Garnelen sind eine begehrte Delikatesse aus dem Meer – oder aus der Garnelenzuchtanlage.

Startschuss im Herbst

Garnelenzucht mit neuem Bio-Verfahren

Ist das seit Jahren geplante Großprojekt „Garnelenhof im Pfaffenwinkel“ eine unendliche Geschichte? Keineswegs, jetzt muss nur noch ein Tekturplan eingereicht und vom Landratsamt genehmigt werden, dann steht einem Baubeginn im Herbst auf dem Gelände des Heizkraftwerkes in Altenstadt nichts mehr im Wege.

Altenstadt – „Aqua-Kultur ist ein Zukunftsmarkt“, davon ist Christian Grundner, Geschäftsführer der geplanten Garnelen-Farm in Altenstadt, schon lange überzeugt. Deshalb hat er dieses Projekt zielstrebig vorangetrieben und weiter geforscht. „Wir haben uns für ein neues Verfahren entschieden“, verrät Grundner. Im Nachhinein ist er sogar froh, dass sich das Projekt wegen der lange ungeklärten Zuschussfrage erheblich verzögert hat. Somit ergab sich die Gelegenheit für eine Umplanung. Der neue Garnelenhof kostet jetzt nicht mehr 2,5 Millionen Euro wie ursprünglich geschätzt, sondern gerade mal nur noch die Hälfte. Außerdem sei das neue Verfahren viel umweltfreundlicher und nachhaltiger, verkündet der Geschäftsführer.

Die neuen Erkenntnisse gewannen Grundner und sein Geschäftspartner Siegfried Schuster in Ostdeutschland. „Wir haben bei Dresden eine Versuchsanlage aufgebaut, und die ist erfolgreich getestet worden“, berichtet Christian Grundner.

Christian Grundner ist Geschäftsführer der geplanten Garnelen-Farm.

Es handelt sich um ein sogenanntes Bio-floc-Verfahren, das jetzt auf dem Gelände neben dem Heizkraftwerk in Altenstadt umgesetzt werden soll. Es ist ein Verfahren zur Garnelenzucht ohne Chemie, denn das Wasser wird von Bakterien gereinigt.

Sicherlich kommt Christian Grundner auch zugute, dass er in Bremerhaven eine Ausbildung zum Fisch-Sommelier gemacht hat und sich bei diesem Thema jetzt noch besser auskennt. Bio-Forellen züchtet er bereits.

Der Zeitplan in Altenstadt sieht vor, dass nur noch ein Tekturplan nachgereicht werden muss, weil mit dem neuen Verfahren keine versetzte Bodenplatte mehr erforderlich ist, sondern eine einheitliche. Die Baugenehmigung für die Halle ist ja bereits erteilt. Sobald das Landratsamt Weilheim-Schongau „grünes Licht“ für den Tekturplan gibt, kann mit dem Humus-Abschub begonnen werden. Dann wird die Bodenplatte eingebracht, und die Halle kann aufgestellt werden.

Über den Winter soll es dann mit dem Innenausbau weitergehen: Wasserbecken, Rohranschlüsse und Installation der technischen Ausstattung, die längst nicht mehr so aufwändig ist wie bei der ursprünglichen Planung.

Die Betreiber des Garnelenhofs in Altenstadt gehen von einer Jahresernte von zwölf bis 15 Tonnen aus. Ein Zukunftsmarkt, denn das Meer gebe auf Dauer nicht mehr soviel her, was an Meeresfischen und Garnelen von der Menschheit benötigt wird, sagt Grundner.

Und wie sieht’s mit einer Bezuschussung des Garnelenhofs in Altenstadt aus? Auch da hat sich Grundner längst erkundigt. Fördermittel gibt es hierfür aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) – und zwar bis zu 250 000 Euro.

Übrigens: In Langenpreising im Landekreis Erding gibt es bereits seit über zwei Jahren eine Garnelenzuchtanlage – es ist die größte in Europa.

Michael Gretschmann

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