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Als die Ammermühle am 22. Dezember 2015 brannte, mussten die Bewohner das Gebäude vorübergehend verlassen.

Drei Asylbewerber zu Bewährung und Sozialstunden verurteilt

Keine Beweise für Brandstiftung in der Ammermühle

Rottenbuch - Drei pakistanische Asylbewerber waren wegen des Brandes in der Asylbewerberunterkunft Ammermühle und wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Sie wurden zu Bewährungsstrafen und Sozialstunden verurteilt.

Update vom 20. Oktober 2016: Wohin mit „schwierigen“ Asylbewerbern? Gängige Praxis im Landkreis ist es, Problemfälle in Unterkünfte mit Sicherheitskräften zu verlegen - auch in die Ammermühle.

Es war ein Schock, als in der Nacht auf den 22. Dezember 2015 gegen 2.45 Uhr ein Brand in der Asylbewerber-Unterkunft in Rottenbuch gemeldet wurde. An der Ammermühle eingetroffen, konnte die Feuerwehr schnell den Brandherd, einen Papierhandtuchspender in einer Toilette im ersten Stock, ausfindig machen und löschen.

In der Toilette trafen die Einsatzkräfte damals auch zwei Asylbewerber und einen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes an, die bereits damit begonnen hatten, das Feuer zu bekämpfen (wir berichteten).

Die Kriminalpolizei Weilheim ermittelte wegen schwerer Brandstiftung. Die beiden 21 und 24 Jahre alten Asylbewerber aus Pakistan, die damals in der Toilette angetroffen worden waren, und ein 19-Jähriger, der ebenfalls aus Pakistan stammt und in der Ammermühle untergebracht ist, gerieten schnell ins Visier der Ermittler.

Jetzt mussten sich die drei nun vor Jugendrichter Michael Eberle am Amtsgericht Weilheim verantworten. Auch, wenn sich die Polizei ziemlich schnell sicher war, dass der Handtuchspender mutwillig angezündet worden war, war lediglich Sachbeschädigung angeklagt, weil bei den Ermittlungen kein Beweis dafür gefunden wurde, dass der Brand absichtlich gelegt worden war. Es gab auch keine Zeugen, die etwas gesehen oder bemerkt hätten, was auf Brandstiftung hingewiesen hätte.

„Brandstiftung konnte nicht nachgewiesen werden“, sagte Richter Michael Eberle nach der Verhandlung. Auch für eine Verurteilung wegen Sachbeschädigung hätten die Beweise nicht ausgereicht. Daran konnten auch die 16 Zeugen, die vom Gericht vernommen worden waren, nichts ändern. Keiner hatte etwas gesehen, was den Verdacht gegen die Angeklagten bestätigt hätte.

Dennoch wurden die drei Männer verurteilt. Sie waren nämlich auch wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt, weil sie sich verabredet hatten, einen weiteren pakistanischen Asylbewerber zu verprügeln. Das konnten zwei Helfer bestätigen, die gerade mit dem Pakistani sprachen, als einer der Angeklagten ihn aus dem Zimmer herauslockte, wo die beiden anderen Angeklagten sofort auf ihn losgingen. Da die Helfer sofort einschritten, konnte Schlimmeres verhindert werden.

Laut Eberle rauchen die Angeklagten wohl regelmäßig in der Toilette der Unterkunft, obwohl das verboten ist. Sie verdächtigten ihr Opfer, sie verpetzt zu haben und wollten diesem einen Denkzettel verpassen. Der 19-Jährige wurde zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, zudem muss er 120 Sozialstunden leisten. Die beiden anderen Angeklagten wurden jeweils zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung und zu 100 Sozialstunden verurteilt. Ausgewiesen werden die drei Männer deswegen aber nicht, wie Richter Eberle erläutert. Die drei junegn Männer leben noch immer in der Asylunterkunft Ammermühle in Rottenbuch.

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