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Am Infostand: Brigitte Wegmann und Alexandra Rieg vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern mit Doris Bucher (von links), die sich einen Infoflyer mitgenommen hat und am Wochenende Vögel zählen will.

Eine Stunde lang Vögel beobachten und zählen

Stunde der Wintervögel: Am Wochenende wird gezählt

Altenstadt - Zur Zählaktion „Die Stunde der Wintervögel“ ruft der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) an diesem Wochenende auf. Mitmachen kann jeder, der gerne Gartenvögel beobachtet. Und es gibt sogar etwas zu gewinnen.

„Beobachten Sie gerne Vögel?“, fragten Brigitte Wegmann und Alexandra Rieg vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) die Passanten an ihrem Infostand im Feneberg-Markt in Altenstadt. Zum ersten Mal führte der LBV eine solche Aktion in Altenstadt durch, und die Reaktionen waren durchweg positiv. Gerade im Winter macht es vielen Menschen Spaß, die gefiederten Zeitgenossen am Futterhäuschen zu beobachten. Rotbauchige Gimpel, zierliche Meisen, farbenfrohe Stieglitze (Vogel des Jahres 2016), Kernbeißer mit ihrem markanten kräftigen Schnabel oder auch vorwitzige Spatzen und verschiedene Finkenarten bedienen sich gerne am bereitgestellten Futter.

„Es waren einige, die sich das Infoblatt mitgenommen haben. Mehrere haben die Aktion auch schon gekannt“, so Alexandra Rieg. Seit zehn Jahren beteiligt sich der LBV an der bundesweiten Zählaktion des Naturschutzbunds. Durch das Zählen der Gartenvögel und die Auswertung der Ergebnisse können Entwicklungen und Trends erkannt werden, wie Brigitte Wegmann erläutert. Zum Beispiel machten die gesunkenen Zahlen bei Amseln im Garten auf eine Krankheit aufmerksam, von der diese Vogelart befallen ist.

Ein weiteres Ergebnis der Zählaktion ist es, dass manche Vogelarten im Winter nicht mehr wie gewohnt gen Süden ziehen. „Immer mehr Stare verbringen den Winter in ihrem angestimmten Gebiet“, so Brigitte Wegmann. Ebenfalls war im Landkreis Weilheim-Schongau zu beobachten, dass Störche hier sogar den Winter verbringen.

Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen wird im Winter die Alpendohle in Ortschaften gesichtet. Das Beobachten und zählen der Vögel im Garten ist also nicht nur interessant und macht Spaß, sondern kann auch der Wissenschaft neueste Erkenntnisse bringen.

Wie das funktioniert, erklärte Brigitte Wegmann zum Beispiel Doris Bucher, die sich einen Flyer mitnahm: „In der Zeit vom 8. bis 10. Januar für eine Stunde lang die Vögel im Garten nach Arten registrieren und das Ergebnis an den LBV melden.“ Ganz einfach also. Wichtig ist es, jeweils nur die gleichzeitig gesichtete Höchstzahl einer Art zu melden, um Mehrfachzählung zu vermeiden.

Für Doris Bucher, die immer wieder Probleme mit Katzen am Futterhäuschen hat, hatte die Expertin auch noch einen Tipp parat: Eine Futterstation, die aufgehängt werden kann, ist für lauernde Katzen nicht so leicht zugänglich. Zudem hygienischer als das klassische Futterhäuschen, das regelmäßig gereinigt werden muss, um nicht zur Übertragungsstätte von Krankheiten zu werden. Zudem sollte man beim Futter auf gute, Ambrosia-freie Qualität achten. Die Pollen der Ambrosia-Pflanze, mit denen Vogelfutter oft verunreinigt ist, können nämlich Allergien auslösen.

Wichtige Tipps und Hinweise zur Winterfütterung von Vögeln gibt es auch auf der Homepage des LBV unter www.lbv.de. Dort können Interessierte sich auch das Meldeformular für die Aktion „Stunde der Wintervögel“ herunterladen. Übrigens führt der LBV das ganze Jahr über kostenlos für Vogelfreunde, Vorträge, Exkursionen und Aktionen für Kinder durch. Die Termine sind ebenfalls auf der Homepage zu finden.

Wer die Arbeit des LBV unterstützen will, kann das als Mitglied zum Jahresbeitrag von 48 Euro (Familien 54 Euro) oder mit einer Spende (IBAN: DE47 7645 0000 0240 0118 33, BIC: BYLADEM1SRS) tun.


Ursula Fröhlich

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