Neues Protest-Banner: Im Rahmen einer vom Landratsamt genehmigten Versammlung haben sich am Wochenende Vertreter der Aktionsgemeinschaft gegen die Müllverbrennungsanlage Altenstadt am westlichen Stadtrand von Schongau getroffen. Im Namen der Aktionsgemeinschaft wiederholten die Sprecher Sorgen und Befürchtungen bezüglich der negativen Auswirkungen der geplanten Änderungen beim Heizkraftwerk (HKW).
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Vergeblicher Protest: Die Regierung wird aller Voraussicht nach auch das Verfeuern von Ersatzbrennstoffen erlauben.

Regierung macht den Weg frei

Heizkraftwerk in Altenstadt darf erweitert werden

  • Jörg von Rohland
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Siegfried Schuster kann loslegen: Die Regierung von Oberbayern hat dem Betreiber des Heizkraftwerks in Altenstadt die vorzeitige Erlaubnis erteilt, die Anlage so zu erweitern, damit darin in Zukunft auch die umstrittenen Ersatzbrennstoffe (EBS) verheizt werden können.

Altenstadt - Bei dem bestehenden Biomasseheizkraftwerk handele es sich „um eine Abfallmitverbrennungsanlage“ zur Verbrennung von Altholz, die über eine Feuerungswärmeleistung von 40,4 Megawatt verfüge, teilte die Regierung heute mit. Die bestehende Brennstoffpalette solle nun um den Einsatz von Ersatzbrennstoff „in Form von bestimmten qualitätsgesicherten Abfällen erweitert werden“. Eine Änderung der Gesamt-Feuerungswärmeleistung sei dabei nicht vorgesehen.

Für die Erweiterung sei die Errichtung eines entsprechenden Brennstoffbunkers, der Einbau neuer Fördertechnik und die Anbindung der neuen Aggregate an das bestehende Prozessleitsystem notwendig, „die die Regierung von Oberbayern nun vorzeitig zugelassen hat“, heißt es weiter.

Immissionsschutzrechtliche Genehmigung steht noch aus, dürfte aber kommen

Die „immissionsschutzrechtliche Genehmigung“ für die Inbetriebnahme der geänderten Anlage steht dagegen noch aus. „Es kann jedoch mit einer Entscheidung zugunsten der Antragstellerin gerechnet werden“, stellt die Regierung in Aussicht. „Aus den vorliegenden Stellungnahmen der Fachbehörden sowie den Erkenntnissen der Regierung von Oberbayern ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass die Voraussetzungen für die Erteilung der Genehmigung nicht erfüllt werden können.“ Die Antragstellerin habe glaubhaft dargelegt, dass sie an dem vorzeitigen Beginn der Maßnahmen im Hinblick auf Lieferfristen und Projektkalkulation „ein berechtigtes Interesse“ habe.

Zunächst wird weiter nur Holz verbrannt

Wie berichtet, hatte Schuster zuletzt fest mit der Genehmigung gerechnet. Weil es aber nach wie vor hohe Förderungen für die Holzverbrennung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gibt, hat sich der Anlagenbetreiber entschlossen, zunächst bei dem Brennstoff Holz zu bleiben. An den Plänen, das Kraftwerk auf EBS auszurichten, hält er dennoch fest. „Das ist unsere Lebensversicherung“, machte Schuster jüngst im Gespräch mit de Heimatzeitung klar. Die Beton-Arbeiten auf dem Werk-Gelände zwischen Triebstraße und B472 sollen schon im Sommer dieses Jahres beginnen. Für das kommende Jahr ist dann ein Probebetrieb mit Ersatzbrennstoffen geplant.

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