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Aufmerksam lauschten die Besucher des Neujahrsempfangs den Rednern.

Kaserne Altenstadt

Neujahrsempfang mit Hauch von Abschied

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Wurde vor Jahren noch um den Bundeswehr-Standort Altenstadt gebangt, kommt man mittlerweile gar nicht mehr nach mit den zahlreichen Investitionen in Millionenhöhe, die für die Zukunft geplant sind. Beim Neujahrsempfang in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne schwang aber auch das Thema Abschied mit: Beide Leiter verlassen im Herbst den Standort.

Altenstadt „Ab jetzt ist es Tradition“, sagte Oberstleutnant Roland Pietzsch beim dritten gemeinsamen Neujahrsempfang des von ihm geführten Feldwebel-/Unteroffiziersanwärter-Bataillon mit dem Ausbildungsstützpunkt Luftlande/Lufttransport unter Leitung von Christian Schoebel. Seitdem beide Ausbildungseinheiten gemeinsam in Altenstadt untergebracht sind, arbeiten sie vorbildlich zusammen – auch mit der Region, wie beide betonten. Deshalb freute sich Pietzsch, der als Standortältester die umfassende Begrüßung der zivilen und militärischen Teilnehmer übernahm, auch über den Besuch zahlreicher Bürgermeister umliegender Orte. Als Beleg für die Verbundenheit führte er die feierliche Vereidigung in Ingenried an, die im Juli geplant ist. Bisher fand das außerhalb Altenstadts nur in Schongau statt.

Mit spektakulären Neuigkeiten konnte Pietzsch ansonsten nicht aufwarten, „das wäre eher negativ zu bewerten. Unser herausragendes Merkmal ist vielmehr die hohe Kontinuität in der Qualität der Lehrgangsdurchführung.“ Ein kleines Schmankerl gab es aber doch: Vergangenes Jahr wurde die Standortschießanlage in Kempten zum Bataillon zugeschlagen, was eine erhebliche Erleichterung sei. In Altenstadt selbst gibt es nur Schieß-Simulatoren. „Wir müssen zwar wie bisher eine Stunde fahren, aber nicht mehr um Termine bitten“, freute sich Pietzsch.

Mehr in der Öffentlichkeit stehen die Fallschirmjäger, wie Pietzsch gespielt neidisch anmerkte. Und Schoebel legte eine ganze Palette an Themen vor, die die Ausbildung in Altenstadt erheblich verbessern werden. Neben dem neuen Flugzeug Skytruck M-28, das seit Juni im Einsatz ist und Tempo sowie Flexibilität der Ausbildung deutlich erhöht haben, weil man nicht mehr auf die Transall und deren mittlerweile geschlossenen Standort Penzing angewiesen sei, sind für die nächsten Jahre weitere Verbesserungen geplant: ein Windtunnel, ein Schirmflugsimulator und ein Modell des neuen Airbus A400M, „der die Ausbildungsmöglichkeit nochmal auf ein neues Level hebt“, so Schoebel.

Die Zeit läuft ab: Sowohl Christian Schoebel (l.) als auch Roland Pietzsch verlassen Altenstadt im Herbst.

Er erinnerte an Erfolge im vergangenen Jahr, wie den Sieg beim europaweiten Challenge-Wettkampf in Belgien oder die erstmalige Teilnahme von GSG 9-Mitgliedern an einem Lehrgang in Altenstadt seit fast 20 Jahren. Die Kooperation mit dem Jagdkommando in Österreich bei der Freifallausbildung, ebenfalls ein Erfolg, wurde durch den tragischen Tod eines Altenstadter Ausbilders überschattet. „Wir wollen die Zusammenarbeit trotzdem fortsetzen“, so Schoebel. Allerdings gibt es ein Problem: Weil die Bundeswehr mehr Personal einstellt, müssen die Altenstadter in ganz Deutschland neue Ausbilder schulen, um die Menge an Nachwuchs zu bewältigen. das führt laut Schoebel nicht nur dazu, dass dieses Jahr möglicherweise die Challenge-Teilnahme und das traditionelle Wasserspringen am Kochelsee ausfallen muss. „Wir können vermutlich nicht einmal alle geplanten Lehrgänge in Altenstadt durchführen“, so Schoebel.

Bevor Generalmajor Reinhardt Zudrop zum Abschluss des Empfangs kurz über das Thema „Innere Führung“ sprach, ging Schoebel in einem Nebensatz auf die anstehende Kommandoübergabe im September ein. Auf Nachfrage bestätigte er, dass er zum 1. Oktober einen neuen Posten übernehmen werde – wo, ist noch nicht heraus. Und weil beide Ausbildungsabteilungen offenbar alles gemeinsam machen, verriet auch Pietzsch, dass für ihn die Altenstadter Zeit an diesem Termin endet.

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