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Ein kurzes Stück Feldweg, ein langer Streit. Nun lässt die Gemeinde den Weg am Kleinen Hornberg sperren.

Trotz Beschwerden

Flurweg wird gesperrt – vorerst

Apfeldorf - Der Apfeldorfer Gemeinderat macht ernst: Der Feldweg am Kleinen Hornberg soll für motorisierte Fahrzeuge gesperrt werden. Vorausgegangen ist dem Ganzen ein Streit mit einem Anlieger, der dort seinen Fuhrbetrieb ungehindert fortführen wollte (wir berichteten). Auch für Quads oder Motorräder ist der Weg künftig tabu.

Mit dürren Worten wurde der Beschluss geführt, Diskussion gab es keine. Über die Causa Kleiner Hornberg gibt es auf Seiten des Apfeldorfer Gemeinderats nichts mehr zu sagen – nur eine Verfügung: Ab jetzt ist dort Schluss mit dem motorisierten Verkehr. In Amtsdeutsch: Es erfolgt nun „die Teileinziehung für den motorisierten nichtlandwirtschaftlichen Fahrzeugverkehr“. Die Einwände zweier Bürger wurden als „keine geeigneten Argumente“ beurteilt und abgewiesen.

AuSf das „unbedingt notwendige Maß“ soll der Verkehr künftig reduziert werden, heißt es in der Beschlussvorlage. Nur im oberen Teil sollen landwirtschaftliche Maschinen fahren dürfen, um die angrenzenden Felder zu bewirtschaften. Der untere Teil wird komplett gesperrt – was faktisch bereits geschehen ist. Und zwar mit dem Ziel, um die Sicherheit von Fußgängern, insbesondere von Kindern auf dem Schulweg, zu gewährleisten.

Diskussion war nur Formalie

Dass der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung das Thema nochmals behandelte, war eigentlich nur eine Formalie. Für die Sperrung des Weges musste eine Frist eingehalten werden, in der Bürger ihren Einspruch äußern konnten. Und das waren zwei: Zum einen der ehemalige Gemeinderat Peter Rohe. Der Unternehmer widersprach der Sperrung, um das Teilstück mit dem Quad oder Motorrad zu nützen. Dies sah die Gemeinde in der Vorlage als „nahezu sinnfrei“ an, da das Straßenstück faktisch eine Sackgasse sei. Zudem sei die Sicherheit höher zu bewerten als der Spaß- und Freizeitwert.

Zum anderen hatte sich Landwirt und Fuhrunternehmer Georg Kölbl junior fristgerecht mit einem Einwand gemeldet. Für ihn war das Argument das Gewohnheitsrecht, mit dem er den Flurweg nutzen wollte – das bestehe schließlich schon seit 1865. Auch dies wies die Verwaltung zurück. Dieses Gewohnheitsrecht müsse sich an den Vorschriften des Straßen- und Wegegesetzes messen, und für das öffentliche Wohl könne es da durchaus zu Einschränkungen kommen.

Das Gremium entschied einstimmig

Nach dem einstimmigen Beschluss des Gemeinderats ist also nun Schluss mit dem motorisierten Verkehr am Kleinen Hornberg – vorerst. Denn Kölbl (der nach der Eskalation des Konflikts sein Unternehmen nach Wessobrunn verlegte) klagte bereits im vergangenen Jahr vor dem Bayrischen Verwaltungsgericht gegen die Absichten der Gemeinde. Nach Kölbls Aussage könne eine gerichtliche Entscheidung noch ein halbes Jahr oder länger dauern, da solche Streitigkeiten derzeit nämlich wegen der hohen Belastung durch die Asylverfahren eher geringe Priorität hätten.

Klaus Mergel

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