemeinde Altenstadt hingegen muss sich sputen. Sie hat für ihre Stellungnahme gerademal noch Zeit bis zum 29. Juli.

Der Diplom-Physiker Bernd Zellermann berichtete im Altenstadter Gemeinderat über die Immissionen der Anlage.

Auf dem Betriebsgelände der Heizwerk Altenstadt GmbH sind ein Rundbau mit 20 Metern Durchmesser und vier Andockstationen für die Lastwagen-Entladung geplant. Die Abluft wird über einen 26 Meter hohen Kamin nach außen geleitet. Das Abgas wird zuvor in einem Gewebefilter, bestehend aus temperaturbeständigen Schläuchen aus Filz, gereinigt.

Deren Charakteristikum sei hoch effizient, betonte der Diplom-Physiker Bernd Zellermann in der Sitzung des Altenstadter Gemeinderates am vergangenen Dienstagabend. „Da kommt nicht mehr Rauch raus als vorher auch schon.“

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Aus häuslichen und gewerblichen Abfällen

Das alles sei ein bewährtes Verfahren, weil über diese Technik nur geringe Immissionswerte zu befürchten seien – eigentlich gar keine. Der Hochleistungsfilter sorge für eine 99,9 prozentige Reinigung. Die Fachbehörden bei der Regierung von Oberbayern würden das strengstens überwachen.

Grundlegende Änderung ist die Erweiterung der Ersatzbrennstoffe. Darunter versteht man eine heizwertreiche, aufbereitete und gütegesiegelte Abfallfraktion, die aus häuslichen und/oder gewerblichen Abfällen hergestellt wird.

Das Vorhaben sorgte im Gemeinderat für reichlich Diskussion. Christoph Zidek meinte, man müsste „Tacheles“ reden. Man kann hier wirklich nicht von Bioheizwerk sprechen, hier entsteht eine Müllverbrennungsanlage.“

Emotionale Diskussion im Gemeinderat

Dieser Begriff sei nicht sachgerecht, meinte Experte Zellermann. In Richtung Zidek gerichtet sagte er: „Egal, wie Sie es nennen, an der Immission wird sich nichts ändern.“ Die Grenzwerte würden eingehalten, so die Antwort des Experten.

Bernhard Schöner indes befürchtet, „dass da viel Dreck aus dem Kamin kommt, was bei Holz nicht der Fall ist“. Man solle alles zur Verhinderung dieser Anlage tun.

Laut dem Experten gibt es keine Beeinträchtigung für Bürger

Für Michael Dulisch waren die emotionalen Bedenken seiner Kollegen durchaus nachvollziehbar. Sie sollten alle in die Stellungnahme der Gemeinde mit eingebracht werden.

Bürgermeister Andreas Kögl war es, der die letzte Frage stellte: Haben die Bürger mit einer Beeinträchtigung zu rechnen?“ Die kurze Antwort des Experten: „Nein“. Bernhard Schöner verlangte letztlich eine namentliche Abstimmung. Ergebnis: Neun Gemeinderäte stimmten für die Genehmigung der Erweiterung, sieben stimmten gegen das gemeindliche Einvernehmen.

Walter Kindlmann

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