Christian Schoebel ist Leiter des Ausbildungsstützpunktes.

Fallschirmjäger-Ausbildungsstützpunkt

Stammpersonal reduziert

Altenstadt - Eine Vortragsreihe mit unterschiedlichen Themen gehörte diesmal zum Programm am Tag der Fallschirmjäger. General a.D. Georg Bernhard sprach über die Entwicklung der Bundeswehr allgemein, General Andreas Marlow informierte über die „Division Schnelle Kräfte“. Details, die den Ausbildungsstützpunkt Fallschirmjäger und Lufttransport in Altenstadt betreffen, war ein weiteres Thema.

„Da ist vieles nebulös,“ sagte Stützpunktleiter Christian Schoebel. Das Stammpersonal wurde von 470 auf 258 Dienstposten reduziert, die Lehrgänge von zuletzt 48 auf 36. Dabei bildet die Fallschirmsprungausbildung, automatisch und manuell, für Soldaten der Bundeswehr, die Niederlande, Frankreich und Israel den Schwerpunkt der Ausbildung.

Dazu kommt die Ausbildung der Fallschirmpacker, die Fallschirminstandsetzung sowie die Luftverlade- und Luftverlastung für alle Teilstreitkräfte und die Lufttransportausbildung für Kräfte der Luftwaffe hinzu.

Der Stützpunkt besteht aus drei Inspektionen. Eine vierte Inspektion, so die Planung, wird in die französische Fallschirmspringerschule E.T.A.P. in Pau, Südfrankreich, integriert. Dort sollen Fallschirmjäger nach französischem System ausgebildet werden. Die Inspektion an der französischen Springerschule bleibt allerdings dem Stützpunktleiter in Altenstadt unterstellt.

Tandemmaster und Truppführer im Freifallspringen werden nicht nur vor Ort, sondern auch in Perris, zwei Flugstunden von Los Angeles entfernt, ausgebildet. „Insgesamt ein umfangreiches Spektrum,“ sagt Schoebel.

Schon klar, Flugzeuge sind für die Ausbildung am Stützpunkt elementarer Bestandteil. Ende 2017 ist der Flugplatz in Penzing nicht mehr nutzbar. Zehn Kilometer weiter liegt der Flugplatz Lagerlechfeld. Sollte das neue Transportflugzeug A 400 mit deutlicher Verspätung doch mal kommen, kann dieses auch in Lagerlechfeld starten und landen. Erste Erprobungen mit Freifallspringern laufen bereits, für Springer mit automatischer Auslösung sind sie im kommenden Jahr vorgesehen.

Fest steht jetzt schon das Nutzungsende für das Transportflugzeug Transall. Am 31. Dezember 2021 ist Schluss für das in den sechziger Jahren in Dienst gestellte Transportflugzeug.

Zum Thema Infrastruktur sagte Schoebel, die Kaserne befinde sich in einem hervorragenden Zustand. „Es wurde und wird viel Geld investiert.“ 22 Millionen insgesamt. Die Personallage im Ausbildungsstützpunkt, die weitere Entwicklung der Infrastruktur und auch die Einbindung in die Gemeinde bezeichnete Schoebel als gut.

Die Division Schnelle Kräfte verfügt derzeit über 9500 Soldaten der Bundeswehr und 2300 aus den Niederlanden. Ihr Auftrag besteht schwerpunktmäßig aus luftbeweglichen und – so General Marlow – aus militärischen Evakuierungsoperationen.

Zur Stärke der Bundeswehr wurde gesagt: Sie verfügt derzeit über 167 310 Zeit- und Berufssoldaten. Aufwuchs bis 31. Dezember 2016: 170 000 Zeit- und Berufssoldaten.

General a.D. Georg Bernhard, Präsident des Bundes Deutscher Fallschirmjäger, indes widmete sich bei seinem Vortrag auch dem Thema „Nachdenkliches zu 60 Jahre Fallschirmjägertruppe in der Bundeswehr“.

Walter Kindlmann

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