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Mit Maske, aber nicht weniger feierlich: Die Soldaten legten am Freitag unter den Augen ihres Kommandeurs Robert Badstübner (hinten) in Altenstadt ihren Eid ab.

Ungewöhnlicher Vereidigungsappell

Vereidigung im Zeichen der Corona-Krise

Ganz im Zeichen der Corona-Krise stand der Vereidigungsappell des Feldwebel- und Unteroffizieranwärterbataillons 3 am gestrigen Freitag: Kein Musikkorps, kein vorangehender Gottesdienst, keine Angehörigen der Soldaten und lediglich eine begrenzte Anzahl von Ehrengästen.

Altenstadt– Oberstleutnant Robert Badstübner freute sich, dass dieser Appell unter Beachtung der geltenden Regeln trotz alledem durchgeführt werden konnte. Und damit ein Zeichen in Richtung Normalität gesendet werden könne. Auf dem Weg zu einer neuen Normalität freut sich der Bataillonskommandeur, dass er mit den Bürgermeistern aus Schongau und Altenstadt, Militärpfarrerin Haike Ranke und Oberstleutnant Udo Francke „wenigstens die engsten Freunde des Bataillons begrüßen darf“.

Penibel hat das Ausbildungsbataillon die Schutzmaßnahmen Covid 19 umgesetzt: Auflockerung in allen Bereichen, angepasste Gruppen- und Zugstärke, Unterrichte statt mit bisher 48 nunmehr lediglich mit zehn Soldaten, enge Abstimmung mit dem Amtsarzt der Bundeswehr, Nutzung von zwei Duschcontainern und konsequente Umsetzung des Schutzkonzeptes des Bataillons.

Keine Fahnenabordnungen der umliegenden Veteranenvereine

Der Vereidigungsappell der 122 Soldaten und Soldatinnen war daher auf der Fallschirmwiese in der Kaserne von den Corona-Auflagen geprägt. Keine Fahnenabordnungen der umliegenden Veteranenvereine, keine Fallschirmsprünge auf die Wiese und befremdlich für diesen Anlass, dass die Märsche und der Choral „Das Bayerische Militärgebet“ zur Eidesformel vom Band gespielt werden mussten.

Premiere für den neuen Bürgermeister: Rathauschef Andreas Kögl schritt zusammen mit Kommandeur Robert Badstübner die Parade ab.

Alles andere war wie immer bei den sieben Vereidigungsappellen vorher in der Verantwortung des Bataillonskommandeurs. Oberstleutnant Badstübner betrachtete den Appell aus seinem persönlichen Blickwinkel. Er sprach über den Diensteid und dessen weitreichen Bedeutung, die man schon im Wortlaut erkennen könne. „Damit gehen Sie eine ganz besondere Verpflichtung ein für die Gesellschaft, wie es nur wenige andere tun.“ Badstübner sagte auch, der Einsatz von Gesundheit und Leben sei nicht selbstverständlich. Persönliche Interessen und Bedürfnisse müssten künftig zurückgestellt werden. Sich über das allgemeine Maß hinaus für andere einzusetzen, sei für Teile der heutigen Gesellschaft nicht mehr nachvollziehbar. Was zunächst im Ausbildungsdienst in den Heimatstandorten als normaler und sicherer Job mit sporadischen Härten und angenehmer Bezahlung wahrgenommen werde, sei im Ernstfall definitiv etwas anderes als „normal und sicher“. Der Bataillonskommandeur appellierte an die zukünftigen Führer, Erzieher und Ausbilder: „Seien Sie wissbegierig, zeigen Sie Kameradschaft, seien Sie kritikfähig und selbstkritisch und letztendlich geben Sie niemals auf.“ Nach 20 Dienstjahren könne er sagen, dass es sich lohne, den inneren Schweinehund zu überwinden und die Anstrengungen auf sich zu nehmen.

Seine Eindrücke in die Ausbildung der Lehrgangsteilnehmer präsentierte anschließend Oberstabsgefreiter Yassin Konstantinov: „Statt Jogginganzug gab es Uniform, Sportschuhe wurden durch Stiefel ersetzt, der Kugelschreiber durch ein Gewehr und einen 20 Kilogramm schweren Rucksack.“ Für sich persönlich könne er betonen, „der Soldatenberuf verlangt uns viel ab, er gibt auch viel“.

Bürgermeister: Bevölkerung steht Soldaten wohlwollend gegenüber

Altenstadts neuer Bürgermeister Andreas Kögl sagte, es sei spürbar, dass die Bevölkerung wohlwollend den Soldaten gegenüberstehe. „Sie setzen sich für Werte und Gemeinschaft ein, dafür werden Sie in der Bevölkerung hochgeschätzt.“ Zum Gelöbnis wurde der Choral „Bayerisches Militärgebet“ gespielt und am Schluss der Gelöbnisfeier gemeinsam die Bayern- und die Deutsche Hymne gesungen.

WALTER KINDLMANN

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