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Mit Hilfe der Bergwacht wurde der Soldaten  aus 15 Meter Höhe abgeseilt.

Rettung im Sachsenrieder Forst

Bergwacht holt Soldaten vom Baum

Mit der Landung in einem Baumwipfel endete am vergangenen Mittwoch der Fallschirmabsprung eines Soldaten aus Altenstadt. Aus eigener Kraft konnte sich der junge Mann nicht mehr befreien. In über 15 Meter Höhe baumelte er im Sachsenrieder Forst hilflos in der Luft – bis ihn schließlich die Bergwacht aus seiner misslichen Lage befreite.

Altenstadt/Dienhausen – Das Wichtigste vorab: Der Soldat blieb nahezu unverletzt. „Er zog sich lediglich eine leichte Schnittwunde an rechten Wange zu“, berichtete Hauptmann Andreas Rindle, Presseoffizier des Ausbildungsstützpunkts Luftlande/Lufttransport in Altenstadt.

Aber der Reihe nach: Training war am Mittwoch bei den Fallschirmspringern in Altenstadt angesagt. Die Soldaten übten einen taktischen Sprung. Von einem Sky-Van-Flieger ließen sich die Springer (insgesamt vier Trupps) in zwei Flügen vom Startplatz in Altenstadt auf 3000 Meter Höhe bringen. Von dort wurde abgesprungen. Der später verunglückte Soldat war im ersten Trupp der letzte Mann, der aus dem Flugzeug ging.

Nach einem freien Fall über 1000 Meter Höhe wurden 2000 Meter über dem Boden die Fallschirme geöffnet. Die Soldaten hatten den Auftrag zu einem Gleitflug, der sich über sechs Kilometer erstrecken sollte. Als Landeplatz war eine freie Wiese nahe der Crescentia-Kapelle bei Dienhausen vorgesehen.

Die Springer hatten ihr Gepäck zuvor abgelassen, das bedeutete, es hing etwa acht Meter unterhalb der Füße in der Luft . Als der letzte Mann aus dem ersten Trupp bemerkte, dass der notwendige Auftrieb für den Fallschirm fehlte, um die angepeilte Wiese zu erreichen, leitete er in einem Notverfahren eine Baumlandung ein. Er blieb im Mischwald an einer Buche hängen, und sein Fallschirm verhedderte sich in einer Höhe von rund 15 Metern.

Der Springer blieb unverletzt, konnte sich aber alleine nicht mehr aus seiner misslichen Lage befreien. Auch die alarmierte Feuerwehr aus Schongau mit ihrer Drehleiter konnte den Soldaten wegen des unwegsamen Geländes nicht erreichen. Deshalb wurde von der Integrierten Rettungsleitstelle in Weilheim noch die Bergwacht Steingaden-Peiting hinzugezogen.

Um den Gleitschirm- bzw. Fallschirmpiloten nicht zu gefährden, erfolgt eine Rettung aus Bäumen – wie in diesem Fall – immer bodengebunden. „Durch den Downwash des Hubschraubers könnte sich der Schirm wieder entfalten und der Pilot nach unten stürzen oder durch abgeknickte Baumwipfel verletzt werden“, erläuterte Bergwacht-Einsatzleiter Sepp Schleich das Vorgehen. Für die Bergung aus Bäumen verfüge jede Bergrettungswache über ein Baumbergegerät, das bayernweit standardisiert eingesetzt werde.

„Jeder Bergwachtmann ist im Umgang mit diesem geschult und trainiert jährlich die Bergung im Zentrum für Sicherheit und Ausbildung in Bad Tölz“, teilte Schleich mit.

Ein Bergretter stieg mit Hilfe der Baumsteigeisen zum Piloten hinauf, brachte Sicherungsleinen an und seilte den Fallschirmspringer zum Boden ab. Im Anschluss wurde noch der Schirm des Soldaten aus dem Baum geborgen, und somit war der Einsatz für die Bergwacht Steingaden-Peiting beendet.

„Es ist besser, so ein Unfall passiert im Training als bei einem Ernstfall“, teilte Hauptmann Andreas Rindle mit. Der Soldat habe sich bei seiner Notlandung völlig richtig verhalten, indem er die entsprechenden Sicherungsmaßnahmen traf und abgewartet habe, bis bis Retter vor Ort waren.

Der 25-jährige Soldat wurde vorsichtshalber ins Krankenhaus nach Schongau eingeliefert. Dort konnte aber schnell Entwarnung gegeben werden.

mg

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