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Betrugsopfer Ferdinand Beltermann aus Apfeldorf mit einer Geldwertkarte, die für ihn wertlos geworden ist. 

Anzeige gegen Unbekannt

Am Telefon von Betrüger reingelegt

Um 900 Euro ist Ferdinand Beltermann aus Apfeldorf betrogen worden. Der 50-jährige Schreiner kann es immer noch nicht fassen, dass er so gutgläubig war und sich am Telefon von einem Unbekannten abzocken ließ. Eine Geschichte, die für alle Leute eine Warnung sein sollte.

Apfeldorf – „Da stimmt doch was nicht“, dachte sich Ferdinand Beltermann. Doch als diese Einsicht kam, war es bereits zu spät. Da wusste er, dass er einem Betrüger aufgesessen ist. Begonnen hatte alles im Sommer 2016 mit der Teilnahme an einem Gewinnspiel einer Fernsehzeitung. Der Preis war ein Jahres-Abo für 58 Euro.

Doch die große Überraschung folgte erst neun Monate später. Ferdinand Beltermann erhielt vergangene Woche einen Anruf, dass er einer von den Teilnehmern des Preisausschreibens sei, unter denen bundesweit noch einmal zehn Gewinner gezogen wurden. Das Los sei auf ihn gefallen, und habe die Wahl zwischen einem BMW oder den entsprechenden Geldwert in Höhe von 49 500 Euro. Der 50-jährige Handwerker brauchte nicht lange zu überlegen: „Ich nehme das Geld“, sagte er sofort.

Daraufhin wurde ein Termin vereinbart. Am Donnerstag zwischen 10 und 11 Uhr sollte er sich daheim in Apfeldorf bereithalten. Beltermann hatte sich extra von der Baustelle freigenommen und wartete auf den Anruf.

Als das Telefon bimmelte, war der 50-Jährige etwas aufgeregt. Es meldete sich eine Security-Firma aus München. Ein gewisser „Stefan Kowalski“ erklärte, er werde in Kürze zusammen mit drei Mitarbeitern und einem Geldtransporter anrückten. Auch ein Notar sei dabei, damit alles seine Richtigkeit bei der Geldübergabe habe. Die Gebühren für den Notar in Höhe von 900 Euro müsste allerdings Ferdinand Beltermann übernehmen, erklärte der ominöse Kowalski am Telefon.

Die Geschichte hatte einen unangenehmen Haken

Kein Problem, dachte sich der Apfeldorfer. Bei einem Gewinn von 49 500 Euro könne er 900 Euro leicht verschmerzen. Der Haken an der Geschichte: Der Anrufer der Sicherheitsfirma erklärte, der Notar nehme kein Bargeld an, sondern nur Geldwertkarten, wie man sie in vielen Geschäften erhalte, z.B. auch beim Rewe in Hohenfurch. Dort ist Beltermann umgehend hingefahren und hat sich 18 solcher 50 Euro-Geldwertscheine besorgt. Der 50-jährige Handwerker war so aufgewühlt, dass er nicht mehr klar denken konnte und folgte der Aufforderung des Herrn Kowalski, die Code-Nummern aller 18 Geldwertscheine freizurubbeln und diese Nummern am Telefon durchzugeben, „damit sie verglichen werden konnten“, redete ihm der Mann am Telefon ein. Sobald alles abgeklärt sei, könne der Geldtransporter in München losfahren.

Eine Stunde lang hat Ferdinand Beltermann daheim gewartet, dann meldete sich der Anrufer erneut. Es sei ein „Zahlendreher“ passiert. Der Gewinn sei nicht 49 500 Euro, sondern sogar 94 000 Euro, versicherte der feine Herr Kowalski.

Beltermann und seine Frau konnten es im ersten Moment nicht glauben. „Werde ich da am Telefon verarscht“, fragte er sich verwundert. „Keineswegs“, entgegnete der Anrufer. Es sei nur noch einmal eine Rücksprache mit einer Stelle in Berlin nötig, dann werde man sich sofort melden.

Bis 17 Uhr hat Ferdinand Beltermann am Telefon gewartet. Da kam nichts mehr. Einige Male hat er die Nummer der Sicherheitsfirma gewählt, doch niemanden erreicht. Inzwischen war dem Apfeldorfer längst klar, dass er sich die 94 000 Euro abschminken kann und die 18 Geldwertscheine (à 50 Euro) ebenso, da sie durch Weitergabe der Codenummern für ihn wertlos geworden sind.

Ferdinand Beltermann hat bei der Polizei in Schongau Anzeige gegen Unbekannt wegen Betrugs erstattet. An die Öffentlichkeit ist er mit seinem Fall gegangen, damit andere Leute nicht auf die gleiche Masche hereinfallen, sondern gewarnt sind.

Michael Gretschmann

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