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Literarisches in der Brauerei: Claus Wuchner (stehend) trug bei der Südlesung in Altenstadt ein Gedicht vor.

Autorenkreis in der Brauerei

Literarisches zum Bier

Altenstadt - Biergenuss kann beflügeln. Für die Südlesung des Landsberger Autorenkreises in der Altenstadter Maxbrauerei hatten sich sage und schreibe 18 Wortakrobaten zur öffentlichen Lesung angemeldet. Und natürlich drehte sich alles um den Gerstensaft.

„Ich bin hin und weg, dass so viele gekommen sind“, freute sich Organisatorin Marianne Porsche-Rohrer über die voll besetzten Sitzreihen. Und auch an Vortragenden war kein Mangel. Gleich 18 Autoren wollten ihre geistigen (Bier-)Ergüsse zum Besten geben. Da war, trotz Begrenzung auf fünf Minuten Vortragszeit, die meist sportlich überschritten wurde, ein langer Abend vorprogrammiert.

Gelesen wurde nach dem „Zufallsprinzip“

Alle Namen waren feinsäuberlich auf Zetteln notiert und in einem Körbchen gesammelt, aus dem reihum gezogen wurde. Wie schon im letzten Jahr war auch ein musikalischer Gast mit dabei. Erich Steiner aus Peiting präsentierte Altes und Neues auf seiner Drehorgel und bereicherte damit das Vortragsprogramm.

Den Anfang machte Porsche-Rohrer selbst, die durch ihre originellen Heilkräuter- und Kneipp-Gedichte bekannt ist. Natürlich durfte bei ihr der Gesundheitsaspekt des liebsten Trunks der Bayern nicht fehlen: „Bier ist ein gesundes Getränk, wenn es in gesundem Maße genossen wird. Die Dosis macht das Gift“, wusste sie. „Wird Bier in Massen genossen, ist des Mannes Waschbrett schnell weggeschossen.“

Auch auf den Biergenuss verzichten sollte Claus Wuchner, wenn er wie in seinem Gedicht in den Genuss „kussechter Lippen“ kommen möchte. Mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Bier und „Alkoholismus bei Tieren“, beschäftigte sich auf humorvolle Art und Weise Rudi Fichtl. „Lasst zu Eurem eigenen Wohl uns Menschen doch den Alkohol“, riet er den Tieren, die nach hochprozentigen Genüssen tierisch abstürzten.

Texte in Dialekt

„Powered by Gerstensaft“ versuchte sich Hans Schütz an drei kurzen Texten im Dialekt seines Heimatdorfs Lechbruck. Helmut Glatz verfolgte derweil Lyriker auf dem Heimweg nach einer durchzechten Nacht im Dorfkrug. Heidenore Glatz philosophierte darüber, dass Bier nicht alles richten könne: „Zwar macht es zeitweise schöner den Schatz, doch kommt erst der Kater, war es für die Katz.“

Reinhild Kjär lieferte ein bayerisches Bierdrama, bei dem die Frau beim Anblick ihres betrunkenen Gatten „bitter woana“ muss. Mit Birnenbrand (Fred Fraas), Wein (Lore Kienzl) und Whisky (Boris Schneider) waren auch noch andere Alkoholika vertreten. Und auch Beilagen wie Garnelen (Roland Greißl), Fisch (Hannelore Sasradi) und eine Brotzeit (Monika Hrastnik) durften nicht fehlen.

Dass bei soviel Alkohol auch noch Frauen betrogen wurden (Eva Hinterstößer), erbschleicherische Handlungsreisende das Zeitliche segneten (Heinz Otto Singer) und bei Biergeschwängerten Biergarten-Diskussionen das „Nicken dem Frieden dient“ (Max Dietz), wunderte schon keinen mehr.

Lachen und nachdenken

Heiteres und Nachdenkliches präsentierten schließlich Paul H. Wendland und Reinhard Wendland um das „Feuerwerk von vielen verschiedenartigen Texten“, wie Marianne Porsche-Rohrer es nannte, abzurunden. Letztere lud übrigens alle interessierten zur nächsten Lesung ein, die am 19. August um 19.30 Uhr im Deutschen Haus in Waal stattfindet. Denn aufs Bier können die Poeten vielleicht verzichten, auf Zuhörer aber nicht.

Ursula Fröhlich

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