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Trinkwasser abkochen: Die Apfeldorfer leiden noch unter den Folgen der Unwetter.

Hochwasser in Apfeldorf

Chlor im Wasser, Siebenschläfer im Tiefbrunnen

Apfeldorf - Apfeldorf ist die Lechraingemeinde, die bei dem Hochwasser durch die starken Regenfälle der vergangenen Wochen am schlimmsten betroffen war. Nun sind die Aufräumarbeiten zwar beendet – einige Folgen sind jedoch noch zu spüren: etwa durch die Verkeimung des Trinkwassers. Nun kam die Entwarnung vom Landratsamt.

Überschwemmte Straßen, einige vollgelaufene Keller: In Apfeldorf hatte man Anfang Juni alle Hände voll zu tun. Wer keine Schäden an Haus und Hof nahm, litt dennoch unter den Schäden durch die Unwetter: Am 8. Juni ging ein Schreiben an alle Haushalte, in dem dringend empfohlen wurde, Trink- und Kochwasser abzukochen. Denn bei einer vorsorglichen Probenentnahme durch die Firma Schallameier (Reichling) wurden im Hochbehälter drei coliforme Keime und ein E-coli-Bakterium sowie im Kindergarten ein coliformer Keim festgestellt. Zwar wurden bereits am 10. Juni bei einer weiteren Probe keine coliformen Keime und bei einer erneuten Probe am 13. Juni keine E-coli-Bakterien gefunden. Aber dies sei erst eine telefonische Auskunft, noch erfolge keine Entwarnung, berichtete Bürgermeister Georg Epple bei der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Am 17. Juni dann die Erleichterung

Die Laborberichte wurden schriftlich bestätigt. „Wir mussten auf Nummer sicher gehen“, sagte Bürgermeister Georg Epple auf Nachfrage. Und damit kam vom Landratsamt die Freigabe. Ab sofort muss das Wasser in Apfeldorf nicht mehr abgekocht werden. Allerdings wird in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt das Trinkwasser noch mit Chlor desinfiziert. Am 20. Juni soll eine vierte Probe Sicherheit bringen. Ist diese frei von Keimen, entfällt auch künftig die Chlorung.

Ein weiterer Schaden war technischer Art: Im Tiefbrunnen fiel eine Pumpe aus. Als die Firma Korn (Reichling) die kaputte Pumpe austauschte, stieß man auf eine Überraschung. „Im Kabelschacht befand sich ein Nest, meterweise waren die Kabel angefressen“, sagte Epple in der Sitzung. Unter dringendem Verdacht: ein Siebenschläfer. Allerdings war der Fraß nicht für den Pumpenausfall verantwortlich. Doch hätte dieser möglicherweise später für einen Defekt gesorgt. „Es gibt nichts Schlechtes, was auch nicht was Gutes hat“, so sah der zweite Bürgermeister Gerhard Schmid den Fund positiv. Die 33 Jahre alte Pumpe wird nun wieder repariert und steht künftig als Ersatz für Notfälle zur Verfügung.

Feldwege sollen  bepflanzt werden

Bei der Unwetterproblematik kamen auch zwei Feldwege beim Funkturm auf die Tagesordnung, die man eigentlich asphaltieren wollte. Beide sind Kieswege, und sollen nun stattdessen mit Humusaufschüttung zu Graswegen werden. „Es ist unglaublich, was ein paar Wurzeln ausmachen“, sagte Epple. An vielen Stellen hatte sich gezeigt, dass bepflanzte Flächen – und sei es nur durch ein paar Blumen! – der Boden nicht durch die Wassermassen abgetragen wurde. Die Wege werden nun bepflanzt und – mit Ausnahme für landwirtschaftliche Fahrzeuge – gesperrt, bis das Gras angewachsen ist.

Epple dankte bei der Gelegenheit nochmals allen Helfern für den tatkräftigen Einsatz, allen voran die Feuerwehren von Apfeldorf, Rott, Kinsau und Reichling. „Wir dürfen uns nicht beschweren“, sagte Epple, „verglichen mit Polling und Peißenberg sind wir tatsächlich glimpflich davon gekommen."

Klaus Mergel

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