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Der großer Moment: Die Brüder Basti und Maximilian (l.) sowie die Geschwister Sophia, Sarah und Simon freuen sich über den Besuch von Nikolaus und Knecht Ruprecht, die Lob, Tadel und Geschenke im Gepäck haben.

Der Nikolaus in Schwabniederhofen 

Lob, Geschenke und ein bisschen Tadel

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In glänzende Kinderaugen blickten gestern Abend Nikolaus und Knecht Ruprecht auch in Schwabniederhofen. Wir durften dabei sein, als der Heilige und sein Gehilfe Geschenke, Lob und ein klein wenig Tadel zur Familie van Denzen brachten.

Schwabniederhofen – Etwas traurig war Sophia gestern schon, als sie mittags aus der Schule kam. Die Achtjährige geht seit Herbst in die dritte Klasse der Grundschule in Altenstadt, doch der Nikolaus kam gestern nur zu den Erst- und Zweitklässlern. „Ich habe ihn gar nicht mehr gesehen“, sagt das Mädchen, als sie am Abend mit ihren Eltern und Geschwistern im Esszimmer des Hauses in Schwabniederhofen sitzt. Jetzt hofft sie, dass der Heilige persönlich bei ihr vorbeikommt.

Immer wieder klingelt es an der Tür, doch der Nikolaus ist es nicht. Dafür sind es liebe Freunde, Oma, Opa und noch ein paar andere Gäste, die vorbeischauen. Sophias Geschwister Sarah (10) und Simon (13) sowie die Freunde Basti (7) und Maxi (13) sind mit ihren Eltern gekommen. Alle warten sie, ob der große Moment kommt. Mama Agnes van Denzen hat die leckeren Plätzchen auf den Tisch gestellt, die Kerzen brennen, es ist angerichtet. „Vor dem Krampus habe ich schon ein bisschen Angst“, meint Sophia. „Weil er immer so gruselig gekleidet ist“, ergänzt ihre Schwester Sarah. Vor dem Nikolaus fürchten sich die zwei aber nicht: „Mama hat gesagt, dass er alles sieht, was wir machen“, sagt Sophia. Und letztes Jahr muss er sie beim Einkaufen in Schongau beobachtet haben: „Ich hatte ein paar Klamotten gesehen. Die Mama hat sie mir aber nicht gekauft. Dann habe ich sie vom Nikolaus bekommen“, erinnert sich die Achtjährige begeistert.

Währenddessen sitzt Basti dicht bei seinem Papa und spitzt die Ohren. Immer, wenn er etwas verdächtiges hört, verschwindet er unter dem Tisch. „Wenn der Krampus kommt, kriech’ ich unter Papas T-Shirt“, kündigt der Bub an. Doch der Nikolaus und der Krampus lassen weiter auf sich warten. Langsam werden auch die älteren Geschwister nervös: „Ich würde es gar nicht lustig finden, wenn heute der Krampus mitkommt“, meint Simon in sorgenvoller Erwartung.

Verkürzen sich die Wartezeit: Sophia und Basti basteln in der Küche Papier-Schneeflocken.

Dann, plötzlich ist das Läuten von Knecht Ruprechts Glocke zu hören. Der Nikolaus betritt mit Stab und Goldenem Buch das Wohnzimmer, dicht gefolgt vom Krampus. Zuerst sind Basti und Maxi an der Reihe, die viel Lob und ein bisschen Tadel vom Heiligen zu hören bekommen. Basti, der vorsichtig unter dem Tisch hervorgekrochen kommt, ist in der Schule gut und auch sehr hilfsbereit. Nur ein bisschen mehr Gemüse sollte er essen und sein Zimmer aufräumen, meint der Nikolaus. Auch Maximilian könnte sich etwas gesünder ernähren und weniger Zeit am Handy verbringen. Aber er ist ein toller Fußballer.

Dann ist Simon an der Reihe: „Knecht Ruprecht, ein kleiner Hieb wäre nicht verkehrt“, meint der Nikolaus zu seinem Gehilfen, der mit der Rute zu einem sanften Klaps ausholt. Zwar ist der 13-Jährige brav, spielt Fußball und ministriert, aber mit den Hausaufgaben nimmt er es manchmal nicht so genau. „Jaaa, aber nicht so oft“, räumt Simon ein. Seiner Schwester Sarah bleibt die Rute erspart – obwohl auch ihr Schreibtisch oft zu voll ist und sie ihre Hausaufgaben am Küchentisch macht.

Und Sophia strahlt die ganze Zeit. Auch sie lobt der Nikolaus für ihren Einsatz als Verteidigerin im Fußballverein („du unterstützt den Torwart“), und er gratuliert zur Erstkommunion. Aber auch sie könnte nach dem Spielen mit der Barbie öfter aufräumen.

Der Heilige ist milde gestimmt. „Ihr drei haltet zusammen und helft euch gegenseitig“, lobt er. Die Mädchen singen für den Nikolaus ein Lied vom Schlittenfahren, danach spielt Sophia ihm noch auf der Flöte das Lied „Ihr Kinderlein kommet“ vor. Es gibt Geschenke, die Ausbeute ist beachtlich: „Leggins, Kopfhörer und Hausschuhe“ stecken zum Beispiel für Sophia im Sack. Als der Nikolaus weg ist, bemerkt Basti, dass sein Bart nicht echt war. „Dann war es sein Helfer“, meint Sophia.

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