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Erich Steiner sorgte mit seiner Drehorgel für unterhaltsame musikalische Einlagen bei der Südlesung des Landsberger Autorenkreises, dem auch zahlreiche Hobby-Autoren aus dem Raum Schongau/Peiting angehören.

Südlesung in Schwabniederhofen

Autoren machen sich sonnige Gedanken unter prasselndem Regen

Die „Sonne“ beschworen haben die Mitglieder des Landsberger Autorenkreises bei ihrer Südlesung im Gasthof Janser in Schwabniederhofen: Während draußen der Regen prasselte, sinnierten sie drinnen über Sommer, Sonnenschein und Urlaub.

Schwabniederhofen – „Die Sonne bestimmt unseren Tagesrhythmus, schenkt Leben und Inspiration“: Mit diesen Worten begrüßte Organisatorin Marianne Porsche-Rohrer die Hobby-Autoren und erzählte die Geschichte von der Maus Frederick, die, statt Vorräten für den Winter lieber Sonnenstrahlen sammelte – und ihre Freunde dann mit sonnigen Gedanken wärmen konnte.

Für sonnige Stimmung bei der Südlesung sorgte Erich Steiner aus Peiting mit seiner Drehorgel, auf der er „Stücke, die nicht so ganz typisch für die Drehorgel sind“ wie zum Beispiel eine Interpretation des Herbert Grönemeyer-Songs „Alkohol“ oder ein selbstkomponiertes Stück präsentierte, das von einem asiatischen Basar erzählte.

Zufällige Begegnung eines Regenschirms mit einer Nähmaschine

Den Anfang der Lesung bestritt Thomas Glatz, dessen Name wie bei den Lesungen üblich, aus einem Körbchen gezogen wurde. Unter dem Titel „Ein Schöpfungstag“, präsentierte er Wortakrobatik wie „der Horizont ist wie die zufällige Begegnung eines Regenschirms mit einer Nähmaschine auf dem Seziertisch“.

Paul Wendland machte sich Gedanken über die Wirkung von Worten, die zwischen „geladene Pistole“ und „Himmelsbote“ pendelt. Fred Fraas stellte einem Liebesgedicht einen „Mord in der Südsee“ gegenüber, und Carmen Kraus präsentierte in vier Gedichten nachdenkliche Zeilen über das Leben an sich.

Helmut Glatz hatte gar eine Lachgeschichte mit dem Titel „Weinerlich und Leuchteprinz“ mitgebracht. Das Märchen handelte von einem Prinzen, der versuchte, den König Weinerlich und seine Untertanen zum Lachen zu bringen, um die Hand der Königstochter zu gewinnen.

Lausbubengeschichten zum Schmunzeln

Lore Kinzel hingegen schuf mit ihren Gedichten „Sommer“ und „Sonnenlächeln“, kleine sommertypische Bilder, zum Beispiel, wenn sie ihr hitziges Gesicht in klaren Bächen kühlt. „Lausbubengeschichten“ zum schmunzeln las Theresa Schermer gekonnt und mit schauspielerischem Talent vor. „Kinder tragen die Sonne im Herzen. Deshalb schreibe ich narrisch gerne über Kinder“, begründete sie ihre Wahl.

Dieter Vogel erinnerte sich in seiner Geschichte an einen Urlaub auf der griechischen Insel Chios, in dem er auf einem wunderschönen Balkon in der Sonne sitzen, auf die Bucht schauen und dem Zirpen der Grillen lauschen konnte.

Scherzgedichte zum Schluss

Zum Schluss der Lesung stellte Hans Schütz einige seiner Scherzgedichte vor: „Für jeden Ort, in den ich komme, schreibe ich ein Gedicht“, erklärte der Peitinger. Die tragen dann Titel wie „Tanzdrama in Schwabniederhofen“, „Wie ein Mann aus Altenstadt zuletzt zu seiner Frau gehalten hat“ oder „Tragödie in Erbenschwang“.

Die Südlesung war weder ein Drama, noch eine Tragödie, sondern ein unterhaltsames Treffen unter Gleichgesinnten, das gesellig ausklang.

URSULA FRÖHLICH


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Biergenuss kann beflügeln. Für die Südlesung des Landsberger Autorenkreises in der Altenstadter Maxbrauerei hatten sich sage und schreibe 18 Wortakrobaten zur öffentlichen Lesung angemeldet.

Die traditionelle japanische Gedichtform „Haiku“ hat der Lechpoet Hans Schütz zum Thema seines neuen Buchs „Alles Haiku“, illustriert von Lore Kienzl, gemacht.

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