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Hauptsache Krach machen! Die Apfeldorfer Kindergartenkinder hatten viel Freude beim Handwerken. (Links: Corinna Sichert, rechts Matthias Theobald von dem Projekt „Baumeister gesucht“).

Kindergarten Apfeldorf

Fleißiger Baumeisternachwuchs

Apfeldorf - er am Nikolaustag am Apfeldorfer Kindergarten vorbeiging, konnte meinen: Haben die Umbauarbeiten der Kellertreppe denn schon begonnen?

Lautes Hämmern schallte aus dem Gebäude. Doch es waren keine Handwerker, die die Treppe herausschlugen. Es waren die Kinder selbst. Zu Besuch war nämlich eine Bildungsinitiative der Bayerischen Bauwirtschaft, die den Apfeldorfer Vorschulkindern Werkzeug mitgebracht hatte.

Allerdings nicht nur zum Krachmachen. Sondern auch zum Basteln. „Ein Häuschen wird das, mit einem Zaun dran“, erklärt Harry Hammer, bürgerlich Matthias Theobald, 25. Bei genauerem Hinsehen auch: Zwei Holzklötzchen sowie ein Brettchen mit Nägeln in einer Reihe. Und das kriegen die Kinder unter „Harrys “ Anleitung ganz gut hin. Mit seiner Kollegin Nicki Nagel (eigentlich: Corinna Sichert, 24) zieht er mit dem Projekt „Baumeister gesucht“ über die Lande, um den Kindern das Handwerk nahe zu bringen. Denn „praktische Lernerfahrungen“, so verrät die offizielle Pressemitteilung, gerieten „bei Bildung und Erziehung zunehmend in den Hintergrund“.

Dahinter steckt jedoch auch – und das ist kein Geheimnis – das Problem, dass die Bayrische Bauwirtschaft Nachwuchsprobleme hat. Alle studieren, keiner will mehr eine Lehre machen. Mit dem Münchner Institut für innovative Bildungskonzepte wurde daher dieses Projekt ins Leben gerufen, um den Nachwuchs sehr früh zu fördern. „Das ist ein erster Schritt, um das Thema Handwerk bei den Vorschulkindern zu etablieren“, erklärt Theobald. Dafür hatte sich der Apfeldorfer Kindergarten beworben, als Patenfirma steht die Baufirma Matthias Baab dahinter. „Ich finde das großartig, wie die Kids das machen“, sagt Evi Baab strahlend. Vor allem finde sie es gut, dass die Kinder motorisch gefordert seien: „Nicht immer nur Handy und Computer!“ Für die Knirpse war der theoretische Hintergrund und der pädagogische Ansatz egal. Sie hämmerten, sägten und schliffen, was das Zeug hielt. In dem Set (Gesamtwert: 1300 Euro), das die Bayrische Bauwirtschaft spendiert hatte: Eine Werkbank für alle, eine prall gefüllte Werkzeugbox mit Hämmern, Schraubzwingen, Raspeln und noch viel mehr. Sogar Mini-Ziegelsteine und Mörtel sind dabei. Der Mörtel ist selbstverständlich wasserlöslich und lebensmittelecht. Also alles, um Krach zu machen und ordentlich Sauerei zu veranstalten – gibt es Schöneres?

Klaus Mergel

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