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Am Altenstadter Kriegergrab legte Walter Taubenberger (r.), Vorsitzender des Soldaten- und Veteranenvereins, einen Kranz nieder. Pfarrer Siegfried Beyrer bat, „lasst uns zu Gott beten, er möge uns zum Werkzeug des Friedens werden lassen“. 

Volkstrauertag

Blindheit, Hass und Gewalt gibt es auch nach den Weltkriegen

Mahnende Worte fielen am Volkstrauertag in Altenstadt: Auch nach den verheerenden Weltkriegen seien Blindheit, Hass und Gewalt weiter aktiv.

Altenstadt – „Der Volkstrauertag mahnt uns, der Kriegsopfer zu gedenken, über den Gräbern für Frieden zu beten und uns für ein friedvolles Zusammenleben einzusetzen.“ Das sagte Walter Taubenberger am Kriegergrab auf dem Altenstadter Friedhof. Der Vorstand des Altenstadter Soldaten- und Veteranenvereins betonte, dass sich „Deutsche und Europäer mittlerweile über 72 Jahre Abwesenheit von Krieg in unseren Landen freuen können“. Die Gräber der Opfer der beiden Weltkriege machten deutlich, dass kein Krieg aus machtpolitischen, wirtschaftlichen, religiösen oder sonstigen Gründe es wert sei, ausgefochten zu werden. Nur ständiges Reden miteinander, beharrliche und geduldige Diplomatie auf der Basis eigener Stärke könne auf Dauer eine friedliche Welt garantieren.

Die Anteilnahme sollte allerdings nicht nur den Opfern der vergangene Kriege, sondern auch den Soldaten der Bundeswehr gelten, die im Einsatz für ein friedliches Zusammenleben der Völker ihr Leben verloren hätten.

Oberstleutnant Christian Schoebel, Leiter des Ausbildungsstützpunktes Luftlande und Lufttransport, erinnerte an den 18. November 1944, als bei einem Bombenangriffen auf Berlin 2700 Menschen ums Leben gekommen sind, und an den 17. November 2008, als in der Nähe des afghanischen Faisabad drei Bundeswehr-Soldaten bei einem Selbstmordanschlag schwer verletzt wurden. „Viele Jahre nach dem Ende von zwei verheerenden Weltkriegen sind Blindheit, der Hass und die Gewalt, die aus nationaler Hybris und ideologischer Verblendung gewachsen sind, unverändert aktiv.“ Der Ausbildungsstützpunkt hatte im Juli des Tod eines Ausbilders zu verkraften, der bei einem Fallschirmsprung ums Leben gekommen ist. „Daher fühle ich mich heute, wo wir gemeinsam den Gefallen und Getöteten gedenken wollen, selber tief betroffen.“

Bürgermeister Albert Hadersbeck bedauerte am Kriegergrab der Gemeinde am Rathaus, dass die Soldaten der Bundeswehr in der Gesellschaft keine Beachtung mehr finden. Die Gemeinde sei als Bundeswehrstandort mit den bei Auslandseinstätzen dem Tod oder Verwundungen ausgesetzten Soldaten direkt konfrontiert. Taubenberger legte am Kriegerdenkmal einen Kranz nieder, die Musikkapelle intonierte dazu das Lied vom guten Kameraden.

Walter Kindlmann

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