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Ein Bauteil für die Patriot-Raketenabwehrsysteme , wie sie von der Firma Jenoptik in Altenstadt gebaut werden. Der Standort in Altenstadt ist nach Angaben der Konzernleitung weiterhin sehr wichtig für das System.

Zukunft von Jenoptik in Altenstadt 

Neue Marke, aber kein Verkauf

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Wirtschaftsnachrichten zum Umbau des Jenoptik-Konzerns haben die Mitarbeiter am Firmen-Standort Altenstadt hellhörig gemacht: Er ist direkt betroffen. Die Rede ist bislang nur von einer „neuen eigenständigen Marke“. Ein Verkauf der Militärsparte ist aktuell nicht geplant, heißt es.

Altenstadt– Anfang Februar hatte der ostdeutsche Technologiekonzern Jenoptik seine Zahlen vorgelegt und nebenbei mitgeteilt, dass er sich in Zukunft stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren möchte. Dazu zählen Laser, optische Systeme, Sensoren und Robotik.

Das Werk in Altenstadt zählt nach Angaben einer Konzern-Sprecherin zu dem Segment Defense & Civil System und ist damit einer der Standorte, „die nicht auf optoelektronischen, sondern auf mechatronischen Technologien basieren“. Die Aktivitäten des Segments würden künftig unter einer neuen, eigenständigen Marke geführt, „um dem spezifischen Markt- und Kundenbedürfnis besser Rechnung zu tragen“, heißt es. „Abgesehen von der Marke sehen wir keine Auswirkungen auf Altenstadt“, betont die Sprecherin. „Es gibt keine konkreten Pläne für eine Ausgliederung oder einen Verkauf.“

Vorstandschef Stefan Traeger schloss bei der Vorstellung der Jahreszahlen in Jena einen Verkauf des Militärgeschäfts aber nicht kategorisch aus: „Wir haben keine konkreten Pläne, uns davon zu trennen. Wir wollen aber für die Zukunft nichts ausschließen“, wurde er in der Fachpresse zitiert.

Positionierung auf dem Markt

Mit Spannung dürfte man in Altenstadt auf eine weitere Ankündigung aus Jena blicken: „Künftig sollen die auf photonischen Technologien basierenden Geschäfte aus dem Segment Defense & Civil Systems herausgelöst und dem heutigen Segment Optics & Life Science neu zugeordnet werden.“ Verteidigung und Zivilgeschäft gehen also getrennte Wege. „Zur besseren Positionierung auf dem Markt“, heißt es.

Wie sich die Arbeit in Altenstadt unter den 200 Mitarbeiter auf die zivilen und militärischen Bereiche verteilt, konnte die Sprecherin auf Anfrage nicht genau beziffern. Das Geschäft mit den Abwehrsystemen spielt aber ganz offensichtlich auch in Zukunft eine große Rolle: „Der Standort Altenstadt ist weiterhin sehr wichtig für das Flugabwehrraketensystem Patriot, zu dem es in den letzten Monaten diverse Ankündigungen durch den Hersteller gab“, heißt es aus Jena.

Wie berichtet, hatte Jenoptik in Altenstadt (früher Lechmotoren) vor einem Jahr den Auftrag für Patriot-Komponenten im Wert von etwa 13,8 Millionen US-Dollar erhalten.

Raketenabwehr weiter entwickelt

Bei Patriot handelt es sich um ein Raketenabwehrsystem, das der Abwehr von Flugzeugen, taktisch-ballistischen Flugkörpern und Marschflugkörpern dient. Jenoptik entwickelt und produziert seit vielen Jahren die Stromversorgungsaggregate sowie weitere Subsysteme für Patriot am Standort Altenstadt.

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