Coronavirus - Einkaufen als neues Ausgehen
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Zu vermummt zum Einkaufen?

In Altenstadt

Mit Maske und Sonnenbrille zum Einkaufen? Kunde verärgert über scheinbares Verbot

  • Elena Siegl
    VonElena Siegl
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Maske und Sonnenbrille im Supermarkt tragen – das sei verboten, erklärte die Verkäuferin eines Altenstadter Supermarktes einem Kunden. Verärgert hat der Mann sich an die Heimatzeitung gewandt.

Altenstadt – „Irgendwann reicht’s“, mit diesen Worten hat sich ein Leser verärgert bei der Heimatzeitung gemeldet und von einem Supermarkteinkauf berichtet. Alles verlief ganz gewöhnlich im Netto in Altenstadt – bis er von der Verkäuferin an der Kasse aufgefordert wurde, seine Sonnenbrille abzunehmen. Er habe das zwar hinterfragt, war der Aufforderung aber dennoch nachgekommen und nahm seine Brille ab – allerdings nur kurz, wie der Mann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, schildert. „Da meine Sonnenbrille mit Sehstärke versehen ist, setzte ich diese natürlich wieder auf“, erklärt er. Und wurde ermahnt, das zu unterlassen – „weil es gesetzlich verboten ist, mit Maske und Sonnenbrille einkaufen zu gehen“, zitiert der Leser die Verkäuferin.

Sofort habe er darauf hingewiesen, dass er die Brille aber benötige, um klar sehen zu können, sagt der Mann. Dieses Argument habe die Kassiererin mit den Worten abgetan: „Nein, diese Sonnenbrille ist verspiegelt, die brauchen sie nicht zum Sehen, außerdem ist es hier drinnen gar nicht so hell!“ – zu viel für den Leser, dessen Schilderungen von Netto sehr ernst genommen werden, wie eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage erklärt. Man habe umgehend Rücksprache mit den verantwortlichen Kollegen vor Ort gehalten. „Selbstverständlich können Kundinnen und Kunden auch mit Sonnenbrille in unseren Filialen einkaufen“, betont man bei Netto. Das Filial-Team sei umgehend zum angesprochenen Thema sensibilisiert worden. Die Filialleitung habe außerdem bereits ein klärendes Gespräch mit der Mutter des Kunden geführt. Netto Marken-Discount lege großen Wert auf Wertschätzung, Fairness, Respekt und ein faires Miteinander. „Wir lehnen Diskriminierung jeder Art ausdrücklich ab.“

Ladeninhaber hat Hausrecht

Grundsätzlich ist es nicht verboten, im Supermarkt oder anderen Geschäften eine Maske in Kombination mit einer Sonnenbrille zu tragen, sagt Schongaus Polizeichef Herbert Kieweg. Das von der Verkäuferin wohl angesprochene „gesetzliche Verbot“ gebe es nicht. Allerdings habe der Ladeninhaber freilich das Hausrecht, könne eigene Regeln aufstellen und darf im Zweifel den Eintritt auch verwehren. Wer also eine Sonnenbrille mit Sehstärke trägt, sollte für diesen Fall lieber auch eine normale Brille bei sich haben.

Etwas verzwickter sieht die Lage im Auto aus: „Ein Grenzfall“, sagt Kieweg. Schließlich seien einige Personen zum Sehen auf (Sonnen-)Brillen angewiesen. Solange die Corona-Pandemie andauert, sei es grundsätzlich auch in Ordnung, beim Fahren eine Maske zu tragen. Wichtig sei aber, dass man identifizierbar bleibt.

Das Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) rät mit Verweis auf die Straßenverkehrsordnung davon ab, Sonnenbrille und Maske gleichzeitig zu tragen, weil ein Fahrzeugführer sein Gesicht nicht so verdecken dürfe, dass er nicht mehr erkennbar ist. In Krisenzeiten gehe die Gesundheit zwar vor – allerdings verdecken Masken nur die Nasen- und Mundpartie, lassen aber die Augen noch erkennen. Dies sei in der Regel ausreichend, um die Fahrer-Identität, etwa beim Blitzer-Foto, feststellen zu können, so das LGL.

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