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So könnte das neue Dorfgemeinschaftshaus aussehen: Der Entwurfsplan wurde im Gemeinderat vorgestellt.

Hohe Summe sorgt für Bedenken

Dorfgemeinschaftshaus für Apfeldorf kostet 3,7 Millionen Euro

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Ein wichtiges Projekt Apfeldorfs nimmt Gestalt an: das Dorfgemeinschaftshaus. Die Pläne wurden bereits mit der Regierung von Oberbayern abgestimmt, nur die große Summe von 3,7 Millionen sorgt bei manchem Gemeinderat für Bedenken. Allerdings steht eine satte Förderung im Raum.

ApfeldorfArchitekt Thomas Barbist wollte die gute Nachricht eigentlich selbst überbringen. Doch ein Bandscheibenvorfall verhinderte seinen Besuch in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Apfeldorf. Und so war es Bürgermeister Georg Epple, der die gute Nachricht zum geplanten Dorfgemeinschaftshaus an seiner Stelle verkündete: „Die Regierung ist einverstanden.“

Mit Alexander Guggemos vom Planungsbüro Barbist hatte zweiter Bürgermeister Gerhard Schmid der Regierung von Oberbayern die Pläne für das Dorfgemeinschaftshaus vorgelegt: Das Haus soll durch den Umbau der jetzigen Mehrzweckhalle entstehen. „Es gab noch ein paar kleine Änderungen wie ein größerer Proberaum und ein größerer Raum für die Jugend – sonst bleibt alles so“, sagte Rathauschef Epple.

Die kalkulierte Summe ließ dann jedoch manchen im Gremium schlucken: knapp 3,7 Millionen Euro. Mit einer so hohen Planungssumme hatte der Apfeldorfer Gemeinderat bislang noch nie zu tun gehabt. Über die Förderprogramme hatte man sich aber im Vorfeld eingehend informiert und viele Gedanken gemacht. 

Schmid – als Verwaltungsbeamter im Fuchstaler Rathaus Fachmann in diesem Sektor – verwies in seinem Bericht darauf, dass das Ergebnis noch relativ frisch sei. Er gehe von folgendem Szenario aus: Um diversen Förderrichtlinien zu entsprechen, habe man das Projekt in mehrere Bauabschnitte geteilt. Eine Million Euro könne durch das Förderprogramm „Soziale Integration im Quartier“ zu 90 Prozent gedeckt werden. „Bei den restlichen 2,7 Millionen werden wir versuchen, eine Förderung von insgesamt 80 Prozent zu bekommen“, sagte Rathausvize Schmid. Ebenso städtebauliche Förderung wie ISEK, zusätzlich nach dem Finanzausgleichsgesetz, da ja hier auch der Schulsport stattfinde. Freilich werde es dennoch die eine oder andere Kostengruppe geben – etwa Ausstattung wie Möbel – die nicht förderfähig seien. „Wir werden versuchen, möglichst viele Voraussetzungen zu erfüllen“, so Schmid.

Die Mehrzweckhalle in Apfeldorf soll zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden.

Peter Strommer war es wichtig zu erfahren, ob denn in der Summe alles drin sei, etwa die Heizung, mit der ja auch Schule und Kindergarten zentral versorgt werden sollen. „Wenn ich 3,7 Millionen Euro höre, fängt es bei mir im Kopf an zu rattern. Ich habe gewisse Vorstellungen, was man für das Geld alles bauen kann.“ Eine berechtigte Frage, fand Schmid: Da solle man einen Fachplaner befragen. Ebenso fand Bürgermeister Epple entscheidend, ob man „sich mit dem hier auf dem Papier anfreunden“ könne, ohne zu stark ins Detail zu gehen. Hubert Paul sah die Frage, was mit 3,7 Millionen Euro machbar wäre, als zentral. Und die Frage: „Wie viel Geld haben wir?“ Allerdings sei bei einem Neubau zu bedenken, dass sich „die alte Mehrzweckhalle ja nicht in Luft auflöst“.

„Sollten so bauen, dass für 20 Jahre Ruhe ist.“

Vizebürgermeister Schmid war sich bewusst, dass der hohe Betrag durchaus schocken würde. „So viel haben wir noch nie verbaut. Wenn wir das in ein 43 Jahre altes Gebäude investieren, müssen wir das vernünftig einsetzen“, sagte er. „Wenn wir in das Programm reinkommen, sollten wir nicht stückeln, sondern so bauen, dass für 20 Jahre Ruhe ist.“ Das Dorfgemeinschaftshaus müsse für die Städtebauförderung einem gewissen Erscheinungsbild entsprechen: etwa durch einen schmucken Lärchenbrettermantel und gepflegten Außenanlagen. Gerade dafür gäbe es auch das Programm „Flächenentsiegelung“. Und ein neuer Turnhallenboden, ergänzte Rathauschef Epple, „ist auch kein Luxus“ – denn dieser gehöre eh ausgewechselt.

Etliche Detailfragen wurden aufgeworfen: Ob etwa die Fenster im Landjugendraum im Untergeschoß groß genug seien, ob dort nicht eine Toilette und eine Küche möglich sei. Oder, ob dort die Fluchtwege reichen, wie Peter Szikora hinterfragte. Und natürlich auch, wie viel die Gemeinde konkret bezahlen müsse, wie Robert Frühholz wissen wollte. Die offenen Fragen sollen jetzt mit den Planern geklärt werden.

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