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Suchaktion in der Ammer: Mehrere Kajakfahrer sind am Sonntag bei Hochwass gekentert, ein Mann starb in den Fluten.

Bei Hochwasser in der Ammer

Mit dem Kajak gekentert: Mann stirbt in den Fluten

Rottenbuch - Die Ammer ist unter Kajakfahrern ein beliebter Wildwasserfluss, doch gestern spielten sich im Abschnitt zwischen Scheibum, Echelsbacher Brücke und Rottenbucher Ammermühle dramatische Szenen ab. Mehrere Wassersportler kenterten, einen riss die hochwasserführende Ammer in den Tod.

„Da ist gerade eine leblose Person an mir vorbeigetrieben“, meldete gestern gegen 13 Uhr ein Kajakfahrer an die Integrierte Leitstelle in Weilheim. Sofort wurden alle möglichen Einsatzkräfte alarmiert. Zu der Rettungsaktion rückten Wasserwachtler, Feuerwehrleute, Bergwachtler sowie Sanitäter und Notarzt aus. Auch Beamte der Polizeiinspektion Schongau begaben sich zum Einsatzort. Zudem wurden der Polizeihubschrauber Edelweiß und der Rettungshubschrauber Christoph Murnau entsandt.

Gesichtet wurde der leblose Körper im Bereich der Soier Mühle bei Bad Bayersoien. Im weiteren Verlauf gelang es dem Mitteiler und drei mit ihm in einer Gruppe fahrenden Kajakfahrern, den Leblosen in der Nähe der Echelsbacher Brücke an Land zu ziehen und mit Reanimationsmaßnahmen zu beginnen. Notarzt und Sanitäter führten diese fort, konnten dem Verunglückten jedoch nicht mehr helfen.

Bilder: Kajakfahrer stirbt in der Ammer

Bei dem Verunglückten handelt es sich laut Polizeiangaben um einen 70-jährigen Mann aus dem Raum Odenwald (Hessen). Er war mit einem Begleiter zu einer Kajaktour auf der Ammer aufgebrochen. Die Ermittler gehen derzeit von einem Unglücksfall aus, denn nach den bisher gewonnenen Erkenntnissen dürfte der Mann gekentert und im Anschluss ertrunken sein. Die Leiche wurde mit Hilfe eines Hubschraubers (mit Winde) geborgen.

Verwirrung bei den eingesetzten Hilfskräften stiftete anfangs ein weiteres, leer vorbeitreibendes Kajak. Nach einiger Zeit konnte jedoch festgestellt werden, dass es sich hierbei lediglich um ein losgerissenes Boot handelte.

An dem Einsatz waren die Wasserwachten Weilheim, Schongau, Uffing und Grainau sowie Feuerwehren aus Rottenbuch, Bad Bayersoien, Schönberg, Peiting und Herzogsägmühle, die Bergwacht Bad Kohlgrub sowie Rettungssanitäter und Notarzt beteiligt. Die Einsatzleitung oblag Kreisbrandinspektor Ludwig Fernsemmer aus Peiting.

„Es war anfangs schwierig, alles zu koordinieren, weil zunächst nicht bekannt war, wieviele Kajakfahrer auf der Ammer unterwegs waren und zu welchen Gruppen sie gehörten“, teilte KBI Fernsemmer mit. Von der Wasserwacht Grainau war die Strömungsrettungsgruppe vor Ort, um die Suche mit einem Boot auf der reißenden Ammer aufnehmen. „Viel zu gefährlich“, hieß es jedoch. Die Spezialeinheit wurde zurückgehalten, aber zu diesem Zeitpunkt stand mehr oder weniger bereits fest, dass keine Wassersportler mehr in Gefahr waren. Mit Hubschraubern wurde die Ammerschlucht noch einmal abgeflogen, dann konnte um 16.10 Uhr Entwarnung gegeben werden.

Vom Kriseninterventionsteam war Notfallsseelsorger Dirk Wollenweber aus Peiting vor Ort, um die Ehefrau des Verunglückten zu betreuen. Im Feuerwehrhaus in Rottenbuch wurde eine Stelle eingerichtet, wo sich unterkühlte Kajakfahrer aufwärmen konnten. " siehe auch Bayern.

Michael Gretschmann

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