Pfarrer Siegfried Beyrer gab am Wochenende den Segen für den Abschluss der zwölf Jahre dauernden und 1,36 Millionen Euro kostenden Flurneuordnung in Schwabniederhofen.
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Pfarrer Siegfried Beyrer gab am Wochenende den Segen für den Abschluss der zwölf Jahre dauernden und 1,36 Millionen Euro kostenden Flurneuordnung in Schwabniederhofen.

1,36 Millionen Euro Kosten

Flurneuordnung in Schwabniederhofen „war keine leichte Sache“

Nach genau zwölf Jahren ist die insgesamt 480 Hektar umfassende Flurneuordnung Schwabniederhofen abgeschlossen worden. Das gesamte Verfahren hat 1,36 Millionen Euro gekostet.

Schwabniederhofen/Altenstadt – Am vergangenen Samstag ist mit der Segnung des von Bildhauer Paul Ressl geschaffenen Gedenksteins am Aussichtsplatz auf dem Ochsenbichl (ein Kilometer westlich von Schwabniederhofen) die Flurneuordnung symbolisch abgeschlossen worden. Dazu eingeladen waren Beteiligte aus dem Amt für ländliche Entwicklung Oberbayern, Mitglieder der Teilnehmergemeinschaft Schwabniederhofen, von der Flurneuordnung betroffene Grundstücksbesitzer aus dem Ort, Gemeinderäte und Handwerker.

Angesichts des regnerischen Wetters bat Altenstadts Bürgermeister Albert Hadersbeck um kurze Reden und versprach dafür ein längeres Mittagessen. Pfarrer Siegfried Beyrer hielt sich daran aber nicht: Der Ruhestandspfarrer meinte, er brauche schon etwas länger. Schmunzelnd sagte er: „Ich habe ja schon viel gesegnet, dies hier allerdings ist ein einmaliges Ereignis.“ Und er sprach über Grund und Boden und darüber, dass Bürgermeister Hadersbeck „mit Klugheit und Taktik“ es geschafft habe, alle Betroffenen unter einen Hut zu bringen.

Flurerneuerung in Schwabniederhofen: Zusammenarbeit mit Amt für ländliche Entwicklung

Ortswechsel in den Gasthof Janser in Schwabniederhofen: Reinhold Volger vom Amt für ländliche Entwicklung ließ dort in seiner Rede die zwölf Jahre Flurneuordnung Schwabniederhofen Revue passieren. Im Jahr 2007 wurde die Flurneuordnung durch das Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern angeordnet. Bei einer Verfahrensgröße von 480 Hektar waren es allein 130 Besitzstände mit zusammen 450 Grundstücken. Es wurden zwölf Kilometer Asphaltstraßen auf neuer oder alter Trasse gebaut, nicht mehr benötigte Wege renaturiert und etliche tausend neue Bäumchen gepflanzt.

Volger war der Leiter des gesamten Verfahrens, bedankte sich bei Bürgermeister Hadersbeck: „Es war kein Nebeneinander, auch kein Gegeneinander, sondern immer ein wunderbares Miteinander.“ In Richtung Peter Schießl sagte er, „er war in der Teilnehmergemeinschaft vor Ort immer mein verlängerter Arm“.

Gutschein für ein kleines Apfelbäumchen: Reinhold Volger (re.) vom Amt für ländliche Entwicklung Oberbayern überreicht ihn an Bürgermeister Albert Hadersbeck.

Für Volger ist nach Abschluss des Verfahrens klar: „Hier wurde für die Gemeinde und auch für die Landwirtschaft viel Positives geschaffen.“ Er ermunterte dazu, für die Nachkommen das Erreichte zu bewahren.

Flurerneuerung in Schwabniederhofen: Wege wurden vermessen

Albert Hadersbeck indes machte kein Hehl daraus, dass „die Flurneuordnung keine leichte Sache war“. Chancen für eine Flurneuordnung, Vorbehalte beim Tausch von Grundstücken und die Sorge um eine Kostenbeteiligung beim Wegebau seien ausgiebig diskutiert worden.

Erst mit der Zusage der Gemeinde, die Kosten für den Wegebau zu übernehmen, seien die Bedenken vieler Beteiligter ausgeräumt gewesen. Dabei ging es immerhin um 100 000 Euro. Ihm sei von Anfang an wichtig gewesen, die Eigentümer finanziell nicht zu belasten. Reinhold Volger wurde von Hadersbeck als „Vater der Flurneuordnung mit sicherem Wegenetz“ bezeichnet.

Übrigens sind im Zuge des Flurneuordnungs-Verfahrens sämtliche betroffenen Wege vermessen worden. Auch die Besitzer haben ihre Grundstücke vermessen bekommen. „Das ist heutzutage nicht so lustig“, meinte Rathauschef Hadersbeck und überreichte Reinhold Volger und Christian Linhart den Flyer für den Kapellen-Rundwanderweg.

VON WALTER KINDLMANN

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