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Baumaßnahme in Apfeldorf

Haldenkapelle wird renoviert

Apfeldorf - Die Apfeldorfer Haldenkapelle soll schon in ein paar Monaten in neuem Glanz erstrahlen: Die geschichtsträchtige Kapelle wird renoviert. Baubeginn ist voraussichtlich im April.

Die Haldenkapelle, die ihren Namen noch von ihrem früheren Standort an der Lechhalde hat, dient in Apfeldorf nicht nur als Kapelle, sondern wird auch als Leichenhaus genutzt. Aus diesem Grund will sich auch die Gemeinde Apfeldorf an den Kosten für die umfangreiche Innen- und Außenrenovierung beteiligen, die die Kirchenstiftung jetzt in Angriff nimmt. Insgesamt wird die Baumaßnahme wohl auf rund 180 000 Euro kommen. Die Gemeinde Apfeldorf möchte einen Anteil von bis zu 40 000 Euro bezahlen. Desweiteren wird die Apfeldorfer Kirchenstiftung einen Zuschuss von der Diözese Augsburg erhalten.

Vor allem die Dacheindeckung des Gebäudes, das sich heute nicht mehr am Lech, sondern mitten im Ortskern im Kapellenweg befindet, bedarf einer Erneuerung. Im Großen und Ganzen halten sich die nötigen Renovierungsmaßnahmen aber im Rahmen: Bis auf die Dacheindeckung seien keine gravierenden Erneuerungsmaßnahmen notwendig, erklärte Kirchenpfleger Erwin Filser. Am Dachstuhl sind zwar auch Ausbesserungsarbeiten nötig – aber nur an einigen Stellen, die der Statiker ausfindig gemacht hat. Die Fassade wird wieder in der gleichen gräulichen Farbe wie bisher gestrichen.

Risse an der Kapellen-Decke

Im Inneren der Kapelle haben sich im Laufe der Zeit an der Decke Risse gebildet: Diese werden jetzt im Zuge der Renovierung verpresst. Die Raumschale wird geweißelt. Der Altar und die Figuren müssen gereinigt werden. Dazu zählt auch die Figur des Gegeißelten Heilands – eine Nachbildung des Wiesheilands, die aus dem Jahre 1755 stammt. Ein wertvolles Stück in der Kapelle ist auch die Simnacher Orgel: Woher sie stammt ist allerdings unklar. Auf Nachfrage meint Filser, er könne sich vorstellen, dass die kostbare Kastenorgel vielleicht einmal im Kloster in Polling gestanden hatte. Einen Beleg dafür gibt es aber nicht.

Auch während der Renovierungsarbeiten soll die Kapelle so weit wie möglich weiterhin als Leichenhaus genutzt werden können. Einen „Engpass“ werde es lediglich ein paar Wochen lang geben, kündigt der Kirchenpfleger an: In dieser Zeit muss dann eine andere Lösung gefunden werden. Filser ist zuversichtlich, dass die Baumaßnahmen innerhalb von ein paar Monaten abgeschlossen sein werden. Nach den Renovierungsarbeiten wird die Kapelle auch weiterhin von der Familie Schamper betreut werden: Diese sorgt für den Blumenschmuck und die Reinigung der Kapelle. Und dies bereits seit Jahrzehnten – hob der Kirchenpfleger anerkennend hervor.

Wie der Name Haldenkapelle schon sagt, stand die einstige Flößerkapelle früher einmal an der Halde am Lech – am westlichen Abhang zwischen Unterapfeldorf und Rauhenlechsberg. Die Flößer beteten in der Haldenkapelle früher vor dem Bildnis der „lieben Frau“ um Schutz. Doch im September 1738 gab es langanhaltende, heftige Regenfälle: Bäche und Flüsse gingen dabei über. Der Untergrund der Kapelle sank ab, so dass diese geräumt werden musste.

Seit 1816 an dem jetzigen Platz

Das Gnadenbild wurde zwischenzeitlich in der Pfarrkirche untergebracht, bis die neue Kapelle stand. Diese wurde im Jahre 1739 dann erst mal etwa 150 Meter südlich in der Nähe der Sägmühle gebaut. 1815 war aber auch die neue Kapelle wieder baufällig, und man suchte nach einem ganz anderen Standort – weiter weg vom Lech. 1816 wurde die Kapelle schließlich an ihrem jetzigen Platz am heutigen Kapellenweg errichtet. Der Altar und die Betstühle wurden aus der alten Kapelle übernommen. Obwohl das Gebäude jetzt mitten im Dorf steht, ist der Name Haldenkapelle bis heute geblieben.

Manuela Schmid

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