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Lagebesprechung an der Ammer: Von links Harald Mansi (Vorstandsmitglied des SPD-Kreisverbandes Weilheim-Schongau), Florian von Brunn (SPD-Landtagsabgeordneter im Münchner Süden), Sebastian Hanfland (Geschäftsführer Landesfischereiverband und Koordinator Ammer-Allianz), Meinhard Süß (Leiter des Forstbetriebs Oberammergau, Bayerische Staatsforsten), Hans Peter Schöler (Revierleiter Böbing, Bayerische Staatsforsten) und Matthias Luy (Leiter der Bezirksgeschäftsstelle Oberbayern Landesbund für Vogelschutz und Koordinator der Ammer-Allianz).

Exkursion mit der Ammer-Allianz

Die Ammer als Wildfluss erhalten

Peiting - Die Ammer zu einem renaturierten, voll durchgängigen Fluss mit hohem Naturschutz- und Freizeitwert zu machen, ist Ziel der Ammer-Allianz. Vergangene Woche hatten die Akteure den SPD-Landtagabgeordneten Florian von Brunn bei einer Exkursion zu Gast.

Die Ammer ist einer der allerletzten Wildflüsse Deutschlands. Unbehelligt von Speicher und großen Kraftwerken fließt sie von der Quelle bis in den Ammersee. Den aktuellen Streit darüber, wie weit Wasserkraft ausgebaut werden kann, nahm Florian von Brunn zum Anlass, sich selbst ein Bild zu verschaffen. „Alpenflüsse sind mein besonderes Anliegen. Ihr hoher ökologischer Wert muss erhalten bleiben. Deshalb bin ich gegen einen weiteren Kraftwerkausbau“, stellte sich der Landtagsabgeordnete aus München den Mitgliedern der Ammer-Allianz vor, die sich zu einer gemeinsamen Exkursion eingefunden hatten. Mit von der Partie waren die Koordinatoren der Ammer-Allianz: Sebastian Hanfland vom Landesfischereiverband, Martin Kleiner von der Bund Naturschutz-Kreisgruppe Garmisch-Partenkirchen, Bernhard Küstner und Matthias Luy, Leiter der Bezirksgeschäftsstelle des Landesbundes für Vogelschutz (Oberbayern), sowie Mathias Fischer (Referent Alpenflusslandschaften beim WWF Deutschland), Meinhard Süß (Leiter des Forstbetriebs Oberammergau), Hans Peter Schöler (Revierleiter Böbing), Roland Kriegsch (Leiter des Wasserwirtschaftsamts Weilheim) und Adolf Fastner vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim. Außerdem hatten sich noch Ilona Böse (SPD-Kreisvorsitzende Weilheim-Schongau) und Harald Mansi (Vorstandsmitglied des SPD-Kreisverbandes Weilheim-Schongau) der Gruppe angeschlossen. „Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mein Wissen über die Ammer zu erweitern“, so Ilona Böse. Dazu hatte sie auf dem Ausflug jede Menge Gelegenheit. Zuerst ging es ans Schnalzhaus und von dort ins Ammer-Kiesbett, wo Sebastian Hanfland die Maßnahmen zur Anbindung und die Bedeutung von Altwassern erläuterte. Hier konnten sich die Besucher überzeugen, dass die Ammer ein lebendiger Fluss ist, der sich je nach Wasserlage sein Bett sucht und durch Überschwemmung und Rückzug neue Lebensräume schafft. Hier finden sich seltene Arten wie der Flussuferläufer, die Tamariske oder der Huchen. Am Wehr gab Adolf Fastner einen Abriss der Entstehungsgeschichte, an deren Anfang das 1922 in Peiting in Betrieb genommene Bergwerk und die Bergehalde stand, die 1960 die Ammer erreichte. Um eine Verunreinigung zu verhindern, wurde die Ammer 1962 verlegt und das Wehr gebaut. Da sie dadurch für Fische nicht mehr durchgängig war, wurde 2001 eine 110 Meter lange Ausfstiegshilfe mit 16 Becken gebaut. Diese wurde gut angenommen, wie die aktuelle Besiedlung oberhalb des Wehrs beweist. Ein Erfolg der Ammer-Allianz, die durch verschiedene Projekte versucht, die Ammer samt Zuläufen in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuführen. 1999 gegründet, arbeiten in der Ammer-Allianz 18 verschiedene Organisationen und Gruppierungen einträchtig und effektiv Hand in Hand. Eine Tatsache, die auch Florian von Brunn begeisterte. „Das ist ein tolles Projekt“, fand er. Der Natur wieder Raum zu geben, bedeute ebenso eine Chance für die Natur zur Regeneration, wie für die Menschen, hier Naturerlebnis und Erholung zu finden. Bevor dies durch Kraftwerksbau zerstört werde, müsse erst intensiv über andere Möglichkeiten der Energiegewinnung und vor allem der Einsparung nachgedacht werden“, so von Brunn.

uf

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