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Apfeldorf liegt idyllisch. Das ist zwar schön – bringt aber Nachteile in Sachen Dorfentwicklung mit sich.

Gemeinde Apfeldorf

Die Fesseln des Regionalplans

Apfeldorf - Die Gemeinde Apfeldorf sieht sich in ihrer Dorfentwicklung entwickelt – vor allem im Gewerbebereich. Hintergrund ist die beabsichtigte Fortschreibung des Regionalplans München. Der so genannte „Grünzug“ schließt weiterhin einige Landschaftsbereiche zur Bebauung aus – und die Apfeldorfer sehen sich davon überdurchschnittlich betroffen.

Des einen Freud, des anderen Leid: Einerseits machen die Wälder, Wiesen und Auen die Lechregion zum attraktiven Erholungsgebiet. Andererseits legt der Regionalplanungsverband München als so genannten „Grünzug“ Gebiete fest, die zur Bebauung ausgeschlossen sind. Diese Freiflächen, so heißt es im Regionalplan, sollen der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung vorbehalten sein, da sie das Landschaftsbild prägen, der Erholung dienen und eine wichtige Bedeutung für den Naturschutz haben.

Betroffen ist davon in der Region fast der gesamte angrenzende Bereich des Lechs. Und Apfeldorf – idyllisch gelegen am Hochufer – ist mitten drin. So stolz man in Apfeldorf auf diese naturnahe Lage ist, zugleich empfindet die Gemeinde diese als Standortnachteil. „Wir sind eigentlich überall eingeschlossen“, sagte Bürgermeister Georg Epple in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Im Nordrand bildet die Rottbach-Schlucht eine natürliche Grenze der Besiedlung, im Westen der Lech.

Gemeinde kann sich kaum entwickeln

Also bleibt nur noch der Süden und der Osten – doch dort kann sich die Gemeinde wegen des Grünzugs kaum entwickeln. Die Wohnbebauung sei weniger das Problem, so Epple, da sei etwa mit dem Baugebiet Am Esele durchaus einiges passiert. „Aber in Sachen Gewerbe sind wir stark eingeschränkt“, beklagte Epple. Innerorts könne sich gar nichts mehr entwickeln: zum einen wegen der begrenzten Anfahrtsmöglichkeiten, zum anderen, da Lärm- und Staubentwicklung den Bürgern heute nicht mehr zumutbar seien.

Das Problem bei der Gewerbeansiedlung: Wegen der Erreichbarkeit sind praktisch nur Gebiete direkt an der Staatsstraße möglich. Vor Jahren hatte man bereits ein Gewerbegebiet geplant. Das Straßenbauamt machte der Gemeinde jedoch einen Strich durch die Rechnung: „Ohne Abbiegespur ging da nix“, erinnerte sich Epple. Mit einer guten Portion Neid blickt man nun über den Lech nach Kinsau: Die Kinsauer planen derzeit ohne größere Hindernisse die Erweiterung ihres Gewerbegebiets an der B 17. Zwar nagen die Apfeldorfer nicht am Hungertuch, mit knapp 200 000 Euro Gewerbesteuern im vergangenen Jahr stehen sie nicht schlecht da. „Es geht um die kommenden Generationen“, betonte Epple. „Nicht, dass später von denen der Vorwurf kommt: Alle Gemeinden haben etwas unternommen, nur ihr nicht.“

Nun kommt die höhere Politik ins Spiel

Nun wollen die Apfeldorfer in höheren politischen Ebenen Gespräche führen, um noch etwas zu erreichen – und sei es nur ein bisschen. Der zweite Bürgermeister Gerhard Schmid denkt da an Heimatminister Markus Söder: „Der ist doch für eine Lockerung des Regionalplans.“ Auch soll das Problem im bayrischen Gemeindetag vorgebracht werden, Bürgermeister Epple will sich an das Landwirtschaftsministerium wenden mit der Maxime: „Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.“

Klaus Mergel

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