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Sie haben den Dokumentarfilm über Flüchtlinge erstellt: Schüler der 5. und 6. Klasse der Schönach-Schule Altenstadt mit (v.li.hinten) Elisabeth Geiger, Jörg Münsterer, Klassenlehrer Andreas Mroß und Konrektorin Michaela Steber. 

Schönach-Schule Altenstadt

Schönach-Schüler drehen Film mit und über Flüchtlinge

Zwölf Schüler der Schönach-Schule haben sich ein Jahr lang mit der Flüchtlingsthematik beschäftigt. Heraus kam ein 45 Minuten langer Dokumentarfilm, in dem die Schüler ihre Begegnungen mit Flüchtlingen, Interviews mit Bürgermeister, Pfarrer und etlichen Bürgern aus der Gemeinde aufgearbeitet haben.

Altenstadt – Während des gesamten Projekts wurden die Altenstadter Schüler von Klassenlehrer Andreas Mroß, Sozialpädagoge Jörg Münsterer und Praktikantin Elisabeth Geiger begleitet und beraten. Wo nötig, hat Konrektorin Michaela Steber die Arbeiten zu diesem Projekt unterstützt. „Jeder Schüler war während der Arbeiten für dieses Projekt wichtig, hat bei den Interviews eigene Vorstellungen eingebracht,“ sagt Münsterer.

Für den Einstieg waren Schüler der 5. und 6. Klasse und Lehrer zunächst für zwei Tage in Klausur in der Langau. Flüchtlinge wurden eingeladen ihnen zu erzählen, was sie auf ihrer Flucht nach Deutschland erlebt haben. „Das war praktisch der Grundstein für den Dokumentarfilm“, sagt der Klassenlehrer. Am Anfang des Filmes haben sich die Schüler selbst erst einmal vorgestellt. Mit einbezogen hatten sie Siegfried Mroß (75), den Vater ihres Klassenlehrers, der selbst 40 Jahre lang Lehrer gewesen ist –, und Flüchtlingsbuben. „Warum bist Du hier“? „Weil hier alles besser ist und weil alle sehr nett sind zu mir“, meinte der junge Syrer, der zusammen mit 3000 Flüchtlingen aus dem Irak, Pakistan und Afghanistan nach Deutschland gekommen ist. Die Schüler freuten sich, dass er, Amron heißt er, mittlerweile mit seinem Vater in Altenstadt sein kann und Freunde gefunden hat.

Drei Themen waren den Schülern wichtig. Bürgerkrieg, wirtschaftliche Not und Unterdrückung. In den Interviews haben die Schüler ihre Gesprächspartner richtiggehend gelöchert. So auch ihren ehemaligen Rektor Jörg Walter, Pfarrer Karl Klein und Altenstadts Bürgermeister. Albert Hadersbeck machte kein Geheimnis daraus, dass es nicht einfach gewesen sei, bis zu 120 Flüchtlinge unterzubringen. Im Umgang mit Flüchtlingen habe er gute Erfahrungen gemacht. „Es gab bisher keine Beschwerden.“

Die Schüler haben auch Flüchtlinge zum Frühstück in ihre Schule eingeladen. „Herzlich willkommen“, stand auf der Tafel. „Da haben wir gemerkt, dass Pünktlichkeit für die Flüchtlinge sehr schwierig ist“, brachte einer der gastgebenden Schüler seinen Eindruck auf den Punkt.

Und ein paar Verhaltensregeln gaben die Schüler den Flüchtlingen auch mit auf den Weg. „Wenn man sich begegnet, grüßt man sich. Und Erwachsene duzt man nicht, sagt Sie zu ihnen.“ Münsterer lobte am Ende des Films: „Ihr wart alle sehr gut, ich bin stolz auf Euch.“ Reichlich Applaus bekamen die Schüler bei der Film-Premiere von ihren Eltern, Mitschülern, Freunden und den anwesenden Flüchtlingen.

Walter Kindlmann

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