Die Anwohner von Wiesen- und Sinkweg in Apfeldorf müssen jetzt für die Erschließung der Straße zahlen.

Straße jetzt fertiggestellt

Erschließungskosten im Apfeldorfer Wiesen- und Sinkweg nach 40 Jahren fällig

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In diesem Sommer ist die Straße im Apfeldorfer Wiesen- und Sinkweg fertiggestellt worden. Nun sind die Kosten bekannt. Auf den ersten Blick eine gewaltigen Preissteigerung.

Apfeldorf – Es ist ein wenig kurios, dass die Straße im Wiesen- und Sinkweg in Apfeldorf erst in diesem Jahr fertiggestellt worden ist: Die ersten Häuser entstanden dort bereits um das Jahr 1980 herum, die letzten in diesem Jahr. Normalerweise geschieht eine Erschließung nicht erst Jahrzehnte danach, sondern nachdem die ersten Häuser fertig sind.

Doch laut Apfeldorfs Bürgermeister Georg Epple wurde seinerzeit auf ausdrücklichen Wunsch der Bauherren keine feste Straße gebaut: Zum einen wohl, um Kosten zu sparen. Zum anderen, um Durchgangsverkehr zu verringern.

Die Kehrseite der Medaille: Bei Starkregen hat sich der Weg jedes Jahr in einen Sumpf verwandelt. Nicht selten stand das Wasser auf dem Schotterweg, große Pfützen und Schlaglöcher waren der Regelfall. Als nun Baulücken geschlossen wurden, entschloss man sich, endlich für eine befestigte Fahrbahndecke mit Kanal für Regen- und Sickerwasser zu sorgen.

Apfeldorfer Wiesen- und Sinkweg: Schlussrechnung vorgelegt

Als in der jüngsten Apfeldorfer Gemeinderatssitzung die Schlussrechnung vorgestellt wurde, waren auch einige Anwohner als Gäste erschienen – aus verständlichem Interesse, denn sie müssen sich an den Kosten der Ersterschließung beteiligen. Die Maßnahme hatte die Firma Kölbl aus Wessobrunn durchgeführt.

Das Ingenieurbüro Buchner hatte nun auf Nachfrage von Gemeinderat Peter Strommer für die Gemeinde die Schlussrechnung von brutto 523 000 Euro bewertet. Das blanke Ergebnis: eine Kostenmehrung von 29,6 Prozent gegenüber der Kostenschätzung. Hört sich spontan nach einer dramatischen Preissteigerung an.

Bei genauerem Hinsehen ergeben die Kosten jedoch ein schlüssiges Bild, da es zu etlichen unvorhergesehenen Maßnahmen in Höhe von 42 000 Euro gekommen ist, wie Buchner berichtete. So musste etwa eine Speedpipe, ein spezielles Leerrohr, verlegt werden. Ebenso mussten der beschädigte Schmutzwasserkanal repariert und Wasserleitungen neu gebaut werden.

Hinzu kamen Mehrkosten von 60 000 Euro unter anderem beim Straßenbau, da aufgrund der Kanaltiefe und weiterer Erschwernisse nur ein Straßenvollausbau möglich war. Ebenso durch den Regenwasserkanal vom Sportplatz, dessen Notwenigkeit erst in der Bauphase klar wurde. Und nicht zuletzt durch die elf Hausanschlüsse der Anlieger.

In seinem Resümee kommt das Ingenieurbüro zu einem Wert, der nur drei Prozent über der Kostenschätzung und 4,7 Prozent über der Submissionssumme liegt. „Auf Grund (...) der geringen Über- bzw. Unterschreitungen der veranschlagten Kosten wird eine detaillierte Betrachtung in dem jeweiligen Bauabschnitt überflüssig“, so Buchner in seinem Bericht.

Apfeldorfer Wiesen- und Sinkweg: Gemeinde wird sich an Kosten beteiligen

Die Gemeinde wird sich an den Kosten beteiligen – die Anwohner werden jedoch nun auch für die Ersterschließung zur Kasse gebeten. Die Höhe der Beiträge ist bislang nicht bekannt: „Die Abrechnung liegt nun in der Verwaltung, die das ausrechnet. Dann bekommen die Anlieger umgehend die Kostenbescheide“, sagte Bürgermeister Georg Epple.

VON KLAUS MERGEL

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