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In drei Gruppen aufgeteilt sind die Christkindlwiaga in Peiting von Stephani bis Silvester unterwegs und überbringen die frohe Botschaft in alle Häuser. 

Alter Brauch

Christkindlwiagain Peiting unterwegs

Peiting – Seit Stephani ziehen sie wieder von Haus zu Haus, die Christkindlwiaga in Peiting und überbringen singend die Botschaft des Mensch gewordenen göttlichen Kindes.

Von diesem in Bayern wohl einmaligen Brauch zeigte sich auch Pater Thomas Valiyaparampil bei der Aussendung begeistert. Pastoralreferent Thomas Tralmer bedankte sich indes bei den Oberministranten und Monika Kirchbichler für die Vorbereitung und gesangliche Einstimmung.

Bis Silvester sind die Ministrantinnen und Ministranten in drei Gruppen im ganzen Ort unterwegs und ziehen hinaus in die Weiler bis es dunkelt. Mit einem „Gelobt sei Jesus Christus“ treten sie ein und singen ein alt überliefertes Lied.

„Es ist immer wieder ergreifend, wenn sie die weihnachtliche Botschaft überbringen, und das jüngste Kind im Haus die Wiege mit dem Jesulein bewegen darf.“ So schildert schon die Dichterin Therese Bauer-Peißenberg (1893 – 1968) eindrucksvoll das Christkindltragen, wie sie es in der heimeligen Stube vom Angerbauern erlebte. Damals war Peiting noch das größte Dorf Oberbayerns.

Auch in der neueren Literatur darf der Hinweis auf diesen einzigartigen Brauch nicht fehlen. So im 2003 im Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg/Beuroner Kunstverlag erschienenen „Das neue Krippenlexikon“. Gerhard Bogner beschreibt darin den seit dem 12. Jahrhundert vor allem in Klöstern am zweiten Weihnachtstag üblichen Brauch des „Kindleinwiegens“. Die geistlichen Frauen auf dem Nonnberg in Salzburg sollen schon im 10. Jahrhundert das Kindlwiegen mit Gesängen geübt haben.

So weit gehen in Peiting die Forschungen nicht zurück, aber hier hat sich der Brauch bis heute erhalten, und der Gesang ist heuer wieder besonders schön.

Auf Grund seiner Einzigartigkeit wurde das Christkindlwiaga in dem im Verlag Plenk Berchtesgaden 2015 erschienenen Pfaffenwinkelbuch von Manfred Amann und Hubert Mayer entsprechend gewürdigt.

Mit dem Erlös werden – wie in den vergangenen Jahren – soziale Projekte unterstützt und so das „Licht des Glaubens in alle Welt getragen“. Ein Teil der Spenden fließt in die Gruppenarbeit vor Ort. 

hg

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