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Sie würden den Gartenweg am liebsten gleich jetzt zur Marktoberdorfer Straße dichtmachen: Die Anwohner (v.l.) Siglinde Erhard, Christine Faubel und Tochter Michaela Faubel.

Hoffrnung auf Lösung

Anwohner-Kampf gegen Gartenweg-Chaos

Schongau - Mit großem Interesse haben die Anwohner des Gartenwegs die Diskussion um die geplante Zufahrt zum neuen Haus für Kinder verfolgt. Die vorgesehene Sperrung der direkten Zu- und Abfahrt stößt auf große Begeisterung.

Ihren Fotoapparat hat Michaela Faubel immer in Griffweite. Vor allem, wenn sie außerhalb der Ferienzeit mittags um 12.45 Uhr daheim ist und der Verkehrs-Wahnsinn am Gartenweg seinen Höhepunkt erlebt. Denn zum Unterrichtsende im Schulzentrum werden, vor allem bei schlechtem Wetter, dutzende Schüler von ihren Eltern abgeholt – und die stehen mit ihren Autos vor allem am Gartenweg kreuz und quer, sogar in den Privateinfahrten. „Zwischen 12.30 und 13.30 Uhr hat man nur Ärger, da gehen wir am besten gar nicht raus“, sagt Siglinde Erhard, die als Nachbarin von Faubel noch näher an der Marktoberdorfer Straße wohnt. Sie musste sich schon blöde Sprüche anhören, wenn sie um Wegfahren gebeten hat, damit sie überhaupt aus ihrer Einfahrt herauskommt. Faubel hat unterdessen zahlreiche Fotos auf ihrem Laptop herausgesucht: „Der steht fast in unserem Zaun, die haben sich gegenseitig zugestellt, der parkt direkt vor unserer Einfahrt“, zählt sie auf. Das Problem im Gartenweg sind aber nicht nur die Wildparker, die natürlich auch morgens bei Schulbeginn im Einsatz sind, sondern auch Durchfahrer. Der Gartenweg ist zwar eine Anliegerstraße, doch das scheint viele nicht zu stören – ebenso wie die Tempo 30-Begrenzung. Viele nutzen den Weg als Abkürzung von der Altenstadter Straße, um die zu Stoßzeiten stauträchtige Spinnen-Kreuzung zu umfahren. Auch so mancher Lehrer ist laut Anwohnern schon aus dieser Richtung zum Lehrerparkplatz am Gartenweg gefahren, weshalb Faubel bei der Polizei nachfragte, ob man dann schon als Anlieger gelte und durchfahren dürfe. „Die Antwort war ein klares Nein. Aber es interessiert keinen“, sagt sie resigniert. „Zwei Katzen sind mir innerhalb von sieben Monaten schon totgefahren worden, beide Male von Nicht-Anwohnern.“ Wenigstens hätten sie sich jedes Mal gemeldet. Neue Hoffnung für die leidgeprüften Anwohner – Erhard hatte ihren Unmut auch auf der Bürgerversammlung kundgetan – ist das neue Verkehrsgutachten, das kurz vor den Sommerferien vorgestellt worden war. Für Fachmann Peter Nolden wäre die beste Lösung eine komplette Sperrung der Zu- und Abfahrt zum Gartenweg, weil dort die Gefahren – auch für Radler und Skateboarder, die den Rösslekellerberg herunterschießen – einfach zu groß sind. Das können Erhard und Faubel nur bestätigen: „Jedem von uns ist bei der Ausfahrt zur Marktoberdorfer Straße schon einmal ein Radler ins Auto gefahren“, sagt Erhard. „Es ist ein Wunder, dass noch nicht mehr passiert ist.“ Mit einer Sperrung, die offenbar auch die Stadt befürwortet, wäre dieses Problem behoben – und vermutlich auch das Park-Chaos, hoffen die Anwohner. Denn bei der Ein- und Ausfahrt über den neuen Kreisverkehr weiter nördlich, an der Einfahrt zum Schulzentrum, und den neu zu bauenden öffentlichen Parkplatz wäre der Gartenweg zu weit weg für abholende Eltern. Bliebe noch das Durchfahrt-Problem. Das wiederum könnte mit einer mittigen Sperre gelöst werden, wie sie ALS_Stadträtin Bettina Buresch – ganz im Norden selbst Anwohnerin am Gartenweg – schon einmal im Stadtrat ins Spiel gebracht hatte. „Unserer Meinung nach müssten beide Maßnahmen umgesetzt werden, denn nur so kann der Gartenweg wieder zu einer Anliegerstraße werden“, sagt Faubel. Sie werden die kommenden Sitzungen aufmerksam verfolgen – und hoffen, dass die von ihnen „sehr positiv“ aufgenommene Ankündigung im Stadtrat, künftig eng mit den Anwohnern zusammenzuarbeiten, auch umgesetzt wird.

Boris Forstner

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