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Über ihre ganz persönlichen Eindrücke während des Lehrgangs sprechen Frau Jäger Tefelawit Goitom und Stabsunteroffizier Steve-Marc Bohn.

Vereidigung in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne

Mit Herz und Verstand führen

„Sie schwören heute, gegebenenfalls Ihre Gesundheit und im höchsten Fall Ihr Leben zur Verteidigung des Rechts und der Freiheit des deutschen Volkes einzusetzen“, sagt Oberstleutnant Roland Pietzsch, Kommandeur des Feldwebel- und Unteroffizieranwärter Bataillon 3, zu den 240 angetretenen Lehrgangsteilnehmern am Appellplatz in der Kaserne. Bei der feierlichen Zeremonie legen diese gemeinsam ihren Eid ab.

Altenstadt – Beeindruckend, überzeugend, richtungsweisend. Drei Schlagworte, mit denen der Vereidigungsappell am Donnerstag in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne in aller Kürze beschrieben werden könnte. Beeindruckend vor allem das große Interesse von Eltern, Ehe- und Lebenspartnern, Freunden und Verwandten, an diesem Tag mit dabei zu sein. Weite Strecken wurden von ihnen quer durch die Republik zurückgelegt. Gleich zehn Mann hoch kam Familie Galiwoda aus Ansbach nach Altenstadt, um bei ihrem Jäger Jan zu sein. Wobei sich der Jäger auf den Dienstgrad des Soldaten bezieht. „Das ist doch eine einmalige Sach, die nie mehr wiederkommt“, beschreibt es das Oberhaupt der Familie.

Dicht an dicht stehen die über 300 Gäste, als die Soldaten der 2. Kompanie unter Führung von Hauptmann Kim Borr nach Trommelschlag einmarschieren. Es folgt unter Pauken und Trompeten das Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr aus Garmisch-Partenkirchen, vorneweg Dirigent Hauptmann Markus Fees. Exakter Gleichschritt, professionelle Intonation. Der „Regimentsgruß“ lässt grüßen. Dahinter Fahnenabordnung und Ehrenzug, von Oberleutnant Alexander Thomas kommandiert. Nach Meldung an den Kommandeur Oberstleutnant Roland Pietzsch Abschreiten der Front. Der Kommandeur, Landtagsabgeordneter Harald Kühn und Bürgermeister Albert Hadersbeck sowie der Führer der Paradeaufstellung, Major Felix Weller, übernehmen diesen Teil des Protokolls.

Ein Novum bei der Vereidigung: Erstmals erzählen zwei Lehrgangsteilnehmer über ihre Erfahrungen während des Lehrgangs. Den Vorrang hat Frau Jäger Tefetawit Goitom. „Wir lernten während der Ausbildungszeit, was Kameradschaft und eine fundierte und strukturierte Ausbildung bedeutet“, sagt sie. Sie schildert ihre Eindrücke von der Einkleidung bis hin zu den Übungsmärschen. „Es ging nicht mehr um uns alleine, sondern um uns als Gemeinschaft“, so ihr Fazit. Für die junge Soldatin am eindrucksvollsten der erste scharfe Schuss mit der Handfeuerwaffe auf der Schießbahn.

Auch ihr Kamerad Stabsunteroffizier Steve-Marc Bohn erzählt von seinen ersten Erfahrungen. Jetzt weiß er, was ein vollbepackter Rucksack bei einer Übung über eine längere Strecke bedeutet. Vor allem zeigt er sich beeindruckt, die Erfahrung gemacht zu haben, was es heißt, „seinen Schweinehund zu überwinden.“

Richtungsweisend die Rede des Kommandeurs Roland Pietzsch. Er erinnert, dass die Lehrgangsteilnehmer mit der Vereidigung einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum militärischen Führer gehen. Darüber hinaus unterstreicht er, dass die Soldaten mit diesem Schwur eine herausragende und nachhaltige persönliche Verpflichtung für die Bundesrepublik Deutschland übernehmen. „Sie nehmen damit nicht nur Einschränkungen in Ihrer persönlichen Lebensführung in Kauf, vielmehr binden Sie Ihre Person, um in der Bundeswehr zum Erhalt unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung beizutragen“, so der Kommandeur.

Vereidigung der jungen Soldaten: An der Truppenfahne legen sie ihren Eid ab.

Zur Vereidigung tritt eine Abordnung von sechs Soldaten aus der angetretenen Formation vor die Truppenfahne. Das Musikkorps intoniert das Bayerische Militärgebet. Dann der Treueeid. Der Schwur, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. Mit dem Schlusssatz: So wahr mir Gott helfe!

Es folgt die Bayern- und Nationalhymne, der Ausmarsch der Ehrenformation und zum krönenden Abschluss das ganz persönliche Erinnerungsfoto mit der Familie. Wie gesagt: „Eine einmalige Sach.“

Hans-Helmut Herold

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