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Im Rahmen des ISEK präsentierten Analysen und Empfehlungen (v.l.) Manfred Heider, Elke Berger, Hans-Peter Dürsch und Bürgermeister Georg Epple. 

Weiterentwicklung des Dorfes

ISEK: Apfeldorf arbeitet an seiner Zukunft

Im Zuge des „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes“ (ISEK) wurden der Gemeinde Apfeldorf Empfehlungen für die Weiterentwicklung ihres Dorfes präsentiert.

Apfeldorf– „Wir leben nicht unter einer Dunstglocke, wir müssen in die Zukunft schauen“, sagte jetzt Apfeldorfs Bürgermeister Georg Epple, als es bei einer Veranstaltung um die Zukunft der Gemeinde und der Region ging. Dafür haben sich Apfeldorf, Fuchstal, Hofstetten und Thaining zu einem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) zusammengeschlossen.

Jetzt biete sich die Gelegenheit, die begonnene Dorfentwicklung weiterzuführen. Und genau deswegen müsste sich die Gemeinde neu orientieren und dafür auch Grundlagen schaffen. Wie die aussehen könnten, darüber referierten Hans-Peter Dürsch (Architekt), Manfred Heider (Diplomgeologe) und Landschaftsarchitektin Elke Berger auf dem Informationsabend im Apfeldorfer Rathaus.

Entwicklungsprognose für Apfeldorf

Die Gemeinde Apfeldorf hat derzeit genau 1139 Einwohner. „Keine große Gemeinde“, meinte Heider. Interessant sei die Entwicklungsprognose, weil die Anzahl der Einwohner ständig steige. Aber auch die Altersentwicklung: Bei den über-65-Jährigen sei eine deutliche Steigerung zu erkennen.

Zum Thema Bauland: Apfeldorf verfügt über 450 Wohnungen, 30 bis 35 Betriebe, Handwerk, Gastronomie und Einzelhandel mit zusammen 150 Arbeitsplätzen. Auch die ärztliche Versorgung sei gesichert. Mehr gehe nicht in solch einer kleinstrukturierten Gemeinde.

Der Diplomgeologe hat zudem festgestellt, dass das Flächenpotenzial der Leerstände 30 000 Quadratmeter umfasst. Sieben Baulücken, ebenso viele leere Wohngebäude, Hofstellen und geringfügig bebaute Grundstücke gibt es. Insgesamt sind es 20. Heider empfahl der Gemeinde Apfeldorf abschließend, für den Erhalt der Grundversorgung zu sorgen und ortsansässige Betriebe zu unterstützen.

Empfehlungen für Apfeldorf

Elke Berger indes hat sich die Landschaft in und um Apfeldorf genauer angeschaut. Als Besonderheit hat die Landschaftsarchitektin die Lech-Terrassen, Lechkanten und die Grünflächen im Ort eingestuft: „Vieles im Ort ist stimmig, man kann den landwirtschaftlichen Bezug herstellen.“ Im Dorf sei nicht nur die Kirche, sondern auch Kühe auf der Weide im Ortskern. Berger empfahl, auf dem Rundweg Aussichtsplattformen, Sitzplätze und Kinderspielplätze anzulegen. Man solle bestimmte Impulse über einen Wettbewerb weiterverfolgen und dabei „Schmankerl rausgreifen, die von der Regierung unterstützt werden“, so Bergers Fazit-Empfehlung.

Hans-Peter Dürsch meinte schmunzelnd, er beende mit seinem Vortrag die Leidensphase der Zuhörer. Denn er sprach über die „unglaublich reiche und geschichtsträchtige Kulturlandschaft“ des Ortes. Und auch darüber, dass Apfeldorf vor 150 Jahren durch die Flößerei zu Ruhm gekommen sei.

Überörtliches Entwicklungskonzept

Er empfahl für Apfeldorf, Fuchstal, Hofstetten und Thaining ein überörtliches Entwicklungskonzept. In Apfeldorf sollte der Dorfkern so gestaltet werden, dass es für erhaltungswürdige Gebäude auch steuerliche Erleichterungen und Fördermittel gebe. Beispielsweise für Um-, Aus- und Anbau des Gemeinschaftshauses, das etwa 3,7 Millionen Euro kosten wird (wir haben berichtet). 80 Prozent staatlichen Zuschuss gibt es dafür.

Dürsch erinnerte daran, dass es Fördergelder nur für professionell-durchgeführte Vorhaben gebe. Georg Epple meinte schließlich, die Experten hätten nunmehr alles zusammengetragen. Jetzt liege es an der Gemeinde zu entscheiden, wie es weiter gehen soll.

VON WALTER KINDLMANN

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