+
Geschenk zum Abschied: Bürgermeister Georg Epple (re.) sprach dem scheidenden Feuerwehrkommandanten Jan-Thomas Czornack seinen Dank aus.

Bürgerversammlung Apfeldorf

Alles läuft rund in Apfeldorf, nur der Verkehr bereitet Sorgen

Apfeldorf - Apfeldorf wächst langsam, aber stetig, ist wirtschaftlich im grünen Bereich und hat engagierte Vereine: Auf diese kurze Formel kann man das Ergebnis der Bürgerversammlung in Apfeldorf bringen. Unzufriedenheit herrscht bei den Bürgern dagegen vor allem beim Thema Verkehr.

Bürgermeister Georg Epple hatte für die Bürgerversammlung extra eine Powerpoint-Präsentation mit imposanten Zahlen mitgebracht – nur das sonst am Tisch ausliegende Informationsblatt fehlte, was von Bürgerseite beklagt wurde. Dieses konnte laut Epple leider aus Termingründen nicht mehr fertiggestellt werden.

Epple freut sich über die positive Entwicklung in der Gemeinde: „Während der Münchner Bereich in Sachen Bevölkerungsentwicklung und Wirtschaft boomt, haben wir hier ein normales Wachstum “, sagte Epple. So konnte er auf eine langsam, aber stetig wachsende Einwohnerzahl verweisen. Von 1084 Einwohnern im Jahr 2008 auf derzeit 1124 Einwohner.

Zu diesem Thema konnten Kindergartenleiterin Tanja Annibalini und die stellvertretende Schulleiterin Ute Meub ebenso über eine positive Entwicklung berichten. Kurz: Alles läuft rund, die Kinder entwickeln sich prächtig, aber ein paar mehr könnten es schon sein. Doch hätten sich laut Ute Meub gerade die Kombiklassen als hervorragendes Instrument zum eigenverantwortlichen Handeln erwiesen. „Die Kinder werden kritikfähiger und kommunikationsfähiger, das gehört zum modernen Berufsleben dazu.“

Nicht zuletzt freut sich Epple über die Bautätigkeit, der die aktuelle Zinslage sehr entgegenkommt, da sich „derzeit auch der kleine Häuslebauer das Bauen leisten kann“, so Epple. Wodurch wiederum Kindergarten und Schule wieder an mehr an Bedeutung gewinnen würden.

Epple verwies auch auf das Bürgerengagement: Der Schmankerltag, das Ferienprogramm, Blumenschmuck im Ort oder das „Ramadama“: „Unsere Bürger und unsere Vereine machen richtig was, da bin ich stolz darauf, da haben sich einige Leute verdient gemacht.“

Wie etwa der ehemalige Feuerwehrkommandant Jan-Thomas Czornack, der aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war. Czornack berichtete derweil über die Einsätze und Weiterbildungen der Apfeldorfer Wehr im vergangenen Jahr. Stolze 1236 Stunden hatten die aktiven Mitglieder geleistet. Epple sprach Czornack an dieser Stelle für seinen Einsatz mit einem kleinen Geschenk seine Wertschätzung aus.

Klagen gab es von Bürgerseite über die Verkehrssituation an der Staatsstraße. Dazu meldete sich unter anderem der ehemalige Gemeinderat Richard Ehlich mit einem aktuellen Fall: „Letzte Woche hat es auf dem Schulweg fast den ersten Todesfall gegeben“, berichtet Ehlich. Eine Schulweghelferin sei fast von einem Lastwagen überfahren worden und musste sich auch noch beschimpfen lassen. „Man muss die Verkehrssituation überdenken, bevor was passiert“, mahnte Ehlich.

Bürgermeister Epple verteidigte sich bei diesem – dem Gemeinderat durchaus wohlbekannten – Thema mit den Worten: „Für den Gesetzgeber ist ein Zebrastreifen anscheinend nicht möglich. Wir sind leider nur Gast an der Staatsstraße.“ Man müsse jedoch solche Vorfälle festhalten, um sich für die Forderung einer Geschwindigkeitsbegrenzung argumentativ zu wappnen. Ehlich hielt dagegen, dass man das Problem nur baulich lösen könne – und die Vorschläge zu einer Unterführung seien nicht umgesetzt worden.

Schützenhilfe bekam Epple von Landrat Thomas Eichinger. Er verwies auf die eingeschränkte Handlungsfähigkeit an der Staatsstraße. Die Zuständigkeit liege nicht bei der Gemeinde, das Straßenbauamt arbeite da in eigener Regie. Man habe bereits zahlreiche Gespräche geführt, leider mit wenig Erfolg. „Und wenn Sie heute eine Fußgängerampel oder eine Verkehrsbehinderung fordern, fragen die sofort nach der Frequenz und wollen eine Studie“, beklagte Eichinger. Und letztlich, so Eichinger, herrsche im Landkreis bei vielen Straßen großer Investitionsstau

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Dem Hörer ein gutes Gefühl vermitteln“
„True Love“ – wahre Liebe hat sich Adii Rambo (23) auf seine Fingergelenke tätowieren lassen. Ein Leuchtturm und zahlreiche weitere bunte Bilder zieren Brust und Arme …
„Dem Hörer ein gutes Gefühl vermitteln“
Handtaschendiebe gefasst
Der Schongauer Polizei ist es gelungen, zwei Taschendieben das Handwerk zu legen. Es handelt sich um Ganoven aus Peiting, die in den vergangenen Wochen bei ihren …
Handtaschendiebe gefasst
Weilheim-Berlin in fünfeinhalb Stunden
9000 Menschen sind im Durchschnitt an einem Werktag am Weilheimer Bahnhof unterwegs. Bald könnten es 10 000 sein, denn die Station gewinnt durch den barrierefreien …
Weilheim-Berlin in fünfeinhalb Stunden
Reparieren macht glücklich
Viele Leute haben handwerkliches Geschick, viele Leute haben kaputte Gegenstände. Der Gedanke des am Freitag auf Initiative der Vereins Support im Haus4You eröffneten …
Reparieren macht glücklich

Kommentare