Die ALS-Kandidaten für den Stadtrat: (hinten v.l.) Irmgard Schreiber-Buhl, Siegfried Müller, Renate Müller, Andreas Ohr, Ursula Ritter, Markus Keller, Heike Rüther, Ernst Buhl, Werner Kjäer, Pia Jung, (vorne v.l.) Tobias Kalbitzer, Bettina Buresch, Nina Konstantin und Gregor Schuppe. Es fehlen Carina Konstantin, Oliver Koch und Susanne Becker. foto: bse-pictures

Alternative Liste Schongau: Zwei Frauen vorne, eine Überraschung und ein Joker

Schongau - Die Alternative Liste Schongau (ALS) stellt keinen eigenen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl auf. Auf ihrer Kandidatenliste für den Stadtrat steht aber trotzdem ein möglicher Bürgermeisterkandidat.

Gregor Schuppe hatte es spannend gemacht. Wie immer hatte die ALS ihre Liste allein im stillen Kämmerlein aufgestellt, und vor der Präsentation am Donnerstagabend sprach der ALS-Vorsitzende von einem „ganz besonderen“ Kandidaten, den man vorstellen wolle. Und die Überraschung ist gelungen: Tobias Kalbitzer, der als unabhängiger Bürgermeisterkandidat antreten will, steht auf Platz drei der ALS-Liste. „Das heißt nicht, dass wir ihn als Bürgermeisterkandidaten unterstützen“, stellte Schuppe klar.

Einen eigenen Kandidaten für den Rathauschef hätte die ALS schon gerne gestellt, weil es natürlich verstärkt Aufmerksamkeit bringt, sagt Stadträtin Nina Konstantin. Doch es hat sich keiner gefunden - was letztlich aber nicht schlimm war, so Schuppe. Denn man habe alle Kandidaten der anderen Parteien eingeladen und mit einem vorbereiteten Fragenkatalog auf Herz und Nieren geprüft. Sowohl Falk Sluyterman (SPD) als auch Robert Stöhr (CSU) „verfolgen akzeptable Ziele, mit denen wir leben können“, sagte Stadträtin Bettina Buresch. UWV-Bewerber Ralf Schnabel werde noch kommen. „Wir können gelassen überlegen, wer seine Versprechen am besten einlösen wird.“

Auch Kalbitzer, der für eine Kandidatur noch einige Hürden überwinden muss, ließ sich Mitte Oktober von der ALS ausfragen. „Ich wurde da sehr offen aufgenommen“, sagt der 27-Jährige. So kam der erste Kontakt zustande. Für den entscheidenden Schritt sorgte ausgerechnet Landrat Friedrich Zeller (SPD). Der wollte wissen, was das für ein Jungspund ist, der in seiner Heimatstadt als unabhängiger Bürgermeisterkandidat antreten will. Und Zeller machte ihm klar, dass so eine Kandidatur zwar ganz nett sei. Für den Fall einer Niederlage wäre Kalbitzer aber wieder von der politischen Bühne verschwunden. „Deshalb hat Zeller mir vorgeschlagen, auch für den Stadtrat zu kandidieren.“

Sein erster Weg führte zur ALS, und dort musste Schuppe erst einmal in der Stadtverwaltung nachfragen, ob das überhaupt möglich ist. Die Antwort: kein Problem. „Bürgermeister und Stadtrat sind zwei verschiedene Posten, da gibt es keinen Interessenskonflikt“, sagte Schuppe. Kalbitzer wurde mit offenen Armen aufgenommen, was auch der prominente Listenplatz drei hinter den beiden amtierenden Stadträtinnen Buresch und Konstantin beweist. „Die Aufstellung ist sehr harmonisch verlaufen“, berichtete Schuppe, der auf Platz vier steht. Das Reißverschlussverfahren sei bis auf die ersten vier Plätze komplett durchgehalten worden, beim Alter seien mit Kandidaten von 20 bis 76 Jahren für jeden etwas dabei.

Überraschend antreten wird auch wieder Siegfried Müller, der vor mehr als einem Jahr nach 22 Jahren aus gesundheitlichen Gründen aus dem Stadtrat ausgeschieden war. „Mir geht es soweit gut, dass ich mir das Amt wieder zutraue“, sagte er. Der langjährige ALS-Stimmenkönig tritt aber nur auf Platz zwölf an, weil er der Jugend den Vortritt lassen will. Da steht auch die Familie parat: Neben seiner erneut kandidierenden Frau Renate und der Tochter Nina Konstantin tritt erstmals deren Tochter Carina (20) an. Da wurde das politische Gen offenbar gut weitergegeben. „Sie macht das freiwillig und ist nicht gezwungen worden“, stellte Nina Konstantin schmunzelnd klar. Senior ist Werner Kjäer, seit Jahren durch seine verkehrspolitischen Vorschläge bekannt.

Ziele für die Kommunalwahl wollte Schuppe nicht groß ausgeben. Es wäre nur schön, wenn vielleicht drei Bewerber den Sprung schaffen würden. Dann könnte die ALS endlich auch einmal einen Ausschuss-Sitz erhalten.

bo

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