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Oberstleutnant Udo Francke übernimmt die Dienstfahne von Oberst Grunewald.

Franz-Josef-Strauß-Kaserne

Kommandoübergabe in Altenstadt: Udo Francke tritt in große Fußstapfen

Im Mittelpunkt des 18. „Tag der Fallschirmjäger“ der Franz-Josef-Strauß-Kaserne Altenstadt stand die feierliche Kommandoübergabe über den Ausbildungsstützpunkt Luftlande und Lufttransport von Oberstleutnant Christian Schoebel (47) an Oberstleutnant Udo Francke (42), für den die Messlatte sehr hoch liegt.

Altenstadt – „Dass diesmal so viele von Ihnen zum Teil lange Reisen nach Oberbayern nicht gescheut haben, betrachte ich auch als Geste der Wertschätzung gegenüber dem Ausbildungsstützpunkt“, sagte Christian Schoebel bei seiner Begrüßung, letztmals in seiner Funktion als Leiter des Stützpunktes.

Oberst Axel Grunewald, stellvertretender Kommandeur des Ausbildungszentrums Infanterie in Hammelburg und direkter Vorgesetzter von Schoebel, machte in seiner Rede deutlich, dass ein Führungswechsel im soldatischen Bereich nichts Ungewöhnliches ist. Diesmal aber falle es ihm schwer. Deshalb wolle er vordergründig Schoebels Leistungen würdigen. „Sie haben alle Aufgaben und Projekte mit hoher Leistungsbereitschaft bewältigt, sind dabei immer Mensch geblieben mit Herz und Verstand.“ Schoebel sei mit dem Stützpunkt fest verwurzelt . Der nunmehr Ex-Stützpunktleiter wechselt als Referent für Personal-Strategie ins Verteidigungsministerium nach Berlin. Dazu wünschte ihm Grunewald „gute Nerven und Durchhaltevermögen“.

Oberstleutnant Udo Francke sei mit seinen bisherigen Verwendungen als Zugführer der Fallschirmjäger und stellvertretender Kommandeur eines Fallschirmjägerbataillons sowie seiner zwei Auslandsverwendungen prädestiniert für die neue Aufgabe als Leiter des Stützpunktes. „Die Messlatte ist hoch“, sagte Grunewald und fügte an, „schreiben Sie weiter an der Erfolgsgeschichte.“ Er wolle die hervorragende Arbeit von Schoebel fortsetzten, sagte der 42-jährige Francke (verheiratet, zwei Töchter).

Abschreiten der Ehrenfront: Landrätin Andrea Jochner-Weiß flankiert von Oberst Axel Grunewald (l.) und Oberstleutnant Christian Schoebel.

Die Fahnenkompanie, das Gebirgsmusikkorps, die Ehrenformation sowie Abordnungen der umliegenden Veteranen- und Soldatenvereine bildeten den Rahmen für den Appell, zu dem auch die ehemaligen Schulkommandeure Fritz Zwicknagel, Ernst Richstein, Carsten Jahnel und Alois Hösle kamen. Auch dem Stützpunkt verbundene aktive und ehemalige Offiziere und Feldwebel sowie etliche Gäste aus der Politik zeigten Flagge.

Oberst Grunewald sagte, dieser „Tag der Fallschirmjäger“ sei mittlerweile zu den Traditionen der Bundeswehr zu zählen. „An diesem Tag kommen die Fallschirmjäger zum Gedankenaustausch.“ 2016 habe man noch von einer Vision Stützpunkt gesprochen. „Sie ist Realität geworden.“ Projekte seien verwirklicht worden, die die vorbildliche Arbeit des Stützpunktes widerspiegele. Der Stützpunkt sei Zentrum für die Ausbildung von Fallschirmjägern und Lufttransport geworden. Die Ausbildung sei energisch, konsequent und kreativ betrieben worden. Am Stützpunkt herrsche ein Geist, der sich von Schwierigkeiten nicht unterkriegen lasse. „Eine Erfolgsgeschichte.“

Christian Schobel ließ die vergangenen drei Jahre Revue passieren, in denen es „erkennbare Verbesserungen gegeben hat“. Die Bruchzelle für den Transall-Laderaum und Unterkünfte sowie die Start- und Landebahn am Heeresflugplatz in Altenstadt wurden aufwendig modernisiert. Seit 2015 sind bereits 26 Millionen Euro in Infrastrukturprojekte geflossen. 2019 ist ein 25 Meter hoher Abseil- und Kletterturm sowie ein vertikaler Windtunnel und Kappensimulator für die Freifallausbildung geplant.

Landrätin Andrea Jochner-Weiß, sie durfte zusammen mit Axel Grunewald und Christian Schoebel nach den Klängen des Bayerischen Defiliermarsch die Front abschreiten, machte in ihrer Rede deutlich, dass es kein ziviles Unternehmen gibt, das von seinen Mitarbeitern verlange, ihr Leben einzusetzen. Sie sei überzeugt, dass der Soldatenberuf ethisch notwendig ist. „Sie alle leisten einen anspruchsvollen und verantwortungsvollen Dienst.“ In Richtung Schoebel meinte sie, „Ihre Fußabdrücke werden noch lange sichtbar sein.“

Das Musikkorps spielte abschließend die Bayern- und Nationalhymne sowie zur Kranzniederlegung das Lied „Vom guten Kameraden.“ Pfarrerin Heike Ranke sprach dazu ein Gebet.

Von Walter Kindlmann

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