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Die Sieger des Fotowettbewerbs für experimentelle Fotografie xF3000: (v. li.) Giancarlo Viviani (1. Platz), Volker Jaenisch (3. Platz) und Klaus Teufelhart (2. Platz)

Wettbewerb für experimentelle Fotografie

Kreiselnde Buntstifte beeindrucken Jury

Lichteffekte, mysteriöse Landschaften, Farbkompositionen: Einen Eindruck, was heute mit einer Kamera und einem bisschen Technik möglich ist, bekamen die Besucher der Ausstellung zum Wettbewerb xF3000 der Fotogruppe Altenstadt.

Altenstadt – Bearbeitung war beim diesjährigen Fotowettbewerb nicht verpönt, sondern ausdrücklich erwünscht. Zum fünften Mal hatte die Fotogruppe Altenstadt ihren jährlichen Wettbewerb ausgeschrieben und laut Sprecher Günther Stangenberg hatten 29 Teilnehmer zwischen Fürstenfeldbruck, Wolfratshausen und Altenstadt knapp 80 Arbeiten eingereicht, die bewertet werden mussten. „Ich bewundere das Engagement“, betonte auch Bürgermeister Albert Hadersbeck, der sich überdies freute, dass die Fotogruppe regelmäßig das sanierte und umgebaute alte Feuerwehrhaus für ihre Ausstellungen nutzt.

Volker Jaenisch, ehemaliger Sprecher und Mitbegründer der Fotogruppe Altenstadt, einem offenen Treff für Fotobegeisterte, nutzte den Anlass, um seinem Ärger über die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) Luft zu machen. Diese habe „Panik unter Fotografen“ ausgelöst und berge die Gefahr des „Verschwinden des öffentlichen Raums“. Kulturgüter, die nicht mehr fotografiert werden dürfen, Menschen, die Angst haben, sich ablichten lassen und das Recht an ihrem Bild zu verlieren. Für Vereine und Organisationen ergeben sich Probleme bei der Mitgliederverwaltung. Die Fotogruppe Altenstadt hat dementsprechend die Website neu gestaltet und verzichtet wegen der durch die DSGVO geschaffenen Rechtsunsicherheit bewusst auf das Einstellen von Bildern.

Die DSGVO trifft laut Volker Jaenisch die Kunst- und Kulturschaffenden. Umso erstaunlicher, dass es im Nachbarland Österreich möglich war, bestimmte Berufsgruppen und Unternehmen aus der Datenschutz-Grundverordnung herauszulassen. „Einige Länder haben die DSGVO entschärft“, so Jaenisch, der sich dafür einsetzt, dass auch in Deutschland die DHSVO für Kunst, Agenturen, Fotografen und Presse aufgehoben wird. Auf der Homepage der Fotogruppe Altenstadt wird auf eine Petition diesbezüglich hingewiesen. Als gefährliche Einschränkung der künstlerischen Freiheit erachtet er es, dass die Foto-Zensur-Maschinerie im Internet über google läuft, „einem der größten Meinungsmacher der Welt“. „Wer die künstlerische Freiheit einschränkt, vergreift sich früher oder später vielleicht an der Meinungsfreiheit“, befürchtete Jaenisch.

Auf den von der Jury aus Ernst Weeber, Jürgen Wülfing und Caroline Walter gekürten Bildern sind aber nicht aus diesem Grund keine Menschen zu sehen. Es waren einfach die besten Arbeiten. Der erste Preis ging an das Bild „Buntstifte verloren im Raum-Zeit-Kontinuum“ von Giancarlo Viviani aus Traubing. „Solche Buntstifte habe ich noch nie gesehen“, meinte Laudator Helmut Bernhardt. Und tatsächlich erinnern die kreisförmig angeordneten und in Bewegung aufgenommenen Stifte eher einer geometrischen Spielerei.

Der zweite Preis ging an das Bild „Am Dampfersteg“ von Klaus Teufelhart vom Fotoclub Dachau, das fast surreal anmutende Holzbohlen umgeben von flirrendem Grün zeigt. Der dritte Platz ging an das Bild „Wasserwerk“ von Volker Jaenisch, einer geometrischen Komposition aus Blautönen.

Dass nicht unbedingt eine teure Ausrüstung notwendig ist, um tolle Bilder zu machen, bewies eine Teilnehmerin, die mit Handy-Fotos einen mittleren Platz erzielt hatte. Trotzdem will sie das Angebot der Fotogruppe, die regelmäßig kostenlos Workshops für Kamera-Neulinge veranstaltet, annehmen.

Ursula Fröhlich

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