Georg Epple schaut zufrieden auf seine Zeit als Apfel-dorfer Bürgermeister zurück.  
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Georg Epple schaut zufrieden auf seine Zeit als Apfel-dorfer Bürgermeister zurück.  

Apfeldorfer Bürgermeister

Zufrieden mit Amtszeit - auch wenn es immer Zweifler gab

  • Klaus Mergel
    vonKlaus Mergel
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Nach zwölf Jahren als Bürgermeister in Apfeldorf, verabschiedet sich Georg Epple nun aus dem Gemeinderat. Auf seine Amtszeit schaut er zufrieden zurück. 

Apfeldorf– Georg Epple hält es mit Konfuzius. Der 72-Jährige zitiert, wenn es um einen Rückblick auf seine Amtszeit geht, etwas frei: „Wertvolle Menschen sind streitlos, streitvolle Menschen sind wertlos.“ Das passt, irgendwie. Auch, wenn der scheidende Bürgermeister sicher nicht immer mit allen einer Meinung war – laut und ungehalten erlebte man ihn praktisch nie. Mehrheiten sammeln, Gleichgesinnte motivieren, das Netzwerk anzapfen – und dann umsetzen, das war sein Ding. Weniger das lange Diskutieren.

In den 12 Jahren, in denen „der Epple Schorsch“ als Bürgermeister die Geschicke Apfeldorfs in der Hand hatte, waren einige Erfolge zu verzeichnen. Die Sanierung des alten Pfarrhofs, die Kinderkrippe, die Erhaltung der Grundschule in dem kleinen Dorf und die Dorferneuerung, die noch vom Vorgänger Hermann Floritz initiiert wurde. Oder das Thema Trinkwasserversorgung, das mit der Tiefbrunnensanierung auf den Weg gebracht wurde.

Georg Epple: Erfolge waren keine alleinigen Verdienste

Doch „der große Vorsitzende“, wie er von manchem im Gremium auch lästerhaft genannt wurde, möchte die Projekte keinesfalls als alleinige Verdienste verstanden wissen: „So etwas macht nie einer allein, das können nur alle zusammen.“ Dazu zähle auch das Baugebiet Esele, gegen das manche heute immer noch murren. „Damit haben wir wieder viele Kinder, ohne die es auch die Schule nicht mehr gäbe.“ Zufrieden macht ihn auch die Tatsache, dass Apfeldorf wieder eine Ärztin hat. „Wie wertvoll das ist, sehen wir gerade jetzt in der Corona-Krise.“

Dass es bei vielen Themen Zweifler gab, damit kann er leben. „Die Ewiggestrigen laufen halt mit, mit denen muss man einfach leben.“ Beherztheit sei gefragt. „Bauen wird nicht billiger, auch wenn man lange und immer wieder drüber redet.“ Und ja, der Kindergarten, der gerade umgebaut wird: Das gibt er unumwunden zu, das hätte er sich anders vorgestellt. „Ich hätte mir einen Neubau gewünscht“, sagt er. „So haben wir doch nur eine Notlösung.“ Der alte Kindergarten sei für 20 Kinder gebaut, nun müssten 50 drin betreut werden. „Gerade jetzt, wenn alle auf Abstand gehen müssen, rächt es sich, wenn man das Falsche zur falschen Zeit entscheidet.“

Herausforderungen für den Nachfolger

Als Niederlagen bewertet er solche Dinge nicht. Epple kann gut damit leben, dass sich solche Herausforderungen künftig seinem Nachfolger Gerhard Schmid und den neuen Gemeinderat stellen werden. Das Dorfgemeinschaftshaus etwa: „Das ist eine große Nummer, das will wohldurchdacht sein. Und wenn man keine Mehrheit zusammenbekommt, sollte man die Finger davon lassen.“ Ebenso sieht er den Bau des Feuerwehrhauses, ein Mehrgenerationenhaus und auch die Fortführung des Breitbandausbaus als wichtige Posten.

Ein Problem sieht Epple im Scheitern des Gewerbegebiets durch eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts: 90 Prozent Auspendler am Ort, zehn Prozent Einpendler. Neben Gewerbesteuern seien Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze gefragt: „In Schönheit gestorben ist am Ende doch gestorben.“

Dass sein Nachfolger Schmid in Zukunft einen guten Job machen wird, daran hegt Epple keinen Zweifel: „Gerhard hat das Fachwissen und die Begeisterung, damit bringt man Dinge voran.“

Das hat Georg Epple nun vor

Ob es für ihn persönlich nun ruhiger wird? In der Landwirtschaft seines Sohnes ist der Rentner weiterhin aktiv. „Als „Knecht und Facility Manager“, sagt er und lacht. „Ich werde mich schon beschäftigen.“ Wieder ein wenig mehr Golfen, hat er sich vorgenommen. Und vielleicht mal den Stift in die Hand nehmen und zeichnen und schreiben.

Falls doch Langeweile herrscht: etwa in einem der zahlreichen Vereine Apfel-dorfs engagieren? Epple winkt ab. „Einen Vereinsvorstand mit 72 kann keiner brauchen.“ Doch das Ehrenamt hat viele Gesichter im Lechrain. Etwa beim Schmankerltag. Bei dem Event sind immer Leute gefragt, die Würstel grillen, Kuchen backen oder Bier ausschenken. „Ich glaub“, meint Epple mit stillem Lächeln abwinkend, „das ist nicht ganz das meine. Ich bin eher der auf der anderen Seite: der Genießertyp.“

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