+
Die gewitzte Oma lässt sich ordentlich was einfallen für ihre Enkel.

Kulze Schwabniederhofen

Kleine Kunst ganz groß

Einen äußerst vergnüglichen Theaterabend mit Eigenproduktionen aus der Theatergruppe Schwabniederhofen erlebten rund 70 Besucher am vergangenen Freitagabend im Kulze. Ausverkauft war der Abend zwar nicht, aber es sollte ja auch noch eine zweite Aufführung am Samstag geben.

Schwabniederhofen – Die Besucher durften sich über erfrischende junge Darsteller freuen, die unter dem Motto „Shakespeare is cool“ und „Der Bingo-Geist“ zwei eigene Stücke auf die Bühne brachten und mit allerlei drolligen Einfällen amüsierten. Wenn man den Namen Shakespeare hört, denkt man sofort an „Romeo und Julia“, Tragik, Drama, Liebe, großes Theater. Was daraus wird, wenn vier Rotznasen auf dem Spielplatz das ganze „a bissel abkürzen und improvisieren“, zeigten die jüngsten Theaterspieler. Da reichen als Darsteller Romeo, Julia und die zwei Väter. „Den Rest lassen wir weg“, entscheidet der Bühnen-Romeo Pius Schmitt kurzerhand. Als Bote kann man schließlich noch jemanden aus dem Publikum rekrutieren.

Das erste Problem ist allerdings der Name, mit dem sich der Darsteller nicht so recht anfreunden kann: „Romeo – so heißt doch kein Schwein!“ Und dann tanzen: Bloß nicht zu eng. Von Küssen ganz zu schweigen: „Igitt!“ Naja, vielleicht auf die Wange, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Das Stück wird schließlich auf die berühmte Balkon-Szene und das Selbstmord-Drama in der Gruft reduziert. Letztere ist etwas dadurch beeinträchtigt, dass Julia dringend aufs Klo muss. Beherzt und mit viel Spielfreude bringen die jungen Darsteller ihr Stück auf die Bühne.

Ebenso wie ihre etwas älteren Kollegen bei „Der Bingo-Geist“, in dem eine gewitzte Oma sich ganz schön was einfallen lässt, um ihren Enkeln, die während ihres Besuchs beim Bingo-Abend in ihrem Haus eine Party feiern, einen Denkzettel zu verpassen. Während diese vor Angst schlottern, amüsiert sie sich prächtig: „Das war besser, als mich vor dem Fernseher zu langweilen!“ Eine Feststellung, die auch auf diesen aufwendig und liebevoll mit viel Dekoration gestalteten Abend durchaus zutraf.

Simon Schmitt begeisterte

Zu guter Letzt wartete das Schwabniederhofener Eigengewächs Simon Schmitt, auch als Märchenonkel bekannt, mit einem Lied und einer Lesung auf. Mit einem markerschütternden Schrei hielt er zunächst einmal auf der Bühne Einzug. „So schreie ich immer, wenn ich eine Spinne sehe“, erklärte er dem verdutzten Publikum. Das ließ sich nicht lang bitten und kreischte auf Kommando mit, als Simon Schmitt seinen Song „Spinne im Bad“ zum Besten gab. Und zwar nicht nur aus seiner Sicht, sondern auch aus der Sicht der Spinne.

Die Geschichte seiner Männlichkeit endete, wie könnte es anders sein, auf dem Fußballplatz. Wo er sich zwar nicht durch Dribbel-Künste auszeichnet, aber als feinsinniger Beobachter. Immerhin bog sich das Publikum vor Lachen, als er die Motivationsrede des Trainers Heiko an die vierte Mannschaft rezitierte, die mit einem markigen: „Raus in die Schlacht!“ endete.

Alles in allem ein hausgemachter Abend, der die kleine Kunst feierte. Schlicht und ergreifend unterhaltsam. Schön, dass das Kulze-Team seine tolle Bühne auch für solche Dinge nutzt.

Ursula Fröhlich

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Dank Merkur.de-Artikel: Unfallflucht mit verletztem Kind geklärt
Das ging schnell: Nur kurz nach dem Internet-Suchaufruf der Schongauer Nachrichten hat sich ein Fahrerflüchtiger gemeldet, der ein Kind angefahren hatte. Die Schongauer …
Dank Merkur.de-Artikel: Unfallflucht mit verletztem Kind geklärt
Strabs: Schongau verklagt Landkreis
Diese Nachricht klingt im ersten Moment wie ein Hammer: Die Stadt Schongau klagt gegen den Landkreis wegen der umstrittenen Straßenausbau-Beitragssatzung (Strabs). Doch …
Strabs: Schongau verklagt Landkreis
Sollen Bäume an der Stadtmauer weichen oder bleiben?
Was wollen die Schongauer? Eine freie Sicht auf die Stadtmauer, was voraussetzt, dass weitere Bäume gefällt werden müssen, oder eine Stadtmauer, die in Grün eingebettet …
Sollen Bäume an der Stadtmauer weichen oder bleiben?
Teure Autofahrt nach Peiting
Vor sieben Jahren wurde einem Epfacher die Fahrerlaubnis entzogen. Seitdem besitzt er keinen Führerschein mehr. Für eine unerlaubte Fahrt nach Peiting erhielt er eine …
Teure Autofahrt nach Peiting

Kommentare