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Leider betagt und am falschen Standort: Die Sirene am Feuerwehrhaus in Apfeldorf.

Aus dem Gemeinderat 

Apfeldorf braucht neue Sirenen

Apfeldorf - Unser Dorf ist unterbeschallt – so war es in der jüngsten Sitzung des Apfeldorfer Gemeinderats zu hören. Messungen ergaben: Eine rechtzeitige Alarmierung von Feuerwehr und Bevölkerung durch die Sirenen ist nicht mehr gewährleistet. Kosten für zwei neue Geräte: 24 000 Euro.

Es war eine Feuerwehrübung der besonderen Art – eine Art Gehörtest. Ende Juli testete die Feuerwehr Apfeldorf mit Vertretern der Spezialfirma Hörmann aus Kirchseeon verschiedene Sirenen im Ort. Zum einen mit einem Dezibelmessgerät, zum anderen mit dem Gehör der Feuerwehrleute.

Bewertung nach Schulnoten

„Zehn Leute wurden an verschiedenen Standorten im Dorf aufgestellt und benoteten das Signal nach Schulnoten von 1 bis 6“, berichtete Kommandant Dominik Bauer. Die Firmenvertreter simulieren den Alarm mit neuen Modellen auf einer Hebebühne in 16 Meter Höhe. Entscheidend war vor allem der Standort. Derzeit befinden sich eine Sirene auf dem Feuerwehrhaus und eine auf der Mehrzweckhalle, beide nicht mehr die neuesten Modelle. Urteil: durchgefallen. Das Problem ist neben der veralteten Technik die schwierige Topographie in Apfeldorf: Die Gemeinde erstreckt sich vom Unterdorf über den engen Kegel am Schelmengraben – wo das Feuerwehrhaus steht – über das Oberdorf bis zum Kapellenfeld. Dort soll in der Zukunft ein Neubaugebiet entstehen. Nicht zu vergessen: Apfeldorfhausen. Ein weiteres Problem ist die üppige Vegetation im Dorf. „Der dichte Bewuchs in Apfeldorf ist bei der Alarmthematik inzwischen wirklich ein Problem“, sagte Bürgermeister Georg Epple bei der jüngsten Gemeinderatssitzung, die Bäume verschluckten viel Schall.

Zehn Probealarme brachten das Ergebnis: Die besten Standorte sind am Kapellenfeld und auf den Garagen am Neuen Friedhof. Dort sollen wahrscheinlich die neuen Sirenen stehen, sollte denn der Gemeinderat im August dies entscheiden. Denn mit einem Preis von je 12 000 Euro geht das kaum aus der Portokasse. Der Standort sei, so Epple, auch dem geschuldet, dass man dort Gemeindegrund habe und bereits Strom vorhanden sei.

Warum überhaupt noch Sirenen? 

Gemeinderat Robert La Rosa verwies in der Sitzung auf die SMS-Benachrichtigung, mit der die Feuerwehrleute inzwischen den Alarm aufs Handy bekommen. Peter Szikora entgegnete, dass es schon wichtig sei, dass die Nachbarn im Brandfall das mitbekommen, um zu helfen und zu bergen. Kommandant Bauer sieht vor allem das Problem der Verlässlichkeit: „An Silvester, wenn so leicht etwas passiert, sind die Handynetze allzu gern überlastet.“ Außerdem müsse man die Bevölkerung wie bei einem Hochwasser in gleichem Maße warnen. Eine offizielle Sache sei das mit den SMS ohnehin nicht.

Die Sirenen neuer Bauart bieten einiges für ihr Geld: Dank Akkubetrieb arbeiten sie zwei Tage autark – auch wenn der Strom ausgefallen ist. Und es sind Sprachdurchsagen damit möglich. Kommandant Bauer hat dies überzeugt: „Das ist schon sehr deutlich zu hören.“ Auch Bürgermeister Epple sieht die Notwendigkeit: „Apfeldorf wächst, dem müssen wir beim Thema Sicherheit Rechnung tragen.“

Klaus Mergel

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