In Deutschland im Fokus: der Corona-Impfstoff von AstraZeneca.
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Den Corona-Impfstoff von AstraZeneca Bekamen die Bundeswehrangehörigen in Altenstadt.

Impfzentrum Peißenberg gibt Astrazeneca ab

Bundeswehr-Kaserne in Altenstadt bekommt 462 Impfdosen spendiert

  • Jörg von Rohland
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Mehr als die Hälfte der Bundeswehrangehörigen der Franz-Josef-Strauß-Kaserne in Altenstadt ist in den vergangenen zwei Wochen gegen Corona geimpft worden. Ihre Spritze mit Astrazeneca bekamen offenbar vereinzelt auch Personen aus der Prioritäts-Gruppe 3. Die 462 Dosen stammen aus dem Impfzentrum in Peißenberg, das sie der Kaserne angeboten hatte.

Altenstadt – Die Lieferung aus Peißenberg an den Bundeswehr-Stützpunkt in Altenstadt erfolgte, kurz bevor die Bundesregierung den zwischenzeitlichen Stopp der Impfungen mit dem Wirkstoff Astrazeneca angeordnet hatte. Obwohl das Mittel über Wochen haltbar sei, „sind wir angehalten, es zeitnah zu verimpfen“, erklärte Christian Achmüller auf Anfrage. Dem Leiter des Peißenberger Impfzentrums zufolge waren zunächst 400 Dosen verfügbar, die er „ruhigen Gewissens“ habe abgeben können. Der Rest wurde nachgeliefert. „Wir hatten zu der Zeit 1600 Impfdosen auf Lager und auch terminliche Probleme“, so Achmüller.

Landkreis wollte diese Woche alle über 80-Jährigen geimpft haben

Wie berichtet, wollte der Landkreis erst diese Woche alle seine Bürger gegen Corona geimpft haben, die in der Prioritätsgruppe eins zu finden sind. Dazu zählen vor allem die über 80-Jährigen. Ab kommender Woche sind auch die über 70-Jährigen an der Reihe. Mit zu ihrer Priorität (zwei) gehören laut Impfreihenfolge der Bundesregierung zum Beispiel Polizei- und Einsatzkräfte, die bei Demonstrationen einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Erfasst sind dazu auch Soldaten, „die bei Einsätzen im Ausland einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind“.

Impfzentrumsleiter: Impfungen von Personen in der Kaserne mit Priorität 3 „vertretbar“

Die jetzt erstgeimpften Bundeswehrangehörigen in Altenstadt sieht Achmüller mehrheitlich in der Impfpriorität eins und zwei. Unter anderen nennt er medizinische Fachangestellte (Priorität 1) und Soldaten in Gemeinschaftsunterkünften (Priorität 2). Achmüller geht davon aus, dass aber auch Personen mit Priorität 3 in der Kaserne geimpft worden sind. Das sei auch „vertretbar“, findet er. Wegen zehn bis 20 Dosen müsse man nicht „herumfahren“, so der Impfzentrums-Chef. Und: Die Bundeswehr habe das Astrazeneca gerne genommen. Im Peißenberg müsse man oft zehnminütige Diskussionen über den Impfstoff führen.

Bundeswehr dankt dem Landreis und dem Impfzentrum

Der Standortälteste in Altenstadt, Sven Tillery, bedankt sich indes ausdrücklich beim Leiter des Impfzentrums in Peißenberg und dem Landratsamt Weilheim-Schongau „für die Berücksichtigung und die ausgesprochen schnelle und gute Zusammenarbeit“. Behörde und Impfzentrum hatten demnach Tillery das Angebot mit den Impfdosen gegen Covid-19 unterbreitet, der Bundeswehrstandort habe es angenommen. Dem Standortältesten zufolge erfolgte danach eine unverzügliche Priorisierung. Die Corona-Schutz-Verordnung sei strikt beachtet worden.

Soldaten und zivile Mitarbeitern erhielten Impfungen

Wie der Oberstleutnant erklärt, wurden auf Basis der Priorisierung bis zum 24. März 462 Bundeswehrangehörige des Standorts geimpft. 594 waren impfwillig. Die Spritzen setzten Mitarbeiter des Sanitätsversorgungszentrums. Bei den Geimpften handele es sich sowohl um aktive Soldaten als auch um zivile Mitarbeiter, die gemäß der Priorisierung berechtigt seien, eine Impfung zu erhalten.

Gesundheitsamt wusste nichts von Impfstoff-Lieferung

Dem Gesundheitsamt in Weilheim war laut Pressesprecher Hans Rehbehn derweil nichts von den Impfungen in der Altenstadter Kaserne bekannt. „Die Bundeswehr entzieht sich unserer Zuständigkeit. Sie hat eigene Ärzte und ein eigenes Kontingent an Impfstoffen“, ließ die Behörde ausrichten.

Landrätin: „Wir brauchen jede Dosis“

Landrätin Andrea Jochner-Weiß wusste nach eigenen Angaben über die Lieferung der Astrazeneca-Dosen an die Kaserne. Gegenüber der Heimatzeitung machte sie Anfang der Woche aber klar: „Wir brauchen jede Dosis.“ Die Impfreihenfolge sollte eingehalten werden, „da lege ich ganz großen Wert drauf“, betonte Jochner-Weiß.

Soldaten haben Impfung gut vertragen - Übliche Nebenwirkungen

Fest steht, dass die in der Kaserne Geimpften nach elf bis zwölf Wochen ihre zweite Dosis Astrazeneca erhalten werden. Die Zweitimpfung erfolgt laut Achmüller automatisch, dazu braucht es keinen Nachweis der Priorität. Die erste Spritze mit dem Astrazeneca-Stoff haben die Soldaten gut vertragen. Mitunter sei es zu den üblichen Nebenwirkungen gekommen, erläutert Presseoffizier Tim Reinhold. Sie reichten von Druck an der Einstichstelle bis hin zu kurzfristigem Fieber.

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