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Impressionen vom Landfrauentag in Bernbeuren.

Landfrauentag in Bernbeuren

Angelika Niebler zu Gast bei Bäuerinnen

Bernbeuren - Ganz im Zeichen des Landfrauentages stand die Gemeinde Bernbeuren am Freitag. In den Mittelpunkt der ganztägigen Veranstaltung in der Auerberghalle hat Kreisbäuerin Silvia Schlögel den Vortrag von Angelika Niebler gerückt. Die Europaabgeordnete und zugleich Vorsitzende der Bayerischen Frauenunion sprach über das Thema „Vielfalt leben.“

„Ich hab mich wahnsinnig über die Einladung gefreut“, gestand Angelika Niebler in Richtung Silvia Schlögel. Sie habe selten jemanden erlebt, der so engagiert sei wie die Kreisbäuerin. Und an alle Bäuerinnen gerichtet. „Liebe Landfrauen, was Sie auf die Beine stellen ist schwer beeindruckend.“ Da sei vieles dabei, was die Gesellschaft zusammenhalten würde. „Sie können extrem stolz darauf sein, was Sie vor Ort leisten.“

„Vielfalt leben“ sei passend zu dem, was die Leute die vergangenen Monate bewege. Angelika Niebler sagte, sie habe sich auf dieses Thema gefreut. Die Landfrauen bezeichnete sie als Frauen, die was bewegen und nicht ständig jammern. „Sie schauen nach vorne, Sie erkennen an, wie sich die Welt bewegt.“

Niebler rückte Seehofers Rußland-Besuch in den Fokus: „Eine schwierige Sache.“ Seehofer sei beschimpft worden, dabei sei es doch so wichtig, im Gespräch zu bleiben. „Wer sich bemüht im Dialog zu bleiben, sollte nicht beschimpft werden.“ Man müsse mit den Russen und auch mit den Türken sprechen. „Ob einem das gefällt oder nicht.“

Die Welt habe gestaunt, was 500 Millionen Menschen in Europa geschaffen haben. „Jetzt allerdings ist in Europa viel verfahren.“ Es sei unfassbar, dass 2015 an die 800 000 Menschen nach Deutschland gekommen seien und niemand so recht wisse, wer sie sind. „Wir stehen vor einer riesengroßen Herausforderung, müssen schauen, dass Europa nicht kaputtgeht.“

Die Stellvertreterin von Ministerpräsident Horst Seehofer erwähnte auch die ehrenamtliche Arbeit für Asylsuchende vor Ort. Alle hätten auf Bayern geschaut, was dort von den Ehrenamtlichen geleistet worden sei. „Unser Land ist einfach lebens- und liebenswert.“

Kreisbäuerin Silvia Schlögel indes hatte allerhand damit zu tun, all die Gäste in der Auerberghalle zu begrüßen. Gekommen waren Landrätin Andrea Jochner Weiß, MdL Harald Kühn, etliche Bürgermeister aus dem Altlandkreis, Vertreter des Kreistages, des Bayerischen Bauernverbandes, der Forsten und der Banken. Die Kreisbäuerin sprach über die 300 Sorten Käse, die in Bayern hergestellt werden, und darüber, dass China als Abnehmerland erschlossen werden sollte. „Wir brauchen seitens der Politik Werbung für bayerische Landwirte.“ Aber da sollten die Landwirte auch dahinter stehen. „Da sind viele Stellschrauben, die bewegt werden müssen.“

Silvia Schlögel erwähnte die Kennzeichnungsvorgaben für Kälber und Rinder. Kalb und Kuh ohne Ausweis: das gäbe es nicht. „In Deutschland gibt es mehr nicht registrierte Menschen als Kühe und Kälber.“

Die Kreisbäuerin zählte in ihrem Rückblick sämtliche Veranstaltungen aus dem Jahr 2015 auf und kündigte zugleich die für 2016 an. Die ersten sind der Schafkopf-Kurs für Frauen am 7. März, das Referat über die Grundsätze der Milchviehfütterung am 10. März und der Vortrag „Patientenverfügung aus der Sicht eines Arztes“ am 19. April. Referent ist Dr. Stefan Schnack aus Burggen.

Mit eingebunden in den Landfrauentag war die Ehrung von Johanna Reßle aus Schongau und Stefanie Moser aus Steingaden, die nach dreijähriger Ausbildung zur Hauswirtschafterin und dem anschließenden Besuch der Meisterschule sämtliche Prüfungen mit Glanz und Gloria bestanden haben.

Ebenso in den Landfrauentag eingebunden waren die Erfahrungen, die Simone Schlögel auf ihrem sechsmonatigen Abstecher auf einem 650 Hektar großen australischen Bauernhof mit 300 Milchkühen gemacht hat. „Vom Melken, Füttern am 108 Meter langen Futtertisch bis zum Ausmisten war alles dabei“, erzählte die junge Peitingerin strahlend.

Es war eine gesellige Veranstaltung, die mit einem Gottesdienst am Vormittag begonnen hatte und mit einem gemütlichen Beisammensein ausgeklungen ist. Für die musikalische Unterhaltung sorgte der Landfrauenchor Pfaffenwinkel mit Leiterin Andrea Taffertshofer. Die stimmgewaltigen Bäuerinnen sangen „Viel Glück auf all deinen Wegen“ und lösten danach große Heiterkeit aus mit ihrem Liedchen „Ein Likörchen für das Frauen-Chörchen ist schöner als so mancher Blumenstrauß.“ Silvia Schlögel meinte lachend: „Das war euer schönstes Lied."

Walter Kindlmann

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