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Die Musik ist Anna Perweins Leben.

Blick hinter die Kulissen bei Anna Perwein

In der Musik ist es wie im Sport

Schongau – Anna-Magdalena Perwein (27) ist Diplom Sängerin und Masterstudentin am Mozarteum in Salzburg, einer der renommiertesten Universitäten Europas für Musik. Sie gewährt einen Einblick, hinter die Kulissen des Bundeswettbewerbs für Gesang – aber auch in den Alltag einer professionellen Sängerin.

„In der Musik ist es wie im Sport, da gibt es gute und schlechte Tage“, resümiert Anna-Magdalena Perwein (geborene Helbig) über ihr diesjähriges Abschneiden beim Bundeswettbewerb Gesang. Im Gegensatz zu ihren vorherigen beiden Teilnahmen schaffte es die gebürtige Schongauerin heuer nicht über die Vorauswahl in Augsburg bis nach Berlin in die Finalrunde.

„In Berlin ist der Kreis dann schon kleiner. Da sind aus allen Ecken Deutschlands die Besten vertreten. Unter diesen Letzten zu sein ist immer etwas Besonderes, da wird es dann schon richtig spannend“, schildert die 27-Jährige ihre Eindrücke von einem der bedeutendsten Musikwettbewerbe.

Dabei hebt die Sopranistin besonders hervor, dass bei derlei Wettkämpfen eine ganz andere Atmosphäre herrsche, verglichen mit einem Auftritt vor Publikum. Denn das kommt, um sich unterhalten zu lassen. „Die Jury hingegen begutachtet und zeigt keinerlei Regung. Dabei ist der eigentliche Grund, Musik zu machen, doch auch etwas zurückzubekommen“, so Perwein.

Dennoch gehören diese zum Teil auch unangenehmen Situationen einfach zum Alltag einer professionellen Sängerin: Denn, „man befindet sich in einem ständigen Konkurrenzkampf“, schildert die Masterstudentin, und da helfe einfach nur Routine aufzubauen.

Das gilt für das Repertoire ebenso wie beispielsweise das äußere Erscheinungsbild: „Man muss damit den Geschmack der Wettbewerbsjury treffen“, beim Vorsingen für eine Rolle in einer Opernaufführung sei es ähnlich. Da muss der Intendant überzeugt werden, sicher keine minderschwere Aufgabe – denn Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

Das Fundament für Anna-Magdalena Perweins musische Ausbildung wurde bereits früh gelegt. Beide Eltern sind studierte Musiker, sie förderten das Talent der damals Vierjährigen mit Cellounterricht. Mit 14 Jahren sang sie zum ersten Mal ein Solo für den Kirchenchor.

Nach Abschluss der 10. Klasse des hiesigen Gymnasiums entschied sich die Diplomsängerin für eine Schneiderlehre, als Plan B, wie sie sagt. Denn zu diesem Zeitpunkt war ihr bereits klar, dass sie sich für einen Studienplatz am Mozarteum in Salzburg bewerben möchte: „Aber das ist natürlich ein Wagnis. Dafür braucht es Glück: Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein, wie man so schön sagt.“

Am Ende setzte sie sich gegen 700 Mitbewerber durch und wurde als eine von zehn Studenten an der Salzburger Talentschmiede aufgenommen.

Weil die Oper nicht spießig, angestaubt und langweilig ist, sondern Themen behandelt, die immer aktuell sind, möchte Anna-Magdalena Perwein diese lustigen und unterhaltsamen Facetten der Oper besonders Jugendlichen, aber auch allen anderen, die keinen Bezug zu dieser Materie haben, näherbringen. Am Freitag, 27. Januar, wird daher mit Unterstützung der Stadt Schongau das selbst arrangierte Stück Don Giovannis Liebesbriefe für die Schüler der Mittelschule aufgeführt. Diese Klassikkomödie mit bekannten Melodien von Mozart bis Rossini wird gesungen und gespielt von jungen Sängerinnen und einem Sänger des Mozarteums Salzburg.

„Ein Sprecher in der Rolle eines Professors erklärt dabei auf lustige Art die Musik, und was sonst noch so typisch für eine Oper ist“, beschreibt die Organisatorin Anna Perwein den Aufbau der Veranstaltung. Am Samstagabend, 28. Januar, findet dann noch eine öffentliche Aufführung statt. Karten hierfür sind vorab im Schongauer Frauenzimmer erhältlich.

Franziskus Reich

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